Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 52 (21.12.1886)
- Date
- 1886-12-21
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine des Zudmthums. Ein unMrtciischcs Organ fiir alles Msche Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. GZepeöiLion: Leipzig, Woßplortz 17. Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig H Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 115) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 50. Jahrgang. Leipzig, den 21. December 1886. Nr. 52. Inhalt, Leitende Artikel: Zum Schluffe des fünfzigsten Jahrgangs. — Die Weltlage vor fünfzig Jahren und gegenwärtig. — Wohlthätige Werke. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, München, Fürth, Posen. — Oesterreich-Ungarn: Wien. — Frankreich: Paris. — Rußland: Turek, Kiew. — Amerika: New-Aork. — Ostindien: Bombay. — Bonn: Notizen. — Feuilleton: Vermischtes. Mit dem Schlüsse des Jahres 1886 beendet die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" ihren fünfzigsten und beginnt ihren einnndfünfzigften Jahrgang. Wir ersuchen um baldigste Bestellung bei allen Postämtern (Deutsche Zeitungspostliste Nr. 115) und allen Buchhandlungen, um . jede Störung in der Zusendung zu vermeiden. Baumgärtner's Buchhandlung. Zum Schluffe des Nicht durch des Schwertes scharf gewehte Klinge, So hart fre schlage und so tief sic dringe, Wird der Gedanke, der den Geist beseelt, Zum Hod getroffen und zu Staub vernichtet — Im schweren Kampfe wird er nur gestählt, Und was noch dunkel an ihm, wird gelichtet. Uicht durch die Feffel, die den Arm umwunden, Wird das Gefühl im Herzensgrund gebunden; Und nicht das Joch, dem Uacken auferlcgt, Kann des Empfindens starke Finthen dämmen: Sie schwellen an und reihen, mild erregt, Die Schranken nieder, alle, die sie hemmen. fünfzigsten Jahrgangs. Das ist der Schild gen scharf gewehte Klinge, Das bricht mit Wacht der Frffcln ehrne Kinge! Dn glaubst zu knechten — und das Wort macht frei Von dunkler Zeiten düst'ren Wahngebilden — Dn mahnst erstickt: Horch, fein Uriumphgefchrci Auf Sergeshöh'n, in grünenden Gefilden! Drnm sä' es aus, nur muthig, unverdroffe«, Wie langsam auch die zarten Keime sproffen, Es kommt die Zeit, marin fällt der Sonne Strahl, Es blitzt der fjjnu, vom Himmel rauscht der Kegen Jät' aus das Unkraut mit der Sichel Stahl — Empor, empor! wie stch die Wipfel regen! Denn Eines ist dem Erdensohn gegeben, Das ihm den Sieg verbürgt, die Kraft, das Leben, Es ist das Wort, das durch die Zeiten zieht Und durch des Kaumes nngemeff'ne Sahnen, Don Wund zu Wund mit Windeseile flieht, Don Geist zu Geist, zu Enkeln von den Ahnen. Und wieder stürmt es, denn die alten Mächte Weh'n wieder her die Dünste ihrer Uächte — Seid unverzagt: das Wort durchbraust den Sturm, Das Wort für Wahrheit, Uecht und Gotteslehre — Steht fest, Ihr Krüder — gleich dem Felsenthurm Im Woqendrang wird's Euch zur Leucht' und Wehre! L. Pli. 52