Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 12 (16.3.1886)
- Date
- 1886-03-16
- Page
- Seite 191 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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191 später ettt Lehrerseminar verbunden wurde. — Einzelne Jünglinge bildeten sich autodidaktisch vor und erlangten durch einen wohlgesinnten Schulpfleger oder auch als Externe vor einer Lehrerprüfung an Seminarien das Lehrerzeugniß und damit die Concession den Kindern einer israelitischen Gemeinde den Elementarunterricht ertheilen zu dürfen. In Seminarien wurden sie der Regel nach nicht zugelassen.— Nur Diesterweg, dieser große Gelehrte, verdienstlicher noch als Pädagoge, denn er wirkte bestimmend auf die deutsche Volksschule, als edler Mensch und Humanist, mit der Klarheit eines Lessing und dem Herzen eines Pestalozzi, dieser einzige Mann nahm auch israelitische Jünglinge „gern" in sein Seminar „als Gäste" auf, „nur als solche durfte ich sie aufnehmen", sagt er; und daß er es that, wurde ihm als Anklagepunkt schwarz angestrichen. — Diesterweg war innigst verbunden mit Berthold Auerbach, dessen vorzüglicher, aber am wenigsten gelesener Roman „Neues Leben, eine Lehrgeschichte" die Lehrer angeht und keinem Lehrer unbekannt sein sollte, denn er birgt viele, viele pädagogische Goldkörner. Durchgreifend für die Einrichtung von israelitischen Elementarschulen durch Lehrerbildung wurde die Gründung des israelitischen Lehrerseminars zu Münster durch den edlen Professor und Arzt, Haindorf, er war ein Arzt in der schönsten Bedeutung des Wortes, im leiblichen, mehr noch im geistigen Sinne. Diese Zeitung hat häufig von der schönen Schöpfung Haindorfs Notiz genommen; kurz nach seinem Tode brachte ein israelitisches Schulblatt in einer Folge von Artikeln Nachrichten über Haindorf, seine Anstalt, deren Lehrer und Leistungen, und neueren Datums ist darüber zu lesen in: „Rheinische Blätter für Erziehung und Unterricht", März- und Aprilheft 1885, — „die Marks-Haindorfsche Stiftung, eine Lehrerbildungs-Anstalt." — (Rheinische Blätter von Diesterweg. Verlag von Moritz Diesterweg in Frankfurt a. Main.) Auf dieses Blatt glauben wir aufmerksam machen zu sollen; abgesehen von der Ehrenpflicht, sollte diese gediegene, in echt humanem Geiste, nach dem Tode Diesterwegs von Wichard Lange fortgcführte und jetzt von Richard Köhler redigirte pädagogische Zeitschrift keinem Lehrer fremd sein. (Fortsetzung folgt.) Anzeigen. Ty% 4werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- AllÖOX uilv folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Eudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Die hiesige jüdische Gemeinde beabsichtigt noch einen p8.1339 Prediger mit einem Gehalte von jährlich 4500 M. anzustellen. Hierauf Reflectirende, jedoch nur solche, welche sich auch im Besitze der rabbinischenQualification befinden, werden ersucht, ihre Meldungen unter Beischluß entsprechender Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand — Berlin IS-., Oranienburg erstraße 30 — bis Mitte April er. gelangen zu lassen. Berlin, den 3. März 1886. Der Vorstand drr jüdischen Gemeinde. Offene Cantorstelle. Wir suchen per sofort einen musikalisch gebildeten Cantor. Seminaristisch gebildete Elementarlehrer erhalten den Vorzug. Der fixe Gehalt beträgt Mark 1200. Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse alsbald melden. sF. 168 Alzey, den 3. März 1886. Der Vorstand der isr. Religionsgemeinde. Schüler, welche eine der hresigen vorzügl. Schulen (Gyninas., Realsch. I. Ordn. u. Gewerbesch.) besuchen wollen, finden liebev. Pflege u. Erziehung, sorgfältige Beaufsichtigung event. gründl. Nachhnlfe bei sK.116 »• Call». ' L-hnr u,P»d, Hagen t. W Erledigte DWw-Wdim-Me. Die Rabbinerstelle des Rabbinats-Bezirkes Burgkunstadt, welcher die israel. Cultusgemeinden der Bezirks-Aemter Lichtensels und Kronach umsaßt — mit dem Wohnsitze in Burgkunstadt — wird andurch zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. [3JM22 QuaUficirte Bewerber um dieselbe wollen ihre Gesuche unter Anlage der erforderlichen Zeugnisse bis längstens 15. April a. c. bei unterfertigter Verwaltung einreichen. Der vom Distrikte fixirte Jahresgehalt beträgt M. 100 X— ferner „ 300— Theueiungs-Zulage und „ 540.— Staats-Zuschuß, wie solcher den seitherigen Rabbiner geleistet wurde. Außerdem bezieht der aufzustellende Kandidat die nicht unerheblichen Accidentien, von der Gemeinde Burgkunstadt einen Wohnungszuschuß von M. 100.— in provisorischer Weise und steht in die Möglichkeit größeren Verdienstes durch Privat-Unterricht in Aussicht. Burgkunstadt, 28. Februar 1886. * Israelitische Kultus-Verwaltung. _ Salomon Rothschild._ Jsr.Töchter-Pensioiltrt u. Ho Here Unterrichts-Anstalt. Gegründet 1864. — Ausnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. Frau Direktor Therese Gronau, Lerlin, Hindersmstr. 11, Königsplatz. Jacobson-Schnle. Seesen «t. Harz. Das neue Schuljahr an unserer mit einem Alumnat verbundenen, zur Ausstellung von Zeugnissen für den einjährig-freiwilligen Dienst berechtigten Realschule beginnt am 4. Mai. Auskunst über die Ausnahme von Pensionären ertheilt Die Direktion. Pensionat und Höhere Töchterschule von Frau Dr. Lederso» in Hannader, Thiergartenstraße 3 und 4. ' Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. "