Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 17 (27.4.1869)
- Date
- 1869-04-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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33. Jahrgang. Allgemeine M 17 Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 27. April 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'^ Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig t Thlr Inserate werden mit 1 */a Ngr. für die Petitzeile oder deren Namn berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zur Synodalversammlung. XU. — Unsere neuesten Gegner. IV. — L i t e r a r i s ch e r Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Karlsruhe, Aranksurt a. M., Heidelberg, Aus dem Badischen, Aus Baden, Schnaittach. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien, Pest, Lemberg, Munkacs, Nyirbutor. Donausürst e n t h ü m e r: Bukarest. Schweiz: Zürich. F rankreich: Paris. Italien: Aus Oberitalien. Spanien: Madrid. Palästina: Bonn. Feuilleton-Beilage: Ein Musikant. — Eine Trauungsscene im jüdischen Tempel in Wien. Leitende Artikel. Bonn, 16. April. Zvr SyW-alverjammlung. XII. Wir sind heute im Stande, den theilnehmenden Lesern anzuzeige«, daß die erste Synodal-Bersammlung zu Leipzig stattfinden werde. Die Wahl des Ortes geschah nach sorgfältiger Erwägung der dafür sprechenden Gründe in Uebereinstimmung der drei Mitglieder des Comitös, und mit derselben Bereitwilligkeit, mit welcher der verehrl. Borstand der Gemeinde zu Leipzig wenige Tage nach dem Eintreffen unseres Einladungsschreibens zuerst unter allen Borständen die Beschickung der Synode zusagte, beantwortete derselbe unsere desfallstge Anfrage sofort bejahend. Es werden für die Sitzungen die schönen Sääle ldes Hötel de Pologne bereit sein. Zugleich werden die . Gäste in diesem vortrefflichen Hotel zu einem bestimmten sehr mäßigen Preise logiren können. Ebenso wird daselbst ein jüdischer Restaurant zu vorausbednngenem Preise zu gemeinsamer Tafel die Gelegenheit bieten. Wir hoffen, daß diese Wahl des Ortes sich der Zustimmung aller Theilnehmenden erfreuen werde, und ersuchen wir daher nur um so dringender, die weiteren Anmeldungen recht bald an uns gelangen zu lassen. Wir hoffen allernächst auch die Zeit angeben zu können, in welcher die Versammlung stattfinden wird. Hierzu kommt nun aber noch ein wichtiger Punkt, den wir der allgemeinen Aufmerksamkeit empfehlen. Schon lange regte sich in praktischen Vorstandsmitgliedern der Gedanke, einen „israelitischen Gemeindetag" zu berufen, d. h. eine Versammlung von Vorstandsmitgliedern und Vertretern jüdischer Gemeinden zu gemeinsamen Berathungen über die Gemeindeverwaltung und die dahin einschlagenden Angelegenheiten, über die Gemeindeinstitute und deren angemessenste Einrichtung, verbunden mit dem Austausch vielfacher Erfahrungen über diese Gegenstände. Auch wir unsrerseits erachten dies für eine Sache von großer Bedeutung. Die Gemeinden haben sich fast in allen Ländern neu zu organisiren, und die Bedürfnisse der Gemeinden haben vielfach ganz andere Gestalt angenommen, wie in früherer Zeit. Mit jedem Tage wird in vielen Staaten die Autonomie und Unabhängigkeit der Gemeinden und die religiöse Freiheit der Individuen unbedingter; der Zwang auf diesem Gebiete hört auf, die