Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 30 (27.7.1869)
- Date
- 1869-07-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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33. Jahrgang. Allgemeine Ah 30. Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 27. Juli 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2>/r Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig l Tbk. Inserate werden mit! % Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haüpt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Synode IV. — Preisfrage. — Literarischer Wochenbericht: Leipzig. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Leipzig, Berlin, Aus Mecklenburg, Heidelberg. — Schweden: Norrköping. Correspondenz r Monatsberichte aus Ungarn. III. Feuilleton-Beilage: Aus der Schlußrede des Vorsitzenden der ersten Synodal-Bersammlung, des Herrn Prof. Dr. M. Lazarus. — Das unterirdische Jerusalem. (Fortsetzung.) — Kleine Mittheilungen. Leitende Artikel. Bonn, den 18. Juli. Die Synode. IV. Nachdem wir in den Nrn. 27—29 einen objektiven Bericht über den Verlauf der Synode und des Gemeindetages gegeben, liegt es uns ob, auch die Ansicht und das Urtheil auszusprechen, welche wir uns aus der persönlichen Betheiligung und unmittelbaren Anschauung gebildet haben. Wir gehen dabei durchaus von keinen persönlichen Motiven aus; wir suchen vielmehr, soweit eS uns möglich ist, einen allgemeinen und unparteiischen Standpunkt einzuhalten. Wir haben es schon früher gesagt, daß wir auch die Synode als ein „Werk von Menschenhänden" betrachten müssen, das immerhin nur Stückwerk zu bleiben und das Ideal nicht ganz auszusüllen vermag, welches wir uns von einem Vorgang unter dem Monde entwerfen mögen. Auch sprechen stets gegebene Verhältnisse mit, so wie die Erwägung, daß es sich nur um eine er ste Versammlung handelt, von der wir voraussetzen, daß sie mehrere Nachfolgerinnen haben, also diesen einen nicht unbeträchtlichen Theil ihrer Aufgaben zu lösen übergeben werde. Unter diesen Bedingungen können wir über den Charakter und Geist, sowie über die Beschlüsse der Versammlung unsere Befriedigung aus ganzem Herzen aussprechen. Wir haben diese Beschlüsse mitgetheilt, und die Annahme unseres Antrages, die über die Unterrichtsfrage angenommenen §§., sowie die Resolution über den Thierschutz und die Schechita sind dem Leser so bestimmt entgegengetreten, daß sie eines nochmaligen Abdruckes nicht bedürfen. Anders verhält es sich mit den Beschlüssen über den Gottesdienst, und es wird unseren Lesern willkommen sein, wenn wir dieselben hier noch einmal übersichtlich zusammenstellen. 1. Alle Vorlesungen aus der Thora geschehen in hebräischer Sprache. Die Kürzung der Thoravorlesungen ist ein unumgänliches Bedürfniß, sei es, daß dieselbe durch die Vertheilung der Sidra auf den Sabbathvormittag und den Sabbathnachmittag, sei es, daß sie durch die Einführung des dreijährigen Cyklus ausgeführt werde. Zu Mincha von Jom Kippur soll nicht mehr 3 Mos. 18, sondern 3 Mos. 19 verlesen werden. Statt des Trop's soll eine sinngemäße, die Accente berücksichtigende Vorlesungsweise stattfinden.