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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-12-07 · Heft 49 (7.12.1869) · p. Seite 980

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 49 (7.12.1869)
Date
1869-12-07
Page
Seite 980 (sequence 4)
Language
German
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980 12) Dr. med. Samuelson. 13) Geheimer Commerz-Rath Simon. 14) Prediger Dr. Rülf — Memel. 15) Redacteur Silbermann — Lyck. Wir haben diesem Schreiben nur wenig hinzuzufügen. Wir kommen dem Wunsche des obigen Comitss, in die Reihe seiner Mitglieder einzutreten, gern nach, und es bedarf wohl unsrerseits keines Versprechens, daß wir der Angelegenheit auch fernerhin unsre ganze Sympathie zuwenden werden. Unsre Leser wißen, und Herr Albert Cohn hat es selbst in Berlin ausgesprochen, daß wir es waren, welche eine Zusammenkunft und vereinigte Besprechung mit den Führern der Alliance israelite nniv. über die Angelegenheiten der westrussischen Juden wünschten und veranlaßten. Es geschah dies auch ganz besonders im Sinne und nach dem Beschlüsse des Gemeindetages zu Leipzig. In dieser nunmehrigen Bereinigung befinden wir uns daher auch in der Uebereinstimmung mit den Mitgliedern des Comites und des Gemeindetages selbst. Was nun die bisher gebildeten und noch sich bildenden Subcomites betrifft, so steht es denselben frei, unmittelbar mit dem Vorsitzenden des Comites zu Königsberg zu correspondiren, oder auch sich fernerhin unserer Vermittelung zu bedienen. Jedenfalls wird es gut sein, wenn die Vorsitzenden der Subcomites uns von Zeit zu Zeit Berichte geben, um sie der Nachahmung und Aneiferung wegen in diesem Blatte veröffentlichen zu können. Gegen den in einer besonderen Beilage zu Nr. 45 abgedruckten Artikel des Herrn Julius Lebegott in Tilsit sind uns mehrfache Erwiderungen eingesandt worden. Es scheint uns aber nicht geeignet, diese Polemik, die an sich für die Heilung der Schäden zu nichts nützt, fortsetzen zu lassen. Sie war am Platze, so lange es sich darum handelte, über die vorhandenen Zustände völlig klar zu werden. Dennoch glauben wir verpflichtet zu sein, einen Gegenstand zur Sprache zu bringen, der zwar einen längst bekannten großen Uebelstand befaßt, aber in der gegenwärtigen Angelegenheit unsres Wissens nicht besprochen, wenigstens nicht genügend betont worden ist, und der gerade von einem, in Westrußland sehr bekannten Manne in einer dieser Erwiderungen hervorgehoben wird. Es ist dies das Unwesen der frühzeitigen Heirathen. Es ist wahrlich unnöthig, hier auseinanderzusetzen, von welchen traurigen Folgen dieses Uebel begleitet ist, und daß es nicht wenig zum Ruin der dortigen jüdischen Bevölkerung beigetragen. Wir wollen hier nur constatiren, daß dieses Unwesen noch immer vorhanden ist, und Knaben, wenn sie kaum das Cheder verlassen haben, verheirathet werden. Dies ist ein Uebel, gegen welches auch von Außen her möglichst gewirkt werden muß. Wenn die dortigen Rabbinen von den Beschuldigungen frei zu sprechen sind, welche man gegen sie erhoben, so ist es doch dieses Uebel, gegen welches zu wirken sie besonders berufen wären, da unter den eigenthümlichen Berhältniffen selbst staatsgesetzliche Vorschriften von geringer Wirkung sind. Das ökumenische Concil. Je näher die Eröffnung dieses Concils des römischen Stuhles rückt, je größer die Zahl der .auswärtigen Bischöfe und Ordensgeistlichen in jener Stadt wird, welche schon so Vieles gesehen, so viele Eitelkeiten der Menschen, die kamen und gingen, so viele Gewaltthaten, welche sich „doch nur Trümmer bauten" (Hiob), so viele Rechtsschöpfungen, die nichts als Rechtsverdrehungen waren oder wurden — desto sicherer wird es, daß zu den vorzüglich beabsichtigten Aufgaben und Resultaten dieser Versammlung gehören soll: die Dogmatisiruug der Unfehlbarkeit des Papstes und des päpstlichen Syllabus. Dies ist es denn auch, was das Interesse an dem Concil geweckt hat und noch erhält. Es sollen die im Syllabus ausgesprochenen, dem ganzen modernen Rechtsstaate zuwider laufenden Grundsätze und die ebenso standhaft bestrittene wie behauptete Unfehlbarkeit des Papstes zu unbedingten katholischen Glaubenssätzen erhoben werden. Im Grunde genommen bedarf es nur der Dogmatisirung der Unfehlbarkeit. Wenn das Concil diese ausgesprochen, kann es nach Hause gehen und braucht nie wieder zu erscheinen. Denn dann genügt es, daß der Papst etwas ausspricht, um es als eine Wahrheit aus dem Munde Gottes jedem Katholiken als unzweifelhafte Norm und Richtschnur seines Denkens und Handelns aufzuerlegen. Dann wäre

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