Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 33 (17.8.1869)
- Date
- 1869-08-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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33. Jahrgang. Allgemeine M. 33. Zeitung des Audcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 17. August 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'^ Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig I Thlr. Inserate werden mit t % Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sächs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Iftär3 Die Abonnements - Anmeldungen für das fünfzehnte Jahr des Instituts (1. Mai 1869—1. Mai 1870) lausen in erfreulichster Weise ein. Um so mehr ersuchen wir die mit ihren Anmeldungen noch zurückstehendeu Herren Agenten, mit ihren Bemühungen gefälligst bald vorzugehen, und uns gefällige Anzeige zu machen. Das Institut zur Förderung der ifrael. Literatur. Inhalt. Leitende Artikel: Wie steht es? — Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. - Correspondenz über die Synode II. — Die Auswanderung von Juden aus den westrussischen Provinzen II. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Düsseldorf. — Oesterreichischer Kaiserstaat: Pest.— Schweiz: Zürich. — Großbritannien: London. — Serbien: Belgrad. — Frankreick): Paris. Feuilleton-Beilage: Ein Musikant. (Fortsetzung u. Schluß.) Leitende Artikel. Bonn, den 8. August. Me steht es? Nachdem die erste Synodalversammlung vorübergegangen und die an und in ihr gemachten Erfahrungen hinlänglich besprochen sind, legt man sich wohl die Frage vor: wie steht es eigentlich in der jüdischen Glaubensgenofsenschaft? Wir wollen diese Frage in möglichst einfacher Weise zu beantworten suchen. Es ist faktisch, daß gegenwärtig innerhalb der Judenheit eine dreifache Richtung stattfindet: I) derjenigen, welche das Judenthum mit den Werken des Rabbi Joseph Karo (1488— 1575) und des Rabbi Moses Jsserles (1525—1573) für abgeschlossen halten und die in diesen verzeichneten Vorschriften für ewige, unabänderliche Verpflichtungen ansehen; 2) derjenigen, welche die ewigen Grundprinzipien des Judenthums anerkennen, dasselbe aber als der geschichtlichen Entwickelung von Beginn an und immerfort unterworfen und befähigt erachten, und diese Entwickelung auf positiv historischem Boden anstreben; 3) derjenigen, welche das Judenthum als eine geschichtliche Erscheinung betrachten, die, gleich den anderen positiven Religionen und Kirchen, für sie nur eine geschichtliche Bedeutung hat. Es versteht sich, daß alle drei Richtungen in sich verschiedene Nuancen haben. In der ersteren z. B. giebt es in den östlichen Ländern Europas und im Oriente noch eine überwiegende Mehrheit, welche auf dem naiven Standpunkte der stabilen Orthodoxie steht, und yon einem andern Standpunkte noch gar keine