Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 39 (28.9.1869)
- Date
- 1869-09-28
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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33. Jahrgang. M. 39. Allgemeine Zeitung des Zudcnthvms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 28. September 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einma l Dienstags, in 2 bis 2*/a Bogen. Preis des Jahrgangs -1 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit I '/a Rgr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeituugs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: lieber die praktische Wirksamkeit der Synode. — Die Auswanderung von Juden aus den westrussischen Provinzen. VI11. — Zur Beschneidungsfrage. — L i t e r a r i s ch e r W o ch e n b e r i ch t: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Hamma.d. Lippe, Aus der Provinz Posen, Stettin, Aus Württemberg, Fürth. — Oestersterreichischungarische Monarchie: Lemberg, Brünn. - Donau fürstenthümer: Aus Bukarest. — Frankreich: Paris. — Spanien: Madrid. — Italien: Aus Oberitalien. Feuilleton-Beilage r Zwei kleine Novellen v. Boccaccio. II. — Die Falascha's oder abyssinischen Juden. Leitende Artikel. Vom Main, den 10. September. lieber die praktische Wirksamkeit der Synode.*) In Nr. 32 haben Sie, Herr Redakteur, eine Correspondenz aus Brüssel gebracht, in welcher die Frage aufgeworfen wird, ob die Synode mit ihren Beschlüssen auch faktische Folgen haben werde. Es schien uns damals diese Frage verfrüht. Jetzt aber, nachdem fast ein Vierteljahr vorüber gegangen, möchte sie wohl eher aufgeworfen werden können. Lassen Sie mich davon absehen, daß die allgemeinen Resolutionen der Synode *) Wir geben diese Correspondenz so wie sie uns zugekommen, da sich Jedermann leicht sein Urtheil zu bilden vermag. Die Redaktion. über die Stellung und den Charakter des Judenthums und auch in der Unterrichtsfrage von großem Werthe und ausgedehnter Wirksamkeit gewesen, aber an sich nicht von faktischer Natur sind. Viele Bekenner des Judenthums selbst und noch mehr die Außenwelt sind durch sie über das Wesen unserer Religion aufgeklärt worden, doch immer nur theoretisch. Auch verlange ich nicht, daß jetzt schon die jüdische theologische Facultät zu einem sichtbaren Werke geworden sei. Aber wie steht es mit den übrigen Beschlüssen der Synode? Es ist noch von nirgends her mitgetheilt worden, daß Gemeinden sich diese zu eigen gemacht, oder wenigstens beschlossen und erklärt haben, sie sich zu eigen machen zu wollen. Die Mitglieder der Synode beobachten ein völliges Stillschweigen, und die stenographischen Berichte sind noch nicht erschienen, so daß unterdeß das Interesse für sie sich abstumpfen möchte. Sie werden mir zugestehen, daß es ein mißlicher Umstand ist, wenn eine Erscheinung, die während ihres Daseins eine so allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen, so schnell von ihren eigenen Mitgliedern der Vergessenheit anheim gegeben wird. Man konnte voraussetzen, daß alsbald besonders von dem für die Weiterführung des Synodallebens als Commission eingesetzten Präsidium eine rührige Thätigkeit, eine vielseitige Anregung hätte ausgehen müssen, um das Interesse wach zu halten, die Wirksamkeit zu vergewissern, den ganzen Gedanken zu beleben. Hat sich das Publikum erst gewöhnt, die Sache als abgethan anzusehen, so wird es nicht leicht wieder dafür erwärmt. So aber