Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 27 (6.7.1869)
- Date
- 1869-07-06
- Page
- Seite 526 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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526 dent S. Hermann a. New-Aork. Rechtsanwalt u. Gemeindevorsteher Josephthal aus Nürnberg. Prediger Wolf aus Cöthen. Prediger und Lehrer Blurnenau a. Bielefeld. Lehrer Blumenfeld aus Essen. Vorsteher B. Holländer aus Leobschütz. Vorsteher Js. Lamm aus Erfurt. Vorsitzender des Vorstandes Wilhelm Moos a. Erfurt. Vorsteher M. Meyerhof a. Hildesheim. Lehrer I. Klingenstein a. Odernheim. Vorsteher Landesmann aus Teplitz. Vorsteher Philipp Würzburger a. Bochum. Kreisvorsteher Herz Heß aus Rotenburg. Stadtrath u. Gemeinde-Vorsteher Benni Burchard aus Landsberg. Vorsteher Isaak Levr a. Aachen. Vorsteher Jonas Valentin aus Nienburg. Herzog!. Landesrabbiner Moritz Dreifuß a. Walldorf. Rabbiner Dr. Mayer a. Coswig. Rabbiner Dr. Gustav Philippson a. Berlin. Vorsteher Bauer aus Teplitz. Advokat und Gemeinde-Vorsteher Emil Lehmann aus Dresden. Hofjuwelier Th. Elimeyer aus Dresden. Reverend Prediger M. N. Nathan aus St. Thomas. Kaufmann O. L. Finkelstein a. Leipzig. Lehrer Leeser a. Lübbeke. Syndicus Dr. Honigwann aus Breslau. Banquier Jos. Bondi aus Dresden. Hermann Meyer, Vertreter der Leipziger Gemeinde. Alexander Werthauer, Vertreter der Leipziger Gemeinde. Obergerichtsadvokat Dr. Aronheim aus Braunschweig. F. Spanjer-Herford aus Braunschweig. Rabbiner Dr. Rothschild aus Alzey. Vorsteher Moritz Märker aus Cöthen. Advocat Julius Benfey, Vorst, in Hannover. Daniel Heinemann, Bürger-Vorsteher aus Hannover. 2. Die Eröffnung der Synodr. Die Synode wurde durch einen Gesang eines Männerchors „Jauchzet dem Herrn" eröffnet, worauf der Ortsrabbiner Dr. A. M. Goldschmidt folgende Rede hielt: Freuden- und Friedensgruß den Nahen und den Fernen! Willkommenruf den Brüdern deutscher und fremder Zunge! Glück auf! Denen, die gekommen aus der alten und aus der neuen Welt! Gottes Segen über Alle! Dieser Willkommengruß ist zugleich das charakteristische und Segen verheißende Zeichen unserer Versammlung, die, wie gar Vieles in unserm jüdisch-geschichtlichen Leben, eigenartig, vielleicht einzig dasteht. — Den verschiedensten Nationalitäten und Völkern der Erde angehörig, das Bürgerrecht unter ihnen durch rastlose Arbeit an ihrer Kultur und täglich auf's Neue erringend; eingelebt in ihr Leben; ihr Glück und Unglück aufrichtig theilend und doch in einem Punkte, aber nur in diesem einen Punkte ein Besonderes — in unserer religiösen Aufgabe!! Ohne Ueberhebung, aber mit dem Stolze und dem Bewußtsein, der einer Gesammtheit mit einer vieltausendjährigen Vergangenheit so wohl ansteht, lassen Sie uns hochgeehrte Versammlung, bei dieser Thatsache einige Augenblicke verweilen, die wohl geeignet scheint, Wesen und Bedeutung unserer Versammlung zu erklären, wohl gar zu verklären. Unsere diesmalige Versammlung kann weder von den in den Jahren 1844, 1845 und 1846 stattgehabren Rabbiner-Versammlungen, noch von der Versammlung zu Frankfurt a. M. im Jahre 1865, noch endlich von der vorjährigen Rabbiner-Versammlung zu Cassel — der eigentlichen Geburtsstätte unserer diesmaligen Versammlung — losgelöst, geschweige denn ohne sie begriffen werden. Die Wichtigkeit und Bedeutsamkeit der in den vierziger Jahren stattgehabten Rabbiner-Versammlungen hier nachzuweisen, kann meine Aufgabe nicht sein. Jene Versammlungen gehören bereits der Geschichte an und diese wird, — erhaben über jeden einseitigen Parteistandpunkt —, den mächtigen, noch heute fortdauernden, ja in der Gegenwart erst recht sichtbar hervortretenden segensreichen Einfluß derselben auf Belebung und Kräftigung des religiösen Sinnes in Israel ihnen nimmermehr streitig machen, oder auch nur kürzen können. Bedeutsam, wie das Entstehen jener Versammlungen, ebenso bedeutsam, vielleicht bedeutsamer noch war das kurze Bestehen derselben, oder vielmehr die Unterbrechung, die sie nach kurzem Bestehen erfahren: in jenen Jahren erfahren, als eine von mächtigen Impulsen bewegte Zeit sich Fragen zuwandte, die, wenn auch nicht religiöse Fragen in herkömmlichem Sinne, gleichwohl vom Geiste Gottes, der ein Geist des Lichtes und des Rechtes ist, durchleuchtet und durchglüht waren. Das war ja eine Zeit, wo jedes noch so wichtige Sonderinteresse dem Gesammtinteresse des Vaterlands weichen und vor ihm zurücktreten mußte; eine Zeit, wo der Kampf im Dienste für das Recht der Völker ein Gottesdienst, Berathungen im Rathe der Völker — K ultusberathungen waren und — mit Stolz dürfen wir es sagen — wenn die Besten jener Zeit genannt werden, so werden auch die Namen der Unseren genannt! Wie auf jene Zeit mächtiger Bewegung eine Zeit dumpfer Sülle und Schwüle im Allgemeinen folgte: also lag auch auf Israel die Schwüle einer dumpfen Zeit; auf Israel, das nicht außerhalb der geschichtlichen Strömung