Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 35 (31.8.1869)
- Date
- 1869-08-31
- Page
- Seite 702 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3224737-3226690-3226726--27539-3263123- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
702 Richter sicher zustellrri, sollten dieselben auch kein Ehrenamt annehmen dürfen. Mocsäri bemerkte hiezu, daß in diesem Falle Protestanten, als Richter, keine Jnspectoren ihrer Kirche, Juden keine CultusvorstLnde sein und Katholiken an der Einflußnahme auf ihre kirchlichen Angelegenheiten, die doch durch Regelung der Autonomie eben geschaffen werden soll, nicht participiren könnten — worauf das Haus beschloß, daß die Richter unbesoldete Kirchenämter annehmen dürfen. Ad vocem Reichstag drängt es uns, zu constatiren, daß der erste ungarisch-jüdiicheDeputirteMoritz Wahrmann unsern Glaubensgenossen alle Ehre macht. Seine Jungfernrede hielt er bei Berathung des Gesetzentwurfes über die neuzuprägenden Goldmünzen. Dieselbe war von solcher Wichtigkeit, daß das ganze Haus ihm den lebhaftesten Beifall zollte und das Lob Wahrmanns in der gesammten Presse wiederhallte. Vermöge des diese Rede durchwehenden liberalen Geistes nannte ihn das Organ 'der Linken ein Ehrenmitglied der Opposition iWahrmann gehört der Rechten oder Deukpartei an). In Würdigung der vielseitigen Befähigung Wahrmann's wählte ihn der Reichstag in die 15er Finanz- und in eine Gerichtscommission, ferner in die Delegation für die gemeinsamen Angelegenheiten. Als diese sich constituirte, ward er wieder in die Commission für die Militärangelegenheiten und in das 5er Subcomit^ dieser Commission gewählt. Der Deäkclub endlich entsendete ihn in das 6er Zeitungscomit6. — Unter den Errungenschaften auf dem Gebiete der Gleichberechtigung steht dieses Mal obenan die Ernennung des Lipt6-St. Miktöser israelitischen Oberlehrers Wilhelm Schick zum zweiten Inspektor über sämmtliche Volksschulen schriftliche und jüdische) in den beiden Comitaten Lipto und Sohl, ein Gebiet, das 88 luM. umfaßt, also an Flächenraum größer ist, als die drei deutschen Kleinstaaten Lippe, Neuß und Waldeck, und 5 k. Freistädte, 18 Flecken nebst 320 Dörfern zählt; ferner berief der Unlerrichtsminister den Pester israel. Präparandenlehrer Abraham Lederer in die Commission zur Beurtheilung der, infolge einer seitens der Negierung ergangenen Preisausschreibung, eiugelangten neuen Volksschulbücher. Von dieser Commission wurde der genannte tüchtige Pädagog hierauf in das 5 er Subkomits zur endgiltigen Redaction der preisgekrönten Werke gewählt. (Schluß folgt.) Anzeigen. Die erste Lehrerstelle an der hiesigen israelitischen Elementarschule, mit welcher ein Gehalt von 250 Thlrn. nebst freier Wohnung verbunden, ist vacant und Aussicht, daß das Einkommen erhöht werden wird. Für hebräischen Unterricht sind 50 Thlr. ausgesetzt. Bewerbungen sind an Unterzeichneten Schulvorstand zu richten. Meseritz, den 20. August 1869. Seelig Kupfer. Lehrer-Gesuch. An der jüdischen Lehrerbildungs-Anstalt zu Düffeldorf soll noch ein wissenschaftlich und didaktisch tüchtiger Lehrer angestellt werden. Gehalt 4OO Thlr. Unverheirathete Bewerber wollen vor dem 15. September d. I. Zeugnisse über Befähigung und bisherige Wirksamkeit an nnsern Vorsitzenden Herrn Banquier Jac. Simon in Düsseldorf einsenden. Ter Vorstand des Vereins zur Unterhaltung des Seminars. I. Simon. Lehrer-Gesuch. Die Stelle eines Elementarlehrers, verbunden mit Eanterdiensten ist bei der israel. Gemeinde zu Euskirchen sofort oder pr. 1. Octbr. <r. neu zu besetzen. Qual. Bewerber belieben ihre Offerte und Zeugnisse franco bei dem Vorsteher Herrn A« Wallach daselbst einzureichen. Ein examinirter Lehrer, in den besten Jahren, unverheirathet, welchem die besten Zeugnisse zur Seite stehen und der außer den Realien noch im Englischen, so wie in den Anfangsgründen des Französischen, der Musik lKlavier u. Violine) unterrichtet, sucht eine Passende Stelle. Franco-Offerten beliebe man unter Chiffre A. B. .36. an die Exped. v. Blattes zu richten. Zum Herbste (■pia-i'ro n'S) d. I. wird die hiesige Religionslehrer-, Vorbeter- und Schächterstelle — mit 150 Thlr. Gehalt, freier Wohnung, Kost und cirea 20 Thlr. Schechita — vacant. Reflectanten wollen das Nähere verhandeln mit dem ^Vorstände zu Penzlin (Mecklenburg.)