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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-09-14 · Heft 37 (14.9.1869) · p. Seite 747

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 37 (14.9.1869)
Date
1869-09-14
Page
Seite 747 (sequence 15)
Language
German
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beten, Weihwasser und Sprengclbesen, er gibt ihm die Weihe der Humanität, die Weihe der Toleranz, die Weihe der Vorurtheilsfreiheit*). Aus Böhmen, im Juli, lieber „die israelitische Schule Böhmens" schreibt mau der „A. Fr. Pr": /dergleichen wir die materielle und sociale Stellung des israelitischen Lehrers mit der des katholischen, so sinden wir, daß Erste rer vornehnrlich in socialer Stellung, aber auch in inaterieller Hinsicht weit hinter dem letzteren steht. Lassen wir einmal die israelitischen Schulen Böhmens Revue passiren. Böhmen hat an ZOO Cultusgemeinden, folglich 300 Schulen. Allein was für Schulen 'sind die meisten? — Winkelschulen!!! Nehmen wir, um das Berhältniß genauer darzustellen, einen Kreis, z. B. den Taborer, der über vierzig israelitische (Gemeinden zählt, folglich vierzig Schulen haben sollte, aber nur fünf, sage fünf öffentliche Schulen besitzt. Warum werden diese Privatschulen geduldet? könnte Jemand fragen. Als Autlvort diene: Wo kein Kläger ist, ist fein Richter. Die Lehrer dürfen in ihren: Interesse die Anzeige nicht erstatten, und die Gemeinden thun es gewiß nicht; so werden sie eben geduldet. An diesen Schulen sind mit wenigen Ausnahmen absolvirte Schüler des zweiten oder dritten Jahrganges der Unter-Realschule oder Oes Unter-Gymnasiums als Lehrer beschäftigt; aber selbst die pädagogisch gebildeten Lehrer an solchen Schulen haben eine solche unsichere und nngegründete Existenz, daß sic jeden Cnrs fiirchteil müssen, das Opfer der Laune ihres Vorstandes zu werden. Jeden Eurs kann man die unglücklichen Opfer sehen, >vie sie, gleich ihren Stammvätern von einst, von Ort zu Ort ziehe», ihr geringes Hab und Gut mit sich führend, nirgends eine dauernde Heimat haben. Daß unter solchen Ver- Hältnissen nicht blos die Lehrer, sondern auch die Schulen leiden, ist wol selbstverständlich. Dies wäre an den Winkelschulcn der Fall, und man sollte glauben, daß es an den öffentlichen Schulen besser ist. Weit gefehlt! An den öffentlichen Schulen sind nach bestehenden Gesetzen wol nur pädagogisch gebildete Lehrer angestellt. Aber wie? Bor solchen Chicanen wie die an den Winkelschulen sind sie gesichert, allein ihre *i Es stimmt dieses Verfahren der israel. Gemeinde zu Ezernowitz ganz mit Gittin 61,1 überein. Redaktion. Lage ist eine traurige. Ihr Gehalt beträgt oft nur 200 bis 300 fl., und man wird gestehen, daß dies zu viel ist, um Hungers zu sterben, aber zu wenig, um leben zu können. Möge eine Aendernng bald eintreten!" Maß dieser Zustand der Schule, namentlich was die Abhängigkeit und den Wechsel der Lehrer betrifft, auch in anderen Ländern mehr oder tveniger vorhanden ist, kann als bekannt vorausgesetzt werden. Und doch behauptete Jemand in der Synode, die jüdischen Gemeinden thäten für das Schulwesen schon genug, mehr als die örtliche» Gemeinden, und man könne sie sich hierin getrost selbst überlassen! RedaktJ Aus dem Tokayergcbirge, im Aug. iPrivatmitth.' Seit der Bclvegung vom vorigeil Jahre hat in unserem Gebirge eine solche dumpfe Ruhe Platz gegriffen, daß der Eongreß mit seinen bis in den Himmel gehenden Wogen kaum noch verspürbar ist. Eine ähnliche Wahrnehmung läßt sich i>u gailzen Lande machen, und haben Männer, die an der Spitze der Agitationen standen, es für gut gefunden sich ganz znrückznziehen und der Sache ihren freien Lauf zu lassen. Der „Magyar Zsid-'." mit dem „Glanbenslvächter", dem Hunderte und tausende von Gulden vom Lande im vorigeli Jahre zuflossen, steht verwaist da lind kaum verirrt sich noch ein Blättchen oder eine Bekanntmachung des heiligen Vereines in die Provinz. Aus ist es für immer mit all dein Spuk und all den Hirngespinnsten übertriebener Köpfe, und ob der Eongreß mit seiner Eentralisationsmaschine auf schnlmännischem Gebiete zu »virken vermag, vermögen wir ebenfalls im vorhinein nicht zu benrtheilen, da die Orthodoxie in Ungarn für Simultansehulen schwärmt und die Neuorthodoxen, die einzigen Vertreter der confessionellen Schulen int Lande, nur noch einen kleinen Halt haben, da ihre Spitze so eben Eisenstadt verläßt, um nach Berlin zu ziehen. Woher es gekommen, daß Herr Di-. Hildesheimer, der Vertreter der Neuorthodoxie in Ungarn, Eisenstadt nach i 8 jährigem Wirken verlassen hat, von dem wissen nur Eingeweihte zu erzählen, und ist uns nur so viel zu Ohren gekommen, daß Hildesheimer im Eongresse sich um die Sympathie der Orthodoxen Ungarns gebracht und daß die Preßburger, Njhelher und Unghvürer Oberrabbinen, die bisher mit den Spitzen der Neuorthodoxen durch ihre Unterrabinen in Correspondenz standen, seit dem Eon-

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