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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-12-28 · Heft 52 (28.12.1869) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 52 (28.12.1869)
Date
1869-12-28
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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33. Jahrgang. Allgemeine M. 52. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 28. December 1869. Diese Zeitung erscheint Wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit! 1/ü Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Aue Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Mit dem Januar 1870 beginnt die „Allq. Zeitung des Judenthmns^ ihren 34. Jahrgang, und ersuchen wir um rechtzeitige Bestellung, damit in der ungestörten Zusendung keine Verzögerung eintrete. Die Expedition der Allg. Zeitung des Judenthums. Baumgartners Buchhandlung in Leipzig.) Inhalt. Leitende Artikel: Der Moment und einige Bemerkungen dazu. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bonn, Fürth , Stuttgart. — Oesterreichis ch - ungarische Monarchie: Pest-Ofen. — Rußland: Von der polnischen Grenze. Feuilleton-Beilage: Zwei Skizzen aus der Religionsgeschichte Schwedens. (Schluß.) — Die Industrie, die Quelle der Toleranz. — Vermischtes. Leitende Artikel. Bonn, den 19. December. Der Moment und einige Demerkungen dazu. „Tag strömt Tag die Rede zu, Nacht zeigt Nacht Erkenntniß an." Diese Worte des Psalmisten, die allerdings einen höheren Inhalt haben, mögen wir einmal ganz besonders auf unsre Zeit anwenden. In dieser bringt fast jeder Tag sein Neues, was die allgemeine Aufmerksam- | feit erregt, und womit man sich lebhaft beschäftigt. Die j Menschen sind in unsrer Zeit sehr reizbar; das Interesse allgemein, und jedes Ereigniß wird von Allen ausgenommen und empfunden. Dahingegen fehlt es an Dauerhaftigkeit der Theilnahme. Das Interesse wird ebenso schnell erschöpft, aufgezehrt, und sieht sich bald nach neuer Nahrung um. Was nur eine kurze Zeit wiederholt besprochen worden, wird den Leuten langweilig, es sei denn, daß es die Leidenschaften gar mächtig aufregt und die Entwickelung die Spannung aufrecht erhält. Daher ist es besonders der Moment, der für unsere Zeit Wichtigkeit hat, und erst spät wiederkehrt, wenn er versäumt worden. Es ist nicht schwer, in unserer Zeit Etwas auf die Tagesordnung zu bringen, desto schwieriger, es darauf zu erhalten. Wer dies verabsäumt, wird seine Angelegenheit bald verdrängt finden, und es wird die höchste Anstrengung kosten, sie wieder in das Gedächtniß und das Interesse des Tages zurückzubringen. Es ist jetzt Alles so schnell abgethan und vergessen, das Gute wie das Schlimme. Wir erkennen darin keinen Charakterfester unseres Geschlechtes, sondern eben nur die nothwendige Folge, daß die jetzigen Menschen sich für Alles interessiren, und dessen eine

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