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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-03-01 · Heft 9 (1.3.1888) · p. Seite 143

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 9 (1.3.1888)
Date
1888-03-01
Page
Seite 143 (sequence 15)
Language
German
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143 aber auch den Hörern der Lehranstalt bewiesene freundliche Theilnahme durch einen Salamander, den er auf das Wohl derselben reiben ließ. Cand. phil. Kalischer toastete auf das Lehrercollegium der Lehranstalt, das es nicht verschmäht, sich mit den Hörern einmal auch zu jubelnder Festesfreude zu vereinen. Cand. phil. Bardowicz dankte in längerer Rede dem Curatorium der Lehranstalt für alle den Hörern derselben erwiesenen materiellen und ideellen Wohlthaten. Von den Ehrengästen nahm zunächst der Jubilar selbst das Wort, um das Verhältniß zwischen Lehrern und Lernenden, wie es im Judenthum zu allen Zeiten aufgefaßt wurde und wie es sich auch in den alt- und neuhebräischen Bezeichnungen für Meister und Schüler ausgeprägt (TDbn oy yiv, D'ddh 'T-D^n, mm 'icfr), als ein Verhältniß gemeinschaftlichen Lernens darzustellen; insbesondere bezeichnete er seine Lehrmethode als eine solche, welche, weit entfernt, durch Vorlesungen aus längst ausgearbeiteten, genau für ein Semester berechneten Heften ein iurars in vorda magistri zu fordern, vielmehr durch gemeinsames Durchgehen und Prüfen der Quellen in den Zuhörern Liebe und Begeisterung für den Gegenstand zu erwecken, sie zur Bildung eines selbständigen Urtheils zu befähigen suche. — Im Namen des Lehren collegiums sprach Prof. Dr. Steinthal. Anknüpfend an den Refrain des eben gesungenen Liedes „Frei ist der Bursch", betonte er, daß ja die Freiheit in seinen Vorlesungen oder vielmehr Conversatorien über Ethik eine bedeutende Rolle spiele, daß er, um seine Zuhörer immer in die tieferliegenden Gründe der Erscheinungen eindringen zu lassen, denselben unbeschränkte Freiheit der Meinungsäußerung gewähre, woraus freilich, wie er in humorvoller, drastischer Weise hervorhob, „für ihn, den Docenten" zuweilen nicht gerade angenehme Situationen hervorgehen, indem er sich doch manchmal sagen müsse: „Siest Du, den kannst Du doch nicht widerlegen." — Als Vorsitzender des Curatoriums ergriff sodann Prof. Dr. Lazarus das Wort, um in glänzender Rede zunächst seine Freude über dies erste, von den Hörern der Hochschule veranstaltete Fest auszudrücken. In seiner bekannten geistreichen Art der Verwendung kurzer hebräischer Verse betonte er nach einem Rückblick auf die Geschichte der Gründung der Hochschule und der Gewinnung der ersten Lehrkräfte für sie, namentlich den von jeder Parteinahme für irgend eine gegenwärtig herrschende religiöse Strömung weit entfernten, jeden Zwang oder Druck auf die Ueberzeugungs- und Gewissensfreiheit der Hörer principiell ausschließenden Charakter der Hochschule; an der Lehranstalt gebe es und solle es nicht geben einen id;2i nc id:c, nzy my, solle es keinen Hörer geben, der schon mit einer abgeschlossenen Lebensanschauung in dieselbe eintrete, sondern die Studirenden der Hochschule sollen aus dem Munde ihrer Docenten die verschiedensten Ansichten, Lehren und Ueberzeugungen vernehmen, und so in den Stand gesetzt werden, Alles zu prüfen und das Beste zu behalten. Ferner sprachen noch Herr Docent Dr. Müller, welcher unter Ausführung des bekannten Midraschbildes von den drei Kränzen den Hörern der Lehranstalt seine besten Wünsche für die Zukunft aussprach. Herr Rabbiner Dr. Maybaum, welcher einen Toast auf die auch anwesende Gemahlin des Jubilars (i2ro mn nzw) zu einer humoristischen Beleuchtung der Lebensstellung der Gattin eines Gelehrten, und zumal eines jüdischen, erweiterte, Herr Sanitätsrath Dr. Neumann, der auch der andern anwesenden und durch ihren schönen Kranz das Fest zierenden Damen gedachte und noch besonders die Verdienste der hochherzigen Wohlthäterin der Lehranstalt, Frau Nanny Meyer, hervorhob, Prediger Dr. Ritter, der namentlich den Gedanken ausführte, daß die Hörer der Lehranstalt durch die ihrem greisen Lehrer erwiesene Ehre am meisten sich selbst geehrt, und Cand. phil. Silbermann, der, im Namen des Akademischen Vereins für jüdische Geschichte und Literatur, für die Einladung zur Betheiligung an der Feier eines Mannes dankte, der auch jenem Verein als Ehrenmitglied angehört. Der so durch Reden und Gesänge reichlich ausgefüllte officielle Theil des Festcommerses wurde um 127-2 Uhr geschlossen. Das Präsidium der Fidelitas übernahm Dr. Oppenheim, Hörer der Lehranstalt. Die bier- und sangesfrohen Festtheilnehmer blieben in heiterster Stimmung bis in die tiefe Nacht beisammen. Das Fest ist zur größten Zufriedenheit aller Theilnehmer verlaufen, und dürfte ihnen lange in froher Erinnerung bleiben. Suche Erzieherin f. m. Tochter-Pensionat, gepr. Lehrerin, d.perf. sranzös. u. engl, spricht. Hrau Direktor Gronau,Berlin,Hindersinstr.i l. Eine gebildete Familie in Braunschweig wünscht junge Mädchen in Pension zu nehmen. Näheres zu eriahren beim Landesravbiner Herrn Dr. Ritts daselbst. Anzeigen. Brüssel. Israelitisches Internationales Pensionat. Fachschule s. Hansel ».moSerne sprachen. LZ jahr.örstauS. 4Mesalticn I Kl. (Gold). Direktor: K. ©aljn F. S. S. (L.) etc. -. 168—170 Chaussee de Etterbeck, dem Park Leopold gegenüber. Drei Plätze für deutsche Zoglmge oalanc. (La. 1181 Das Sommersemester beginnt am 10. April.

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