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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-04-13 · Heft 16 (13.4.1886) · p. Seite 254

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 16 (13.4.1886)
Date
1886-04-13
Page
Seite 254 (sequence 14)
Language
German
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254 vor. Eine große Anzahl christlicher und jüdischer Honorationen aus den hier weilenden Fremden nahm an der Feier Theil. Schade ist es, daß in der Gemeinde selbst seit längerer Zeit eine Spaltung vorwaltet, die auszugleichen selbst Herrn Isidore nicht gelungen ist. — Der Escadronchef, Commandant des 4. Bataillons der Festungsartillerie Adolphe Aron ist zum Grade des Obersllieutenants der Artillerie befördert worden. — Mau schreibt aus Berlin vom 4. April: Gestern feierte?Frau Johanna Wollmann, geb. Louis, das 25jährige Be-! stehen ihres bekannten jüdischen Damenpensionats. Frühere, j sowie jetzige Zöglinge der Jubilarin überreichten derselben eine Adresse, hervorgegangen aus dem Atelier des Herrn Hermann Senger. Abends vereinigte ein Essen im Hotel de Hambourg die Jubilarin mit ihren früheren Zöglingen und deren Ehemännern. Aeuilteton. Vir plaudern aus der'Schule, in Scher) und Ernst, lehruug und Erbauung eröffneten. Erfolg und nachhaltige Bon Mauert Wirkung hingen selbstredend von dem Geschicke, dem Takte des Vortragenden, von dem Stoffe und der Weise des Vordruck verboten.) trageab. V. So glaubte ein Lehrer beispielsweise, daß viele Hinder- Der lange Aufenthalt vor dem Bilde des Grammatikers! nisse und Störungen in den Schulverhältnissen schwinden mit sammt der ihm erwiesenen Ehrenbegleitung von Stelle würden, und die Schule erfolgreicher auf Fleiß, Ordnung, zu Stelle würde eine Verletzung des Stil- und Aufsatzrechtcs Anstand der Kinder einwirken könnte, wenn in dem häussein, welches ein architektonisches Maßhalten zu Gunsten der lichen Kreise, besonders seitens der Mütter mehr Verständniß Harmonie empfiehlt, ivenn nicht ein wesentlicher Zweck hätte erreicht werden sollen. In jenem ist eine ganze Gattung für das Wesen, die Weise und die Wichtigkeit einer guten Erziehung erweckt sei, und er meinte ferner, daß eine Berepräsentirt; den Unterschied macht nur das Material; ob! lehrung über geistige und leibliche Pflege im Hause doch Oel-, Farbendruck, Tusche oder Kreide, welche je »ach der jeder Mutter von großer Anziehungskraft sein müsse. Nach. Liebhaberei für den Geographen, oder Mathematiker oder dem j dem er sich in derlei Gedanken so fest eingesponnen und fleißigen Sammler von Weisheits- und Volkssprüchen, oder ■ sich dafür stark erwärmt hatte? legte er der Frau Vorsteherin den Geschichtsklanber und dergleichen genommen werden kön-! zur Gründung eines Franenvereines ein Statut von nur vier neu. In dem Einen ist, wie in den übrigen seines Gleichens! Paragraphen vor, in höchstens zehn Zeile» abgefaßt. Wer und Herkommens aus genannter Schule ein Zug geistiger' zu viel giebt, sagte er sich, der giebt nichts, und wer zu viel Regsamkeit zu erkennen, ein Streben nach intellectueller Selbstverlangt, verlangt nichts, und die Masse von Gesetzen und Vervollkommnung; ivelche nicht nur den Schulen, an denen > Verpflichtungen werden leicht zu einer unverständlichen, sie wirkte», zu Gute kam, sondern auch in den Gemeinden lästigen Steuer. — Er brachte also einen Verein der Wohlden Sinn für die geistigen, allgemeinen Interessen des Judenthätigkeit mit monatlich zwei Borträgen zu Stande, thums weckte. Die Einführung der jüdischen Lectüre wurden An dem ersten Vortrags-Abend behandelte er erklärend von den jungen Lehrern wesentlich gefördert; ihnen warleinen Text aus einem hebräischen Werke; am zweiten nahm Plummer l. die Allgemeine Zeitung des Judcnthums als! er ein Erbauungsbuch in rein deutscher Sprache, trug vor Band geistiger Gemeinschaft unentbehrlich, und da bei man-!und erläuterte; am dritten spielte er seinen Bortrag auf das chem die ökonomischen Verhältnisse ein ernstes Wort gebie-! pädagogische Gebiet hinüber und unser Mann nahm zu seiner terisch mitrcdcten, so wünschten sie, das Gute nicht für sich! großen Freude wahr, daß der von ihm in der Frauen-Chebra allein zu haben, sie warben Mitleser in der Gemeinde. Und eingeführte Fremde, der Bortrag über Erziehung nämlich von durch dieses Blatt, welches die laufende Geschichte des Judenthums und die damit verwebten, gründlich behandelten Zeitfragen bot und bietet, lenkte sich die Wahl auf Erzeugnisse der jüdischen Erbauuugs- und Unterhaltungsliteratur. Die Verbreitung der jüdischen Literatur und die daraus resultirende Förderung der allgemeinen Bildung wurde durch ein zweites Mittel erstrebt — (beide Mittel ergänzen sich gegenseitig). Es tvurden Vereine, Männer- und Frauenchebroth, welche, namentlich letztere, neben der Bethätigung den Damen sehr gut ausgenommen wurde, denn nach dem Vortrage wurde von einigen Zuhörerinnen noch manche Frage über den Neuling gestellt. Dabei sagte der Herr Lehrer, daß es ihn recht sehr freue» würde, wenn auch während des Vortrages in der Folge Fragen an ihn gerichtet würden. So wurden in der Frauen-Chebra wichtige Erziehungskapitel im Allgemeinen und speziell des Judenthums behandelt. — Eines Abends meinte sogar die Vorsteherin, sich an den Lehrer wendend, solche Vorträge könnten auch den erwachsenen der Wohlthätigkeit, ein weites und fruchtbares Feld der Bej Töchtern nicht schaden, weshalb sie für sich und im Namen

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