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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-10-19 · Heft 42 (19.10.1869) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 42 (19.10.1869)
Date
1869-10-19
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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33. Jahrgang. Allgemeine M. 4L. Zeitung -es Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 19. October 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einina l Dienstags, in 2 biS 2Va Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig l Thlr. Inserate-werden mit IV2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Lllle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königs. Sachs. Haupt-Zeitungs-Burcau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel r Der zersetzende Verstand der Juden. II. — Die Auswanderung von Juden aus den westrussischen Provinzen. XI. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Breslau, Bonn, München. — O e st e r r e i ch i s ch - ungarische Monarchie: Wien, Prag, Neu-Berbaß. — Donaufürstenthümer: Jassy. Korrespondenz: Cöln. Feuilleton-Beilage r Die Falascha's oder abyssinischen Juden. (Fortsetzung und Schluß). — Die Juden in Nom während des Mittelalters. — Curiosum. Leitende Artikel. Bonn, den 8. Oktober. Der zersetzende Verstand der Inden. 11. In dem vorigen Artikel zeigten wir an einzelnen großen Erscheinungen, daß gerade umgekehrt der Schöpfer der negirenden und zersetzenden Richtung in der neueren Literatur ein echt deutscher Mann war, und sich bei hervorragenden Geistern des jüdischen Stammes, bei welchen eine kritische Thätigkeit stattgefunden, sich die positive und produktive sofort auschloß, jene nur die Vorbereitung zu dieser bildete. Jndeß sind dies eben nur Individualitäten gewesen; wir müssen daher einen Blick in die Geschichte des ganzen jüdischen Stammes werfen.' Wir haben da zunächst die anderthalb Jahrtausende in Palästina, und als Produkt dieser langen Zeit bringt uns das jüdische Volk die heilige Schrift und die auf diese aufgebaute Religion entgegen. Nun, da liegt es zu Tage, wie entfernt das ganze Wesen des jüdischen Stammes von allem zersetzenden Verstände gewesen. Die Einheit und das Ideale walten hier überall vor. Ein Gott, eine Welt, eine Menschheit, ein Gesetz und Recht, eine Pflicht — also überall die Totalität und diese als Einheit, das ist doch die Compvsition in ihrer höchsten Weise, das ist eine Synthese, wie sie kein anderes Volk geübt hat. Dem gegenüber zerfällt allen Nationen die Gesammtheit der Erscheinungen sofort in Gegensätze und Individualitäten, von der Trennung des Lichtes und der Finsterniß, die durch alle Wesen des Universums reicht, bei den Persern bis zur Vergötterung der verschiedenen Naturkräfte in allen Mythologien und dem Begriff der Dreieinigkeit im christlichen Dogma, und wenn der Buddhismus eine Einheit anerkennt, so ist es ihm eine solche ohne Inhalt, das Nichts, eine völlige Zersetzung und Auslösung. In den Schriften der Bibel aber ist Alles ideal, Alles dem höchsten Ideal zugewendet. Dem Menschen wird Gott, also die höchste Vollkommenheit, zum Ziele gesetzt, Alles zu ihm hinaufgeführt. „In den Wegen Gottes zu wandeln," „heilig zu werden wie Er es ist," „ihn zu lieben über Alles," das ist der Inhalt, der dem menschlichen Streben und Thun gegeben wird. Die Liebe soll den Haß, die Gerechtigkeit den Egoismus überwinden, und das göttliche Recht, denn „Recht und Gericht sind Gottes," alle

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