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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-12-14 · Heft 51 (14.12.1886) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 51 (14.12.1886)
Date
1886-12-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudmthums. Ein unparteiisches Organ für alles jiidische Interesse. i Diese Zeitung erscheint wöchentlich. Preis vierteljährig 3 Mark. Abonnement in Deutschland (Postzeitungsliste Nr. 115) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Wlippjon in Bonn. GXpeöiLron: Leipzig, Woßpkah 17. In redactionellen Angelegenheiten wende man sich an vr. Philippson in Bonn direct, in allen übrigen an die Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr 12 M.) sind gleichfalls an letztere einzusenden. 50. Jahrgang. Leipzig, den14. December 1886. Nr. 51. Jabalt. Leitende Artikel: Kurzgesaßte Bemerkungen. — Der Antisemitismus in Frankreich. — Hat die Geschichte der Israeliten einen religiösen Werth? — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Hamburg, Frankfurt a. M., Dresden, Zweibrücken, Posen. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Bonn: Notizen. — Bonn: Literarische Notizen. — Feuilleton: Ein Verschlagener. — Eine Gemeindeordnung der Teplitzer Judenschast aus dem 18. Jahrhundert. — Vermischtes. Mit dem Schlüsse des Jahres 1886 beendet die „Allgemeine Zeitung des Judenthums" ihren fünfzigsten und beginnt ihren einundfünfzigsten Jahrgang. Wir ersuchen um baldigste Bestellung bei allen Postämtern (Deutsche Zeitungspostliste Üix. 115) und allen Buchhandlungen, um jede Störung in der Zusendung zu vermeiden. Baumgartners Buchhandlung. SLeitewbe dcl-if; cf. Bonn, 8. Dezember. Lurzgefaßte Semerkuilgen. in. Man hat es stets als einen Ruhm für die Propheten Israels angesehen, daß sie unerschrocken und furchtlos vor den Königen, den Fürsten, den Priestern und dem Volke die Vergehen und Laster derselben auf's Nachdrücklichste, ja Bitterste geahndet und ihnen das herannahende Strafgericht verkündet haben; selbst da sie mit Mißhandlung und Tod bedroht wurden, hörten sie nicht auf, gegen die Abtrünnigkeit und Sittenlosigkeit laut ihre Stimme zu erheben. Aber wir meinen, daß es nicht minder dem alten Israel zum Ruhnie gereicht, diese Strafreden seiner Propheten, diese Zeugnisse gegen es selbst hoch und heilig gehalten, für unantastbar erklärt und allen zukünftigen Geschlechtern überliefert zu haben, wir glauben, daß dies ohne Beispiel und ohne Nachahmung in der Geschichte gebliebenll) 1) Wir wollen zur Erhärtung dieses Satzes einen Vergleich mit den oratorischen Schriften anderer Völker nicht anstellen. Sind uns darin Reden an das Volk überliefert, so werden die reichlichen Schmeicheleien, die dem Volke gesagt werden, leicht aufsallen. Dagegen lese man nur die ersten fünf Kapitel des Jesaias, um den Gegensatz zu begreifen. Anreden wie: „Ihr Sodomsfürsten„Du Gemorravolk" fehlen nicht (i, io.). Andere Religionen haben es sich zur Aufgabe gestellt, ihren Bekennern die Verachtung des Irdischen, aller irdi» scheu Güter und des ganzen irdischen Lebens zu predigen. Die mosaische Lehre hat eine andere Anschauung ausgestellt. Sie wollte den Israeliten tief in die Seele einprägen und stets im Bewußtsein erhalten, daß alle irdischen Güter eine Gabe Gottes, ein Segen des Allgütigen und darum mit Dankbarkeit entgegenzunehmen und in Recht und Liebe zu genießen seien. Oft genug wird, dieser Segen als von Gott in Folge sittenreinen Wandels und gern geübter wohlthätiger Werke ertheilt dargestellt. Einen besonderen Ansdruck fand diese Anschauung in der Verpflichtung, die erstgereiften Früchte im Heiligthume darzubringen und ein Bekenntniß daraus abzulegen, in welchem jene nachdrücklich ausgesprochen war. -) 2) Es ist zu betonen, daß, während in der Thorah der Opfercnltus ausführlich angevrdiiet worden, das Gebeiwort dem Individuum völlig frei gegeben ist. Außer dem Priestersegen ist das bei Darbringung der Erplinge abzulegende Bekenntniß die einzige Vorschrijt über Worte, die beim Kultus anszusprechen seien. Daß diese Darbringung erstgereiftec Früchte den Zweck hatte, in den Israeliten das Bewußhein zu befestigen, daß aller Ertrag des Bodens eine Gabe und Segnung Gottes sei, geht ans diesem Bekenntniß deutlich hervor. Es hebt (S. Mos. 26, Smit den Worten an: „Ich bekenne heute dem Ewigen, daß ich gekommen in das Land, welches der Ewige zugeschworen unseren Vätern, uns zu geben." Weiterhin, nachdem vom Auszuge aus Egypten die Rede, heißt es: „Und er brachte uns an diesen Ort, und gab uns dieses Land, ein Land öl

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