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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1886-03-02 · Heft 10 (2.3.1886) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
50 (1886)
Issue
Heft 10 (2.3.1886)
Date
1886-03-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Allgemeine Zeitung des Iudenltiums. Ein unparteWcs Organ für alles jüdische Interesse. Diese Zeitung erscheint wöchentlich, i Preis vierteljährig » Mark. Abonne- ' ment in Deutschland (Postzeitungsliste Ntr. 1I'>) und Oesterreich bei allen Postämtern, außerdem durch den Buchhandel. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Wlippson in Bonn. KXpeöition: Leipzig, Woßptcrh 18. In redactionellen Angelegenheiten | wende man sich an vr. Philippson in ' Bonn direct, in nllen übrigen an die > Verlagshandlung. Beilagen (Gebühr! 12 M.) sind gleichfalls an letztere! einzusenden. 50. Jahrgang. Leipzig, den 2. März 1886. Nr. 10. Inhalt. Leitende Artikel: Die kosmoreligiösen Beziehungen bei Jesaias II. — Zur Judenfrage, nach den Akten des Processes Rohling Bloch. — Die österreichischen Landtage und die Juden. — Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Stuttgart, Kassel. — Oesterreich-Ungarn: Wien, Pest. — Belgien: Brüssel. — Amerika: Baltimore. — Palästina: Jerusalem, Paris. — B oun: Notizen. — Feuilleton: Menah's Hochzeit. * Üei tVn6(3 Clzt'tßef. Bonn, 24. Februar. Die kosmoreligiösen Beziehungen bei Zesaias II. III. (Schluß.) Nachdem der Prophet sein kosmoreligiöses System entwickelt hat, den Gedankengang, auf welchem er oas allgemeine Ziel, die Verbreitung und Herrschaft der monotheistischen Gotteserkenntniß und der aus ihr fließenden Sittlichkeit in der ganzen Menschheit, mit der besonderen Berufung und den Schicksalen Israels vereinigt, indem dieses letztere durch seine Lehre und sein Geschick zum Werkzeug der göttlichen Weltordnung zu jenem Zwecke diene: ist er sich wohl bewußt, daß er in Israel selbst noch Widerstand gegen seine Ideen findet. Abermals mahnt er in der folgenden Rede (Kap. 46) vom Götzendienste bei dem nahen Sturze Babels ab und ruft ihnen zu: „Bedenket dies, ermannet euch, zu Herzen nehmts, Abtrünnige! Hört auf mich, ihr Herzensverstockte, vom Heil Entfernte!" und (48, 8.): „Weder hörtest du, noch erkanntest du, noch war dein Ohr von je geöffnet, denn treulos bist du und heißest abtrünnig vom Mutterschoße an." Die Situation hatte sich verändert. Cyrus hatte Babel j erobert und abhängig gemacht, es aber nicht zerstört. Aeußere Antriebe, es zu verlassen und nach Palästina zurückzukehren,' wie einst in Aegypten, scheinen die Exulirten nicht gehabt zu haben — desto dringlicher war es, den innern Antrieb z zu wecken und anzureizen. Dem ist der zweite Abschnitt, - Kap. 49-—57) gewidmet. Es . galt, in den Geistern das Bewußtsein, die alleinigen Träger der Gotteserkenntniß zu sein, anzufeuern, und die Ueberzeugung zu entzünden, den Beruf zu haben, diese Lehre der ganzen Menschheit zu verkünden. Darum beginnt dieser Abschnitt mit einem Anruf i an alle Völker: „Höret, Länder, auf mich, horcht auf, ihr Völker in der Ferne!" Und nachdem er Israel als den „Knecht Gottes, an welchem er sich verherrlicht" erklärt hat, versichert er, daß Israel nicht blos zurückgeführt werden soll: sondern „ich mache dich zum Lichte der Völker, daß mein Heil reiche bis an der Erde Saum". „Ich mache dich zum Bunde der Völker, zu den Gefangenen zu sprechen: Gehet hinaus! zu denen in der Finsterniß: zeiget euch!" Der Herr wird Israel befreien und seine Bedrücker untergehen lassen: „auf daß erkenne alles Fleisch, daß ich, der Ewige, dein Helfer und dein Erlöser, der Starke Jakobs bin!" Immerhin begegnete der Prophet dem Einwande-. daß mit der Verbannung i aus dem Lande der Verheißung, mit der Knechtschaft und! Zerstreuung Israels der Bund Gottes mit Israel aufgehört habe und eine Zukunft für das letztere nicht bestehe. Darum ruft er den Zweiflern zu: „Um eure Sünden seid ihr verkauft, um eure Missethaten ward eure Mutter entlassen (der Bund seinem äußeren Bestände nach aufgehoben). Ist zu kurz meine Hand zum Befreien? ist keine Kraft in mir zum Retten?" (50, 1.) Um so mehr soll sich ganz Israel um den Ewigen schaaren: „Denn von mir geht die Lehre aus und mein Recht stelle ich zum Lichte der Völker her. Nah ist mein Heil, meine Hülfe gehet auf, meine Arme richten die Völker, meiner werden die Länder harren und hoffen auf meinen Arm. Der Ewige entblößt seinen heiligen Arm vor den Augen io

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