Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 13 (30.3.1869)
- Date
- 1869-03-30
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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33, Jahrgang. Allgemeine jsh 13. Zeitung -es Zudcnthmns. Ein «»parteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 30. März I8KS. =g=»=gg=—J-.-1 "1 1! -X» - 1,'V,.).'.f3W.W . Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstag-, in 2 bis 2>/2 Bogen. Preis des Jahrgang- 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr Bicrreljährig I Thlr. Inserate werben mit i Va Ngr. für die Petitzeile ober deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und ZenungS-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt»Expedition für beide Letztere hat sich da- Königl. Sächj. Haupt^Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Unsere beiden neuesten Gegner. — Zur Synodalversammlung. Vill. Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Königsberg, Fiirth, Krotoschin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Prag. Krakau, Aus Ungarn, Brünn. Aus Galizien, Schweiz: Aus dem Aargau. Italien: Rom. Großbritannien: London. Feuilleton-Beilage r Gin Musikant. — Notiz. Leitende Artikel. Bonn, 21. März. Unsere beiden neuesten Gegner. (Schluß). Freilich sagt die einfache Logik schon, daß, wenn die Thatsache in das Reich der Fabel und Unwahrheit gehört, auch die Ursache eine Fiction ist. Wenn Richard Wagner die ganze Feindseligkeit der Juden gegen ihn erdichtet, so kann eine solche, da sie gar nicht vorhanden, auch nicht aus seinem 1850 veröffentlichten Aufsatz gefloffe» sein. Aber dieses ganze Fundament der W.'schen Fictionen ist auch geradezu lächerlich erdacht. Der Aufsatz W.'S ist in einem wenig verbreiteten und nur Fachmännern zugänglichen Journal erschienen; er mag wohl im Augenblicke am Orte seines Erscheinens böses Blut, doch gewiß noch mehr Lächeln der Verachtung hervorgerufen haben, aber er war schnell vergessen, nirgends ist wieder von ihm die Rede gewesen, und Diejenigen, welche später gegen W. geschrieben, versichern jetzt, daß sie von der Existenz jenes Aufsatzes gar keine Kunde gehabt. Aber noch mehr. Jener Aufsatz war nicht unter dem Namen W.'s erschienen, sondern war ein Pamphlet mit der Unterschrift „C. Freigedant," und der Redacteur Brendel hatte sich verpflichtet, den Namen des Verfassers Niemandem kundzugeben! Wie sollen also die Juden von ganz Europa, von denen kaum einer den Aufsatz gelesen, gewußt haben, daß Richard Wagner gegen sie geschrieben, und gegen diesen eine allgemeine Verschwörung angezettelt haben! Dieses Truggewebe ist zu offenbar, als daß selbst R. W. Die Schwächen desselben nicht fühlen mußte, und er greift zu der nichtigen Auskunft: die Juden hätten doch er» fahren, daß er der Verfasser sei, und listiger Weise beschlossen gar nicht von dem Artikel zu reden, ihn todt, zuschweigen. So verhält sich das Thatsächliche, waS R. W. gegen die Juden vorzubringen hat. Wir wollen übergehen, daß er der Lächerlichkeiten beiläufig noch mehr häuft. Dieselben Juden sollen es sein, welche die Poesien, die Wagner herausgegeben, nicht zur Geltung haben kommen'lassen, und zwar wiederum durch Jgnoriren; dieselben Juden, welche Franz Liszt's Composttivnen außer Credit gebracht, weil er Freund und Anhänger Wagners ist! u. s. w. Aber überlassen wir nun dem edlen Don Quixote der Musik seine Kämpfe gegen dis Windmühlen, und sehen wir unS das Object an, welches das einzig Factische in der ganzen Angelegenheit ist, nämlich jenen Aufsatz von 18S0 „Das Judenthu« m