Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-05-11 · Heft 19 (11.5.1869) · p. Seite 377

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 19 (11.5.1869)
Date
1869-05-11
Page
Seite 377 (sequence 13)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3226690-3226710--27172-3262740
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

377 Seite des Finanzministers ist, der im Namen des Wohles der russischen Kaufmannschaft selbst hier auftritt, so läßt es sich dennoch bei dem jetzt herrschenden System nicht Voraussagen, ungeachtet dessen, daß die hervorragendsten Organe der russischen Journalistik, die russische „St. Petersburger Zeitung," die „Moskauer" und „Börsen - Zeitung" sich für die Erweiterung der Rechte der Juden ausgesprochen. Die russische Journalistik ist überhaupt in der letzten Zeit etwas günstiger für die Juden gestimmt, als es noch vor einiger Zeit der Fall war. Eine Ausnahme nur machen der „Golos" (Stimme), ein Organ der ultrarussischen Partei, der jetzt das eingegangene Blatt des Herrn Aksakoff, die „Moskwa" vollends ersetzt, und die „Wiest" (Nachricht) Organ der sogenannten russischen Aristokratie. Bezeichnend hierbei ist, daß der „Golos" in den ersten Jahren seiner Existenz, im Jahre 1863, 64 und auch noch 65, die Rechte der Juden aufs wärmste vertheidigte und nicht selten uns Panegyriken über einzelne jüdische Persönlichkeiten brachte. Jetzt hingegen bemüht sich Herr Krajewskh (der Redacteur dieser Zeitung) womöglich die Juden insgesammt und einzelne mit den schlechtesten Farben darzustellen, bringt in seiner Zeitung nur Nachrichten, die irgend wie als Waffen gegen die Juden gebraucht werden können, und niemals solche, die für sie sprechen, mögen dieselben auch noch so wichtig sein. Man erzählt sich, daß dieser plötzliche Umschwung dadurch hervorgerufen wurde, daß ein hiesiger jüdischer Banquier dem Herrn Krajewskh eine Geldunterstützung oder eine ansehnliche Anleihe versagte. Uebrigens sind solche Metamorphosen mit dem Blatte des Herrn Krajewskh schon oft und auch in verschiedenen andern Branchen vorgekommen. Es gehört zu den gewöhnlichen Dingen, wenn der „Golos" heute Etwas als weiß erklärt, und morgen dasselbe grundschwarz findet. Die russische „St. Petersburger Zeitung" hat letzthin mehrere Leitartikel über jüdische Angelegenheiten gebracht, und wie es scheint, werden noch mehrere folgen. Der Standpunkt dieser Artikel ist den Juden durchaus günstig. Wir behalten uns vor, nächstens etwas mehr darüber, wie über die russische Journalistik in Bezug auf Juden überhaupt, zu sagen. A. L. Anzeigen. Bekanntmachung. In hiesiger Gemeinde soll die Stelle des Cultusbeamten, welcher geprüfter Lehrer, Vorbeter und Schächter sein muß, sobald wie möglich besetzt werden. Das Einkommen besteht aus 250 Thlr. baarem Gehalt, den accidentien ans der Schechita und freier Wohnung. Candidaten wollen sich in frankirten Briefen unter Beifügung' ihrer Zeugnisse schleunigst bei uns melden, dieselben müssen sich auf Verlangen einer persönlichen Vorstellung und der Abhaltung einer Probelektion unterziehen; Reisekosten werden jedoch nicht erstattet. Tempelburg, den 19. April 1869. Der Vorstand der jüdischen Gemeinde. Leibbolz. I. Frankel._ Vaeante Stelle. In der hiesigen Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, der zugleich Cantor ist und einen Chor zu leiten vermag, baldigst zu besetzen. Bewerber wollen sich deshalb wenden an Em. Worms, Vorsteher. Osfenbach, 10. April 1869. Bekanntmachung. In unserer Gemeinde ist die Stelle eines Religionslehrers, zweiten Cantors und Chordirigenten vacant, deren Gehalt auf Siebenhundert Thaler normirt ist. Bewerber wollen sich unter Einreichung ihrer Zeugnisse bis zum 15. Mai d. I. bei dem Unterzeichneten Vorstande melden, welcher ihnen aus Verlangen die näheren Bedingungen portofrei mittheilen wird. Koenigsberg i/Pr. den 15. April 1869. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Am 1. Juli v wird die Lehrer- und Cantorstelle in unserer Filial-Gemeinde Kyritz vacant. Jährlicher Gehalt 150 Thlr. sowie die Einnahme der Schechita. Qualisicirte, als Religionslehrer geprüfte Bewerber wollen sich baldigst an Unterzeichneten wenden. Wittstock, d. 13. April 1869. Der Vorstand der Synagogengemeinde. Bis zum 1. Juni dieses Jahres wird die hiesige Stelle als Elementarlehrer, Cantor und Schächter vacant. Bewerber wollen sich gütigst bald an den Unterzeichneten Vorstand wenden. Saarwellingen bei Saarlouis. _Daniel Lazar._ Einen »Hauslehrer sucht eine 1/s Meile von hier wohnende jüdische Familie für ihre 3 Kinder. Honorar den Fähigkeiten entsprechend. Frankirte Meldungen nimmt entgegen Lehrer Spiewkowski. Samoczyn, im April 1869.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.