Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 22 (25.5.1886)
- Date
- 1886-05-25
- Page
- Seite 351 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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351 Der Reisende, Rabbiner Mardochai. (Nach den Areh. isr.) Ein Mann, welcher einst seine Stunde der Berühmtheit gehabt, ist soeben ganz unbeachtet in Algier gestorben. Der Rabbiner Mardochai Abi-Sroun, zu Akka (Marokko) geboren, hat sich einen Namen als Reisender erworben. Nachdem er einige Zeit in Tombuctu gelebt, kehrte er vor ungefähr 15 Jahren wieder dorthin zurück mit einer wissenschaftlichen Mission auf allgemeine Kosten, im Aufträge des Herrn Beaumier, des französischen Viceconsuls in Mogador und der Alliance israelite in Paris. Er brachte von dieser Expedition interessante Berichte mit, besonders an die Alliance israelite schickte er einen Bericht über einen marokkanischen Stamm, Daggatum, deren jüdischen Ursprung er nachweist. Diese Arbeit, in hebräischer Sprache abgefaßt, wurde, von Herrn Isidore Lob ins Französische übersetzt. Im Jahre 1884 kehrte der Rabbiner Mardochai in das Innere Marokkos als Führer des französischen Reisenden Charles de Foucault zurück, dem er mehrere Male des Leben zu retten Gelegenheit fand. Aus dieser letzteren Expedition zog er sich den Keim zu der Krankheit zu, welcher er erlag. Er hinterläßt seine Familie in Elend. Auf seinem Grabe hielt der Großrabbiner von Algier, Herr Bloch, eine Rede, in welcher er die Dienste hervvrhob, welche der Rabbiner Mardochai der Wissenschaft und der Civilisation geleistet hat. Vermischtes. Stammort und Familie Börne's. Aus Mergentheim wird dem „Neuen Tageblatt" in Stuttgart geschrieben: Anläßlich des 100jährigen Geburtstags Ludwig Börne's dürfte für weite Kreise von Interesse sein, zu erfahren, daß die Familie Börne aus Württemberg stammt. In der Mitte des vorigen Jahrhunderts ist Börne's Großvater als Hofagent des Deutschmeisters von Oedheim (O.-A. Neckarsulm) nach Mergentheim übergesiedelt, wo auch sein Enkel, Ludwig Börne, im großelterlichen Hanse erzogen wurde, während Börne's Vater und Oheim in Frankfurt a. M. und Bonn Wohnsitze nahmen. Die Synagoge, das Rabbinats- und Schulhaus in Mergentheim waren ehedem im Besitze der Familie, die sich damals „Baruch" nannte. Die Synagoge ist von derselben gestiftet worden, und es soll sich in der Stiftungsungsurkunde die Klausel befinden, daß die „Synagogenstühle" niemals Eigenthum eines Gemeindemitgliedes werden sollen, sondern jeweils auf Lebenszeit des Betreffenden zu miethen seien. In Unterbalbach, wo der israelitische Friedhof für Mergentheim sich befindet, liegen mehrere Mitglieder der Börne'schen Familie begraben. Anzeigen. Tyj qpyn werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstlllOwl CbVKZ folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Ei« Rabbiner, jung, akademisch gebildet, mit guter Rednergabe, der den Religions-Unterricht ertheilen und auch einen Theil des Gottesdienstes versehen muß, wird zu Neujahr 1887 bei 3000 Mk. Jahresgehalt gesucht. Der Vorstand der Synagogen-Gcmeinde Neiße. sLa. 1799 Bacanz. Bei der hiesigen israelitischen Korporation ist die Lanier-, Schächter- und Religionslehrerstelle schleunigst mit einem Inländer zu besetzen. Mit dieser Stelle ist ein Einkommen von jährlich 1500 Mk. nebst freier Wohnung verbunden. Meldungen unter Überreichung von Zeugnissen nimmt entgegen Der Israel. Korporations-Vorstand B.2603) zu Schwersenz. Pensionat und Höhere Töchterschule von Frau Dr. Leverson in Hannover, Wergartenstraße 3 und 4. ~ Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — w i In der jüdischen Gemeinde zu Berlin ist eine Predigerftelle zu besetzen. Bezügliche Meldungen sind an den Vorstand der jüdischen Gemeinde daselbst, Oranienburg erstraße 30 zu richten. pö.2627 : Für einen Herrschaft!, nicht streng religiösen Haushalt in Brüssel wird pr. 1. August eine sters. Israel. Köchin gesucht. Offerten an Frau E. Löwe, Duisburg. iL.c.1799 Eine geprüfte Kindergärtnerin (israel.), welche Eiemenlarunterricht erth. u. sich leicht. Häusl. Arb. unterzieht, sucht Stellg. Näheres b. Hrn. Landrabb.Dr.vessnuer, Meiningen Ich suche zum baldigen Eintritt ein erfahrenes [S.C.1845 Küchenrnadchen, welches perfect kochen kann, gegen hohen Lohn. Frau Sondheim, Hoerde, Westfalen. Gesucht gegen hohen Lohn für einen Haushalt in der Provinz Hannover eine perfekte Köchin [33.2635 in gesetzten Jahren, mit guten Zeugnissen. Off. D. B. 22 durch A. Winkler, Hildesheim. Zu verkaufen: 1 Exempl. Pliilipson'S Israelitische Bibel. (Leipzig 1841.) 3 Bde. Mit vielen Jllustr. Halbfranzbd. Guterhalten. Preisofferten unt. J. 3613 an Rnd. Mosse, Leipzig. (La. 1816