Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 50 (1886)
- Issue
- Heft 9 (23.2.1886)
- Date
- 1886-02-23
- Page
- Seite 143 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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143 „Vielleicht wünschen Sie mit Ihrer Braut allein zu sein ..Bei dieser kühnen Wendung ließ ich Menah los und wollte mich entfernen; sie hielt mich krampfhaft fest, aber die Bahn war geebnet und der Babuschier betrat sie. Er faßte nach Menah's Hand, die mit meinem Beistand auch endlich in der seinen ruhte — es war eine Verlobung ohne Worte. Da der Bräutigam zu meinem großen Erstaunen keine Anstalt machte, Menah einen Kuß zu geben, ein Kuß aber denn doch zu einer richtigen Verlobung gehört, so umarmte ich das liebe Geschöpf, ehe ich mit dem genügsamen Pantoffelhändler zugleich das kleine Hans und die „glückliche" Braut verließ. (Fortsetzung folgt.) vermischtes. Ein Herzog und ein jüdischer Musiker. Dem „Darmstädter Tageblatt" entnehmen wir folgende Erzählung. Einsender dieses ist in der Lage, vom Großherzog Ludwig II. berichten zu können. Hier lebte ein, auch in weiteren Kreisen berühmter Musiker Herz. Jahrzehnte hindurch war er Dirigent der Hofball-Musik. Früher pflegten Hosbälle manchmal im Schloß Kranichstein oder auch auf dem Karlshof abgehalten zu werden, und zwar fast jedesmal Samstags abends. Nun war Herr Herz zwar ein aufgeklärter Mann, der einer freieren Ansicht über das Judenthum huldigte, dennoch aber beobachtete er die hergebrachten jüdischen Sitten und Gebräuche und demgemäß auch die Sitte, am Sabbaih nicht zu musiziren, zumal in seiner Truppe noch mehr jüdische Musiker mitwirkten. Das war dem Großherzog Ludwig II. wohl bekannt, daher ließ er, die religiösen Anschauungen anderer schonend, nicht eher den Ball beginnen j als bis nach Ausgang des Sabbaths, dh. bis der Tag! eingetreten war. Als Zeichen hiervon galt es, wenn 3 Sterne I am Himmel standen, d. h. sichtbar waren. Der Großherzog!ging öfters an's Fenster, suchte die 3 entscheidenden Sterne zu erspähen, und erblickte er sie, so kam er mit gewohnter Liebenswürdigkeit und Herablassung herbei und sprach: Herr Herz, man darf anfangen, es stehen drei Sterne. Selbstverständlich hat die anwesende Ballgesellschaft jedesmal diesen Moment mit Freuden begrüßt. M. Anzeigen. Qpyiri 4werden mit 20 Pf. für die dreigespaltene Petitzeile berechnet und müssen für die nächst- JLlAötSA Ct; LtJ folgende Wochennummer bis spätestens Donnerstag eingehen. Dieselben sind ausschliesslich an die Annoncen-Expedition von Rudolf Mosse in Leipzig oder deren Filialen in Berlin etc. zu adressiren. Bei der hiesigen Synagogengemeinde ist die Stelle eines RüVÜtltLA, der zugleich Religionslehrer und Schächter sein muß, vom 1. Mai d. I. vacant. Die Stelle ist fest mit Mk. 900 jährlich dotirt, außerdem noch mindestens Mk. 600 Nebeneinnahme. [58.739 Bewerber, nur Reichsangehörige, wollen an den Unterzeichneten Vorstand ihre Zeugnisse bis spätestens den 15. März d. I. einsenden. Zielenzig, 3. Februar 1886. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. M. A. Marcus, Vorsitzender. Vacan;. Die Synagogen-Gemeinde Tilsit sucht zum Antritt per 1. Juni c. einen Kantor, der auch geprüfter Elementar- und Religions- Lehrer, sowie auch yp-.n'a amp u. mw sein muß. Gehalt 2000 Mark jährlich. Reflectanten wollen sich gefälligst bald unter Einreichung ihrer Zeugniß-Abschristen melden. Neisespesen werden nur den Gewählten erstattet. [La574 Tilsit, den 25. Januar 1886. , Der Vorstand. Glaser. Sklower. Wasbutzky. fTeciinlciim A/liftt weida SACHSEN, Fachschule für Masdiinen-Teclmiker Eiulriu: Apii^Oclobcr. Pensionat und Höhere Töchterschule von Frau Dr. Leversou in Hannover, Wergartenstraße 3 und 4. —■ Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. 1 Jsr. Töchter-Pensionat u. .HöhereUnterrichts-Anstatt. Gegründet 1864. — Aufnahme von Zöglingen zu jeder Zeit. — Prospekte auf Wunsch. Frau Direktor Therese Gronau, Berlin, Hinöersmstr. 11, Mnigsplal;. Zfr.Pensionatu.HöhereTöchterschule von Geschw. Sobernheim in Bingen <t. Rhein. - Pensionärinnen können zu jeder Zeit eintreten. und Carneval - Gegenstände, komische Mützen Orden, Knallbonbons, Masken, Perrücken, Touren, Attrapen, Eostüme aus Stoff, Bigotphones und alle weiteren Specialitäten empfiehlt die Fabrik von Gelbke & Benedictus, Dresden« Jllustr. deutsch, u. franz. Preiseourante gratis u. srco. Eine gepr. Erzieherin (mos.), mit guten In meinem Erziehungs - Institut für Zeugnissen wünscht zum 1. April oder früher Töchter sind wieder einige Stellen frei, ein Engagement anzutreten. Offerten unter! Frau Wassermann, Berlin, Oranienburger- E. L. Colberg, Markt 12.! straße 56 a part. [$8.747 Comloii