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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-02-09 · Heft 6 (9.2.1888) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 6 (9.2.1888)
Date
1888-02-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine des Iudenlhums. Cm mWrtriisches Organ fiir alles indische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 115) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Hedvusgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Wlippson in Bonn. GrepeöiLion: Leipzig, Woßplirh 17. In redactionellen Angelegenheiten wende inan sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 52' Jahrgang. Leipzig, den 9. Februar 1888. Nr. 6. lakslt. Leitende Artikel: Das „Herz" in der Bibel. (Schluß.) — Die Stöckeriade in ihrem weiteren Verlauf. III. — Politische Briefe aus Oesterreich. —Zeitungsnachrichten: Deutschland: Leipzig, Hei bronn, Kaiserslautern, Breslau, Fürth, Aus Württemberg. — Oesterrreich-Ungarn: Wien, Pest, Duna-Szerdahely. — Frankreich: Paris. — Rußland: Petersburg. — Italien: Rom. — Rumänien: Bukarest. — Bonn: Notizen. — Pest: Literarische Notizen. — Feuilleton: Correspondenz. — Vermischtes. — Nachtrag: Leipzig, Königsberg i. Pr. $Leifo'nSe €Lzti&c(. Bonn, den 5. Februar. Das „Her;" m der ßibel. VII. (Schluß.) Jecheskel war, 25 Jahre alt, unter den Zehntausend, welche Nebuchadnezar nach der Entthronung des Jojachin nach ^xylonien führte, und wohnte in der Stadt Thel Strome Chaboras^wo sich eine ziemlich große Ge- 4B^inde der Exulanten niedergelassen und organisirt hatte. In seinem 30. Lebensjahre trat er in den Prophetenberuf ein. Aber er war dem Schauplatz der Wirklichkeit entzogen, und er hatte auch für seine Reden keine Zuhörerschaft, wenn er auch eine Strafrede gegen die Vorsteher der Gemeinden wegen ihres Eigennutzes und ihrer ungerechten Verwalmug richtete. Seine Reden konnten also im besten Falle nur einen kleinen Kreis von Zuhörern haben und erlangten erst durch ihre schriftliche Abfassung Wirksamkeit und Bedeutung. Er faßte deshalb seine Reden mehr aus deul ideellen, als aus realem Gesichtspunkte ab, wenn auch die Richtung seines Geistes auf das Reale ging. Wenn daher die zwei Haupt sächlichsten Gegenstände seiner Betrachtung sind: die Zerstörung Jerusalems und die Wiederherstellung des Heilig thums, so beschäftigt ihn vorzugsweise d.r G.dan^, wie diese beiden großen Ereignisse,.zu erklären und richtig zu verstehen seien. Er konnte hierbei aus seinem Gesichtspunkte allein ein göttliches Strafgericht und hinwiederum einen Akt der göttlichen Barmherzigkeit sehen, das erstere wegen der Sündhaftigkeit und Entartung des Volkes, den anderen ob der Rückkehr und Läuterung der Nation. Diese Verstocktheit Israels hatte er als Gegenwart vor sich, die Reue und Besserung und die darauf folgende Wiederherstellung vermochte' er nur in der Zukunft zu schauen; dennoch aber erschien ihm auch diese folgerichtig aus dem Wesen Gottes undder ^Htüumung Israels, daß seine Ueberzeugung felsenfest steht. So schaut er denn in seinem Geiste in der Vision die Gotthei^thronend im UnivdiFuin über dem Lebendigen und dem Leblosen; dann abe^-'ausziehend aus dem durch Götzendienst entweihten Heiligthun^ womit der Untergang desselben besiegelt war; anderseits wieder fühlt er sich gedrungen, für d'en zukünftigeil Tempel, für den Cultus in demselben und die Verfassung des VöReK ein neues Gesetz zu entwerfen. So bewährt sich Kenn sekne Neigung für das Ideale und seine Richtung auf-W^^ieale zugleich, wie sich dies auch in seinem Hang-Hu Allegorien und Gleichnissen, zur barocken und übertreibenden Manier bestätigt, was freilich auch auf einigen Einfluß ftitens des Geschmackes der Völkerschaften, in deren-Mitte-A lebte, zurückzuführen ist. Aus den oben gezeichneten Umständen ist es daher auch erklärlich, daß e^, wo er vom.-Herzen des Volkes spricht, für dasselbe nur harte Ausdrücke hat. Er bezeichnet sie als 'p;n, i'? ..verstockten.hartnüäigenHerzens", als 2h „buhlerischen Herzens" (i, 4. 3, 7. 6, L), „das Herz voll der , Greuel und Scheusale" (11, 21), welche die Götzen ins Herz

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