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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-05-18 · Heft 21 (18.5.1886) · p. Seite 335

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 21 (18.5.1886)
Date
1886-05-18
Page
Seite 335 (sequence 15)
Language
German
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335 Mittwoch den 21. und am 2. Tage Peßach wurden uns die unteren 3 Abtheilungen vorgeführt, deren Prüfung von 2—6 Uhr Nachmittag in der Synagoge ftattfand. Die unterste, hier I. Klasse genannt, also die Anfänger, haben schon nach einjährigem Schulbesuch eine Fertigkeit im Lesen des Hebräischen erlangt. Aus der biblischen Geschichte wußten sie die Schöpfungstage, die Zehngebote, die Namen der Feste, außerdem einige Lehren der Sittlichkeit und Menschenliebe. Die Zöglinge der nächst höheren II. Klasse lasen sehr gut nach den Accenten, übersetzten geläufig die meisten Gebete aus der Horwitz'schen Fibel und erzählten zusammenhängend biblische Geschichte. Außerdem konnten sie schon die! einfachsten grammatischen Formen bilden. Die Knaben und Mädchen der III. Klasse zeigten ordentliche Fertigkeit im Lesen, waren sehr gut bewandert in der bibl. Geschichte bis zum Tode Moses und wußten die wesentliche Bedeutung aller Feste, wie alle sittlich-religiösen Gebote der Thora anzugeben. Die Konjugation durch die 3 Hauptzeiten war allen geläufig. Samstag den 24. April wurde die oberste, die IV. Klasse von 2 — 6 Uhr in der Synagoge geprüft. Die Schüler, Knaben und Mädchen von 13—14 Jahren zeigten, daß sie mit der Gebetordnung für das ganze Jahr wohl vertraut sind, daß die Bibelkunde ihnen nicht fremd, ja die Knaben wußten sogar die einzelnen Abschnitte des ouv mit dem Inhalte anzugeben. In der Pflichtenlehre, namentlich in dem Abschnitt, der von den Pflichten gegen die Nebenmenschen handelt, waren sie gut bewandert. Sie konnten die Hauptgebete geläufig übersetzen und die Knaben hatten im Pentateuch nicht nur die durchgenommenen Pensa inne, sondern konnten jedes Wort grammatikalisch analysiren. Jeder, der ein warmes Herz fürs Judenthum hat, mußte sich innig freuen, daß die Jugend mit so reichem Wissen! ansgestattet wird, und so mancher gestand sich wohl: In meiner Jugend wurde gar Vieles, was ich heute gehört, nicht gelernt. Und in der That nicht nur diejenigen mußten befriedigt sein, die von der Religionsschule nicht mehr verlangen, als daß sie die Kinder mechanisches Beten und Hersagen des „Benschen" lehre — was übrigens schon die jüngeren im Stande waren — auch diejenige», die einsehen, daß die Religionsschule die Pflicht hat, außer dem „Was und Wie", auch das „Warum" zu lehren, sahen ihre Wünsche in vollem Maße erfüllt. Anzeigen. Ty% fp werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstfolgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Bekanntmachung, j Der hier verstorbene Kaufmann Herz i Peter 8piro hat der Gemeinde ein Legat - von 3000 Mark zur Verwaltung hinterlassen, dessen Zinsen nach zweijähriger Ansammlung einer armen weiblichen Verwandten zufallen sollen, sobald sie zur Verheirathung schreitet. Eei mehreren gleichberechtigten Bewerbungen soll das Loos entscheiden. Wir fordern demnach die Verwandten, welche sich zu einem Anspruch auf dieses Legat berechtigt glauben, auf, sich. sB.2498 spätestens bis zum 1. Juli dieses Jahres unter Beibringung des Nachweises der Ver-1 wandtschast und der Bedürftigkeit, sowie der! bereits erfolgten Verlobung schriftlich bei uns zu melden und den Entscheid abzuwarten. Königsberg i.Pr., d. 5. Mai 1886. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Ein Rabbiner, jung, akademisch gebildet, mit guter Rednergabe, der den Religions-Unterricht ertheiten und auch einen Theil des Gottesdienstes versehen muß, wird zu Neujahr 1887 bei 3000 Mk. Jahresgehalt gesucht. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde Neiße. [2a. 1799 Ist. Tochter-Pensionat u. HöhereNnterrichts-Anstalt. Gegründet 1864. — Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. Fra» Direktor Therese Gronau, Lerli», Hinderslnstr. 11, Königsplah. Pensionat «nd Höhere Töchterschule von Frau Dr. Lederson in Hannover, Thiergartenstraße 3 und 4. — .. Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. —— in Mainz wohnt Grosse Bleiche JüTr. 40. I pnt? gefällige Anträge mit X. P. 20 postlagernd 93.2400] Löbau i. Sachs. Eine plötzlich ins Unglück gerathene jüd. Wittwe sucht in einem koscheren Haushalt Stellung als Wirthschafterin. Sehr bescheidene Ansprüche. Nur gute Behandlung erwünscht. Gefl. Adr. sub K. II. 1992 au Rud. Masse, Berlin C. Königsstr. 55 erbeten.

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