Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 18 (4.5.1869)
- Date
- 1869-05-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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33. Jahrgang. Allgemeine M* 18. Zeitung -cs Zudcnthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 4. Mai 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'/>2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Tblr. Inserate werden mit l'/a Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZertungS-Expeditionen nehmen Befiellangen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zur Synodalversammlung. XIII. — Unsere neuesten Gegner. V. — Vom Institute zur Förderung israelitischer Literatur. — Literarischer W o ch enb ericht: Leipzig, Lengnau. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Mannheim, Hannover, Dresden, Aus der Provinz Posen, Kassel. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pest-Ofen. Italien: Rom. Rußland: Memel. Feuilleton - Beilage r Ein Musikant. — Betrügerische Spekulationen auf die Wohlthätigkeit. Leitende Artikel. Bonn, 25 April. Zur Synodalversammlung. XIII. Wie wir bereits in voriger Nummer mitgetheilt, wird mit Gottes Hülfe die erste Synodal-Bersammlung am 29. Juni d. I. zuLeipzig in denSälen desHötel dePologne eröffnet werden. Bis heute haben 63 Gemeinden, darunter die drei größten Deutschlands, Berlin, Breslau und Wien, zwei Consistorien, das von Belgien und das von Lyon, und so viele andere, theils vurch ihre alt bewährte Glaubensfestigkeit, theils durch ihren regen Eifer bekannte jüngere Gemeinden die Beschickung der Synode zugesagt. Wir hoffen, daß die Mittheilung, daß daS Zustandekommen der Synode keinem Zweifel mehr unterworfen ist, wo und wann sie stattstnden wird, noch viele Gemeinden, Rabbinen und Gelehrte bestimmen werde, sich an der Versammlung zu betheiligen. Ja, da dieselbe nunmehr ins Leben tritt, da sie als eine neue und bedeutungsvolle Erscheinung in die Geschichte des Judenthums ihren Einzug nimmt und Gestalt und Leben gewinnt: so scheint es uns um so mehr Pflicht jedes, an dem Bestände und der Entwickelung des Judenthums aufrichtig Theilnehmenden, sich an der Synode, so weit es an ihm ist, zu betheiligen und sie zu dem machen zu helfen, wozu sie zu werden bestimmt und befähigt ist. In der That hat bis jetzt diese Angelegenheit einen erwünschten Fortgang genommen. Wir werden in dieser Versammlung die großen, mittleren und kleinen Gemeinden vertreten haben, also die Bedürfnisse und Bedingungen jeder Stufe zur Aussprache kommen. Die Einseitigkeit ist also von vornherein ausgeschloffen. Aber ebenso kann an eine einseitige Parteistellung nicht gedacht werden. Diese kann von vornherein bei der Stellung nicht vorausgesetzt werden, welche die Vorstände besonders der deutschen Gemeinden bis jetzt eingenommen. Der einsichtsvolle vr. S. Adler in New-Aork, der aus eigener Erfahrung ebenso genau die europäischen wie die amerikanischen Zustände bei den Juden kennt, schreibt uns ä. ä. 1. April hierüber, indem er den Zweifel ausspricht, ob die Synode von Amerika aus besucht werden würde: „Die sich orthodox nennenden sind hier wie draußen starr, sie wollen nicht von der Stelle; die Reformgemeinden aber hier sind über das hinaus, was in Deutschland unter den obwaltenden Verhältnissen erreichbar ist.