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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1888-01-19 · Heft 3 (19.1.1888) · p. Seite 47

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
52 (1888)
Issue
Heft 3 (19.1.1888)
Date
1888-01-19
Page
Seite 47 (sequence 15)
Language
German
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47 damals erst vor wenigen Jahren, sozusagen entdeckt und zugänglich gemacht worden. Der Pfarrer eines dort gelegenen Dorfes hatte die Schönheit des bis dahin ganz unbekannten kleinen Gebirgsstockes erkannt, und wie bequem er, unweit Dresdens, für Touristen gelegen sei, die nicht zu viel Zeit und Mühe zu verwenden hätten. In der That ist sie seitdem zu einem vielbesuchten Reiseziel geworden, besonders nachdem Dampfschifffahrt und Eisenbahn wie im Nu dahin führen. Zur Zeit meines Besuches hatte man von beiden noch keine Ahnung. Nur eine Heerstraße führte bis nach Schandau; jener Pfarrer hatte nach den bedeutendsten Plätzen des Gebirges Fußwege angelegt, überall hin die Kunde von dieser Landschaft verbreitet und auch eine Beschreibung nebst Karte drucken lassen. Mit diesem „Führer durch die sächsische Schweiz" versah mich Frau Bondi. Meine erste Tagereise ging über Pillnitz, die Eremitage, durch den Lohmener Grund mit seiner romantisch gelegenen Mühle, dann hinunter in den Ottowalder Grund, diese reizvolle Schlucht, wo sich durch immer näher aneinander rückende Felsen ein Flüßchen hindurchdrängt, so daß man stellenweise nur vermittelst eines Brettergerüstes den Weg verfolgen kann. Alsdann über ein Plateau nach der Bastei, einem der schönsten Aussichtspunkte. Hier schweift der Blick rechts und links über ein Chaos von Höhen und Felsen von mannichfaltigen Formationen und waldbekleideten Höhen, verfolgt aufwärts den gewundenen Lauf des Elbstromes, haftet aber vor Allem auf den beiden Kolossen des Liliensteins und des Königsteins, der beiden „Hüter der Elbe". Eine Brücke führt über einen breiten Felsspalt und läßt links in die schwindelnde Tiefe der „Wolfsschlucht" blicken, welche von starren Felsen umgeben ist, und die der bekannten Phrase im Freischütz den Ursprung gegeben. In der Ortschaft am Fuße der Bastei nahm ich mein erstes Nachtquartier. Frühmorgens ging es über den „Brand", wo man die weite Gegend durch farbige Gläser betrachtete und Hockstein nach Schandau, und von da durch den Amselgrund, in welchem man für einige Groschen einen Wasserfall bewundern konnte, nach der wunderbaren Felsenwölbung, die nach alter Sage „Kuhstall" benannt wird. Eine Felsentreppe. hinunter in den Wolfsgrund, auf den kleinen Winterberg und auf ziemlich unwegsamem Pfade zum großen Winterberg, dem höchsten Gipfel des Gebirges hinauf. Hier muß ich ein wenig länger verweilen, denn an dieser Stelle ging mir zum ersten Male die ganze Herrlichkeit der Gottesnatur auf. Auf dem Gipfel desselben stand zu jener Zeit noch kein großes Hotel mit einer Tribüne, den Aufgang der Sonne zu schauen, und noch wurde durch das Lärmen und Treiben von hunderten von Touristen jeder poetische Zauber der Natur nicht verbannt. Aus einer kleinen Lichtung, die der dichte Wald rings umgürtete, stand eine ärniliche Hütte eines Hirten, in welcher ein kleiner Raum dem selten hier übernachtenden Fremden auf einer Strohschütte ein Nachtlager bot. Ein Stück Brod und ein Glas Milch bildeten das Abend- und das Morgenmahl. Für mich war dies gerade das anziehendste in der Situation. (Schluß folgt.) Anzeigen. TV| nAyn werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstmiUC folgende Wochennnmmer bis spätestens Sonnabend eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncenexpedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Pensionat und Höhere Töchterschule von Frau Dr. Leverson in Hannover, Thiergartenstraße 3 und 4. Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. ——— Die Vorbeterstelle in unserer Gemeinde ist wieder zu besetzen. Gesucht wird ein jüngerer, womöglich unverh. Mann, der mit kräftiger, angenehmer Stimme begabt, im Vorlesen der Thora durchaus gewandt und mit dem in Südwestdeutschland üblichen Chassones vertraut sein sollte. Dem entsprechende Beamte von religiöser Führung wollen ihre Meldungen mit Zeugnissen innerhalb 4 Ä-ochen einsenden an das Isr. Kirchenvorsteheramt. Laupheim (Würübg.), 4. Jan. 1888. ievbnieum Mittweida — Sachsen, — Maschinen * Ingenieur - Schule Werkmeister - Schule. Für einen jungen Mann aus achtbarer Familie und mit den nöthigen Kenntnissen versehen wird zu Ostern event. auch früher eine Lehrlingsstelle in einem Bank- oder Manufacturwaarengeschäft gesucht. Auskunft ertheilt [B.293 Hehmann Cohn, Dessau, Schulstraße 9. Israel. Lehrerin gesucht zu Ostern d. I., f. e. kleineres isr. Pens. i. e. mittelgr. Stadt Deutsch!., zur weiteren Fortb. meist größerer Mädchen. Gründl. wissensch. Bildung u. Fertigk. im Franz, u. Engl, erforderl., ebenso längere Lehrthätigk. Angenehme famil. Stellung. Off. nebst Zeugu.. Photogr. u. Gehaltsanspr. unt. J. K. 8333 bef. Rudolf Mosse, Berlin SW. [95317

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