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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-12-21 · Heft 52 (21.12.1886) · p. Seite 831

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 52 (21.12.1886)
Date
1886-12-21
Page
Seite 831 (sequence 15)
Language
German
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831 ist, einen festen Anhalt am Geiste des Negers zu gewinnen und dieses Element ist, so unglaublich es Ihnen erscheinen mag, der Islam. Je weiter ich eindrang, je näher ich der Hauptstadt von Sokota kam, desto mehr erkannte ich den wunderbaren Umschwung zum Guten, welchen diese so viel geschmähte Religion bewirkt hat, die mit unbegreiflicher Geschwindigkeit Barbarei und Heidenthum verdrängt und den ganzen politischen Anblick von Jnnerafrika nördlich des Aequators verändert. Als ich Lokoje an der Einmündung des Benu8 in den Niger passirt hatte, den äußersten Vorposten der muhammedanischen Missionäre am Niger, und nun den eigentlichen neutralen Sudan betrat, fand ich mich in einem verhältnißmäßig gut regierten Lande, umgeben von einer fleißigen Bevölkerung, klugen Händlern, emsigen Handwerkern, die schon sehr bedeutende Fortschritte in der Civilisation gemacht haben. Unter dem Einfluß des Islam sind Städte aus dem Boden gewachsen, voll von Arbeit und Industrie, in denen Morgens, Mittags und Abends die Gebete zu dem einen, allmächtigen, allgütigen und allgegenwärtigen Gott erschallen. Das ist kein Schein, keine Heuchelei, kein bloßes Zurschautragen einer unverstandenen Civilisation von unverständigen Wilden. Bor dem Losungswort des Islam, vor dem Ruf „Es ist nur ein Gott", schwindet der Fetischismus mit seinen entwürdigenden Gebräuchen wie ein schwerer Nebel vor einer erquickenden Brise. Offenbar hat der Islam etwas, was besonders für den Schwarzen und für ein Tropenklima Paßt; man mag über ihn im Verhältniß zum Christenthum denken, was man will, zweifellos kann er als Brücke dienen, welche die Kluft zwischen dem Neger und uns überschreiten hilft; er bildet eine Stufe zu einem höheren Leben und giebt der trägen Masse der Neger einen Impuls, der, wenn richtig geleitet, einst zu guten Resultaten führen wird. Gegenwärtig drängt der Islam unwiderstehlich nach Westen und Süden, und wer es ernstlich mit dem Neger gut meint, muß diesen Fortschritt mit Freuden begrüßen und muß wünschen, daß er immer weiter vordringt und schließlich auch mit dem Bpanntweinhandel, dem einzigen Geschenk, das Afrika uns verdankt, aufräumt." „Der Dichter Lump." Unter den „neuen Gedichten," welche Rudolf Baumbach soeben unter dem Titel „Krug und Tintenfaß" herausgegeben, finden wir folgendes kleine Gedicht: „Der Dichter Lump." „Nun singen wir das Lied vom Lump, Dem Dichter nach neuestem Schnitt. Er nahm von den Juden Geld auf Pump, D'rauf ward er Antisemit. Er hetzte, gehüllt in des Schlafrocks Vließ, Todmuthig die Völker zum Streit, Und als er sein Mädchen sitzen ließ, Besang er die treulose Maid." Anzeigen. Ty% QP'pQ 4-n werden mit 20 Ff. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für ^ie nächst -*-Uöv?X ClbC folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag e ingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Die durch den Tod des verewigten Königl. Landrabbiners Tittin erledigte Stelle eines Gemeinde - Rabbiners soll wieder besetzt werden. Das Jahresgehalt beträgt 5400 Mk. sBr.901 Geeignete Bewerber wollen ihre Zeugnisse nebst einem Lebenslaus bis zum 20. Januar 1887 dem Unterzeichneten Gemeinde-Vorstände einsenden. Breslau, den 7. Dezember 1886. Der Vorstand der SiMgogen-Gemnude. Ein braves, gebild. Mädchen, im Kochen erfahren, das auch Hausarbeit übernimmt, findet angenehme Stelle bei einer einzelnen Dame. Familiäre Behandlung wird zugesichert. Franco- Offerten befördert Rudolf Mosse, Leipzig unterE.4995. Cotillon und Carnevat-Gegenstände, komische Mützen, Orden, Cotillontouren, Attrapen, Knallbonbons, Masken, Perrücken, Stoffunb Papier-Costüme, Papierlaternen, Bigotphones, Spiele für Garren und Haus rc. rc. sowie künstliche Pflanzen empfiehlt die Fabrik vo.i Gelbke & Benedictus, Dresden. Jllustr. deutsche u. sranz. Preisbücher Saison 1887 gratis u. sranco. ~n/T "■ Zu allerlei Mondamin ä Fruchtgelees, Eingetragene Schutzmarke. Sandtorten etc. Für Kinder und Kranke mit Milch, gekocht speciell geeignet; erhöht die Verdaulichkeit der Milch. Auch zur Verdickung von Suppen, Caeao eie, vortrefflich. Mondamin ist ein entöltes Mais-Produet, Fabr. Brown & l’olson, k. e. Hofl. .London u. Berlin C«, in Colonial-, Delieatessenu. Droguen-Haudlungen in */i u. V* engl, Pt'd.-Paeketen.

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