Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 28 (13.7.1869)
- Date
- 1869-07-13
- Page
- Seite 555 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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555 Umstand, daß Anträge zu Gunsten der Alliance isr. universelle Vorgelegen, die Mittheilung, daß er als Vorstand des Localcomitcs in Berlin beabsichtigt hätte, die deutsche Glaubensgenossenschaft zur Theilnahme aufzurufen. In Rücksicht aber auf den zu bildenden Gemeindeverband habe er weitere Schritte zur Zeit sistirt und beantrage: Der Gemeindetag zu Leipzig erklärt dei A. I. U. für segensreich und empfiehlt seinen Mitgliedern dieselbe zu unterstützen. Nachdem Herr Dr. L. Philippson aus Bonn, Herr Klingenstein und der Herr Vorsitzende gesprochen, modificirte Herr Prof. Dr. Lacarus seinen Antrag dahin: In Erwägung, daß die Zwecke der Alliance Israslite universelle im künftigen Gemeindeverbande Deutschlands ihre Behandlung finden werden, erklärt der Gemeindetag, daß er der Alliance dankbare Anerkennung zollt. Dieser Antrag wird angenommen. Ebenso ein weiterer Antrag des Herrn Vorsitzenden dahin: Der deutsche Gemeindetag hält es für eine heilige Pflicht, gleich zu Beginn seiner Verhandlung den Männern zu danken und seine besondere Hochachtung zu bezeugen, denen unsere Glaubensgenossen so tief verpflichtet sind: Adolph Cremieux u. Moses Montefiore. Die Annahme dieses Antrags geschah dadurch, daß sich die Anwesenden von ihren Sitzen erhoben. Herr Stellvertreter Vorsitzender Simon trägt nun seinen Antrag vor, der das Programm des Gemeindetags enthält; diesem ließ Herr Vice-Präsident Dr. Honigmann einen von ihm verfaßten Statutenentwurf folgen, den er auch modificirte. Der Herr Vorsitzende erklärte, daß er und Herr Dr. Jonas zu Gunsten des vorgedachten Entwurfes ihre gedruckten Entwürfe zurückgezogen haben. Auf Vorschlag des Herrn Vorsitzenden wird zunächst die Discussion über den Honigmann'schen Entwurf eröffnet, da der Antrag des Herrn Eisenberg auf Generaldebatte keine Unterstützung fand. Herr Dr. Honigmann verlas die Einleitung seines Entwurfes. Es sprachen Herr Dr. L. Philippson und Herr Dr. Wallner. Wird gegen 1 Stimme angenommen. Passus I ward angenommen, ebenso Pasius 1 in der von Herrn Dr. Honigmann adoptirten Fassung des Simon'schen Entwurfs. Passus Ha wird verlesen. Herr Meyerhvff beantragt, die Unterstützung der gewerblichen Bettelei ausdrücklich auszuschließen. Der Antrag wird nicht unterstützt. Passus II a u. b wird angenommen. Ebenso Passus 3, 4 u. II. Bei Passus III kam der Steuerfuß in Frage. Man erklärte sich nach längerer Debatte dahin, daß der Gemeindebund constituirt sei, wenn 100 Gemeinden mit jährlich 2000 Thalern Beiträgen beitreten und daß 1 °/o von den direkten Steuern contribuirt werden solle. Demgemäß wird Passus III. angenommen. Zu Passus IV. schlägt der Vorsitzende die Wiederaufnahme einer Bestimmung seines ursprünglichen Entwurfs dahin vor, daß der Vorort sich aus Mitgliedern aus Leipzig und der Nähe constituire. Herr Reinach beantragt: die Wahl Herrn Kohner zu überlassen, Herr Kohner seinerseits beantragt, daß die hier vertretenen Gemeinden die aufgewandten Mittel u. die für das Secretariat auflaufenden Kosten übernehmen, soweit letztere die Ausführung der definitiven Constituirung des Gemeindeverbandes betreffen. Man beschließt, daß der Herr Vorsitzende im Verein mit dem Bureau den Ausschuß von sechs Personen zur Publication und Verbreitung dieser Beschlüsse ernenne und übernehmen die Anwesenden die vorgedachten Kosten für ihre Gemeinden. Mit dieser Modification wird Pasius V. des Dr. Honigmann'schen Entwurfs angenommen. Es wird sonach der gesammte Honigmann'sche Entwurf angenommen. Der letztere wird sofort gedruckt werden, hiermit ward die heutige Sitzung geschlossen und eine weitere Sitzung auf Morgen 8 Uhr beantragt. Nach Vorlesen genehmigt und unterzeichnet. Antrag für den Gemeindetag. Die zum Leipziger Gemeindetag versammelten Vertreter der Gemeinde beschließen die Gründung eines „Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" unter Annahme der nachstehenden allgemeinen Grundbestimmungen für die nächste Wirksamkeit und die weitere Fortentwickelung desselben: I. Der Deutsch-Israel. Gemeindebund erstrebt eine möglichst ausgedehnte Vereinigung von Deutsch-Israel. Gemeinden resp. Cultusverbänden als solchen sowie einzelner Mitglieder zur Erreichung folgender Zwecke: