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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-03-09 · Heft 11 (9.3.1886) · p. Seite 175

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 11 (9.3.1886)
Date
1886-03-09
Page
Seite 175 (sequence 15)
Language
German
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175 Jeuilleion. Vermischtes. Rabbi Falk in England. Vor Kurzem erschien ein Buch „Geschichte der Deutschen in England" von vr. Karl Schaible (Slraßburg, Trübner 1886). Unter den „abeuteuerlichen Deutschen", die im 18. Jahrhundert nach England kamen, ragt in kühnen Umrissen unter Andern die Gestalt des Doctor oder Rabbi Falk heror, des Wundermannes, von dem in seiner Zeit viel gefabelt wurde. Er lebte in großer Pracht, in einem ansehnlichen Hause, von vielen Dienern umgeben und gab viel für die Armen. Seine merkwürdige Erscheinung, in langem Gewand, mit langem, wallendem Bart, seine edle Gestalt, machte einen gewaltigen Eindruck. Wahrscheinlich war er ein großer Chemiker und machte auf diesem Gebiete einige außerordentliche Entdeckungen. Ein schöner Zug verdient Erwähnung. Er kam von Fürth, in Bayern, war arm und seine Mutter starb kurz vor seiner Abreise in größter Armuth. Sie wurde auf Gemeindekosten begraben. Die jüdische Gemeinde bewilligte ihr jedoch auf Bitten des Sohnes ein Begräbniß, wie es nur vermöglichen Verstorbenen zukam. Die Ehre, welche die Gemeinde seiner verstorbenen Mutter erwies, vergaß Falk nie in seinem Leben, und sobbald er in London bei Mitteln war, sandte er eine Summe an seine Heimathsgemeinde, um die Begräbnißkosten für seine Mutter zu zahlen. Ja, er hinterließ selbst ein Legat, in Anerkennung dieses Dienstes, und bis auf den heutigen Tag erhält die jüdische Gemeinde in Fürth jährlich 4 Pfd. 12 Sh., tvelche die ltnitsä Synagogue von England nach Bayern schickt. (Kann ein Correspondent, etwa aus Fürth, Näheres über diesen R. Falk mittheilen? Red.) Wie Namen entstehen. Unter der in Nr. 50 vor. Bds. und Nr. 4 dieses Bds. Ihres geschätzten Blattes gebrachten Rubrik: „Wie Namen entstehen" dürfte die originelle Entstehung meines Familiennamens auch gehören. Ich erinnere mich nämlich noch, wie mein seliger Vater mir vor ca. 50 Jahren, als ich kaum 10 Jahre alt war, erzählt hat, daß mein Großvater in dem kleinen Städtchen Gock bei Cleve Baal tekeia war und als Schofarbläser in der ganzen Gegend excellirte. Es war dieses sogar der städtischen Behörde bekannt, und als mein Ahne benamst werden sollte, da verfügte der Bürgermeister nach langem Hin- und Herreden, daß, weil er der berühmte „Mann" mit dem „Horne" sei, er fortan „Hornemann" heißen solle. I. Hornemann. Anzeigen. werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächstllidvi folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Eilialen in Berlin etc. zu adressiren. Aufforderung. Aus dem Braut - Ausstattuugs - Legat des sel. Herrn Samuel Jacob von hier wird im bevorstehenden Frühjahre die zweite Zinsenquote ad Mark coo zur Vergebung gelangen. — In erster Linie haben Bewerbungen aus! der „Familie" des Stifters und bei deren! Ausbleiben solche aus der „Familie" der! sel. Ehefrau des Stifters, Caroline Löb Moses, den Vorzug. [£c.732 Die resp. Bewerberinnen haben sich in portofreien Briefen unter Beifügung amtlich beglaubigterDocumenteüberihreresp.Verwandtschast, ihre Dürftigkeit u. ihre sittliche Führung spätestens bis Ende März d.J. bei uns zu melden. Neuwied, den 22. Februar 1886. Das Luratorium der S.Iacob'schen Stiftungen: AdolphReinach. Gustav Götzel. S J. Cohn. Eilrdi-Ie PißMs-Kildbmkl-ZIkllk. Die Rabbinerstelle des Rabbinats-Bezirkes Burgkunstadt, welcher die israel. Cultus gemeinden der Bezirks-Aemter Lichtenfels und Kronach umsaßt — mit dem Wohnsitze in Burgkunstadt — wird andurch zur Wiederbesetzung ausgeschrieben. sM.122 Qualifieirte Bewerber um dieselben wollen ihre Gesuche unter Anlage der erforderlichen Zeugnisse bis längstens 15. April 2. c. bei unterfertigter Verwaltung einreichen. Der vom Distrikte fixirte Jahresgehalt beträgt M. 1000. — ferner „ 300.— Theuerungs-Zulage und „ 540— Staats-Zuschuß, wie solcher den seitherigen Rabbiner geleistet wurde. Außerdem bezieht der aufzustettenke Kandidat die nicht unerheblichen Accidentien, von der Gemeinde Burgkunstadt einen Wohnungszuschuß von M. 100.— in provisorischer Weise und steht in die Möglichkeit größeren Verdienstes durch Privat-Unterricht in Aussicht. Burgkunstadt, 28. Februar 1886. Ilrcrekitifche Kuktus-Vevwcrktung. Salomo» Rothschild. nn m „u m d-r Zfr.TSchter-Penfionatu.HöhereNnterrichts-Rnstalt. büraerlicken Kücbe und in Hausarbeiten! Gegründet 1864. - Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. Direktor Therese Gronau, Serlin. Hindrrsmstr. 11. Äönigsplah. durchaus erfahrenes streng religiöses isr. Mädchen gegen gutes Salair. sLc784 L. Koppel - Bamberger, Hamm i. Wests. Jacobson-Schute. Seesen a. Harz. Das neue Schuljahr an unserer mit einem Alumnat verbundenen, zur Ausstellung von Zeugnissen für den einjährig-freiwilligen Dienst berechtigten Realschule beginnt am 4. Mai. Auskunst über die Ausnahme von Pensionären ertheilt Dje Dirktlion.

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