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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-05-11 · Heft 20 (11.5.1886) · p. Seite 319

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 20 (11.5.1886)
Date
1886-05-11
Page
Seite 319 (sequence 15)
Language
German
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319 Herzen besonders theilnehmend für Unglückliche und Verfolgte gemacht. Theilnehmend und hilfreich fand ich sie überall, in Baden, in Frankfurt, in Berlin, in Hamburg, in Amsterdam und in London." (Es ist dies eine schöne und wahre Erklärung über die Wirkung der Verfolgungen in den Juden. Gehässige Geister, wie Ed. v. Hartmann, Dühring und so viele Andere, können aus ihrer eigenen Seele heraus nichts Anderes begreifen, als daß die Juden wegen des gegen sie ausgeübten Unrechts voller Haß gegen die Andersgläubigen sein müßten. Ja wohl, sie empfinden so — wir nicht! Redact.) Eine polizeilich geschlossene Betstube. In den jüngsten Tagen machte in Frankreich die Schließung einer katholischen Kapelle großes Aufsehen. Sie sollte der Heerd von Aufhetzereien gegen die Republik sein. Die umwohnenden Katholiken widersetzten sich der Schließung und es kam zu einem blutigen Kampfe. Dies erinnerte Herrn Prague in den ^rob. izr. an einen Vorgang vor 40 Jahren in Paris, der jedoch einen friedlicheren Ausgang nahm. Ein alter frommer und geachteter Herr S... hatte in seinem Hause eine Betstube, zu welcher die umwohnenden Gläubigen zahlreich strömten. Damals ging aber das israelitische Consistorium gegen alle Privatgottesdienste vor und denuncirte auch den Herrn S. bei der Polizei. Es war Jom Kippur und die Gemeinde war eben beschäftigt, dem Chasan in den Selichoth zu respondiren, als der Polizeicommissar erschien und die sofortige Schließung des Betlokals verlangte. Allgemeine Bestürzung, da man den Festgottesdienst nicht beenden konnte. Herr S. trat zum Polizeicommissar, stellte ihm mit beweglichen Worten die Verlegenheit vor, verbürgte sich, daß das Betlokal fortan geschlossen sein solle, und — die Obrigkeit hatte Einsehen und ließ die Beter ihre Andacht ruhig fortsetzen. Anzeigen. Ty* werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- JLUöwX folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Eudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Jsr.Töchtcr-Pc»swnat».HöhercU»terrichts-A„stalt. Gegründet 1864. — Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. Frau Direktor Therese Gronau, Serlin, Hindersinstr. 11, Königsplatz. Pensionat und Höhere Töchterschule von Fra« vr. Leders«« in Han««ber, Thiergartenstraße 3 und 4. ~ Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. .—— Offene Stelle. Durch die Berufung unseres bisherigen 22 Jahre hier amtirenden Kultusbeamten an das Waisenhaus in Stettin wird diese Stelle zum 1. Juli cr. vacant. Sie bringt dem Antretenden vorläufig circa 2000 Mark jährlich ein. Qualificirte Bewerber wollen mit ihren Meldungen, Lebenslauf und Abschriften von etwaigen Zeugnissen spätestens bis Ende Mai an uns einsenden. Bedingungen zur Anstellung sind: Bestandenes Examen als Religionslehrer und die Fähigkeit, an Festtagen und zu Gelegenheiten deutsche Vorträge zu halten. Reisekosten werden nur vergütet, wenn ein persönliches Erscheinen gewünscht wird. sB.2298 Cüstrin, den 29. April 1886. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Eltern u. Vormündern mos. Conf., welche ihren Töchtern oder Mündeln eine sichere Existenz begründen wollen, bietet sich hierdurch günstige Gelegenheit. Ein j. Kaufmann (30. I. alt), von angenehmen Aeußern und aus guter Familie, Besitzer einer nachweislich sehr rentablen Fabrik in einer größeren Prov.-Stadt Schlesiens, sucht behufs Berheirathung die Bekanntschaft einer schönen, liebenswürdigen Dame, im Alter von 19—22 Jahren, mit einem Vermögen von nicht unter 30,000 Mk. Nur ernst gemeinte Offerten (nicht anonym) mit Photogr. werden unter J. T. 5488 in der Exped. d. Berliner Tageblatt, Berlin erbeten. Nichts conv. Photogr. werden umgehend zurückgesandt und strengste Discretion zugesichert. A.2295 Die Stelle eines Religionslehrers, Borbeters und Schauchet für hiesige Gemeinde ist sofort vacant, und wollen Bewerber ihre Meldungen und Zeugnisse bald an den Unterzeichneten einsenden. Das Gehalt inclusive Schechita ist 1000—1200 Mk. nebst freier Wohnung. Freienwalde i. Pom. Der Vorsteher M. S. Dobrin. Für eine junge Dame von ansprechendem Aeußern, mit etwas Vermögen, tüchtig und verständig, vollkommen geeignet, dem Gatten in jeder Lebenslage liebevoller und hilfreicher Beistand zu sein, suchen Verwandte eine angemessene Verheirathung. Reflektanten wollen vertrauensvoll unter Bezeichnung P. K. 935 ihre Offerten anHaasenstein «^Vogler,Berlin W., Potsd. Str. 135 senden. (B.2360 «G»»»»»«»» GGOGGOGGO Verlag von Baumgartner'- Buchhandlung in Leipzig. Chaldiiisches Wörterbuch über die Targumim und einen großen Theil des rabbinischen Zchrifttyums von Dr. J. Levy, Professor an der Universität Breslau. 8. Auflage. In hochelegantem Einband Preis 12 Mark. Loeden erschienen: Das Problem der höchsten Wissenschaft. Ein erster Versuch z. Einführ, in eine neue Philosophie. Von Frdr. Robert. Preis zoPf. Skrzeczek s Verlag, Löbau, Wpr.

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