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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-03-02 · Heft 9 (2.3.1869) · p. Seite 177

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 9 (2.3.1869)
Date
1869-03-02
Page
Seite 177 (sequence 15)
Language
German
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Allgemeine Zeitung -es Zudenthums. Feuilleton-öeilage zu Ar. 9. Leipzig, den 2. Mär; 1869. Die hervorragenden jüdischen Geistlichen in Amerika. Mach dem Phrenological Journal.] (Schluß.) Rev. Dr. Henry Vidaver wurde 1833 in Polen geboren. Zu fünf Jahren begann er schon seine talmudischen Studien. Zu 14 Jahren wurde er als völlig kundig der Wissenschaft der biblischen Philologie betrachtet und von den ersten Rabbinern Warschaus warm empfohlen. Hebräische Poesie war sein Lieblingsthema, und viele seiner hebräischen Produktionen sowohl in Poesie wie in Prosa wurden in verschiedenen periodischen Zeitungen veröffentlicht. Im Jahre 1859 kam er in diesem Lande an, und fungirte als Rabbiner-Prediger in einer Gemeinde in Philadelphia; aber Krankheits wegen, kehrte er 1861 nach Europa zurück. Im Jahre 1863 nahm er einen Ruf von der großen hebräischen Gemeinde in St. Louis, Mo., an und blieb dort bis zum Januar 1868, wo er nach New-Uork ging und daselbst Prediger an der einflußreichen Gemeinde B’ne Josliurum wurde, die ihr Gotteshaus in der 34. Straße hat, als Nachfolger des ehrenwerthen Rabbiners RaphaÜ. Dr. Bidaver, obgleich er nicht hier geboren, ist doch in den Sitten und der Sprache des Landes genügend bewandert, um als „amerikanischer Rabbiner" bezeichnet zu werden. Er trägt sehr fließend in englischer Sprache vor, ist reich an Allegorien und Citaten, und sehr ernst und überzeugend in der Bekämpfung alles dessen, was ihm dem Geiste des wahren Judenthums feindlich erscheint. Er ist von mittlerer Größe, dunkler Gesichtsfarbe, hat schwarzes Haar und schwarzen Bart und kleine braune Augen. Rev. Benjamin Szold wurde in Nemesberg, Ungarn, am 5. November 1831 geboren. Wie so viele der deutschen jüdischen Jünglinge wurde er schon früh zu den theologischen Studien angehalten, er lernte den Talmud in Wien und promvvirte an der Universität zu Breslau. Im Oktober 1359 wurde er Prediger der wohlhabenden Hannoverstraße-Synagoge in Baltimore, Md., welche Stelle er noch einnimmt. Er ist in seiner Stadt als Mann von Gelehrsamkeit und Thätigkeit wohl bekannt. Er veröffentlichte mehrere Arbeiten über jüdische Gegenstände, unter welchen ein Katechismus für die jüdische Jugend und eine englische und deutsche Ausgabe der Gebete. Dr. Szold hat eine edle uud gebieterische Gestalt, einen intelligenten, Kopf und ist äußerlich ein ausgezeichnetes Beispiel von dem echten jüdischen Rabbiner. Rev. George Jacobs, jetzt das Haupt der ältesten Synagoge in Richmond, Ba., wurde am 24. September 1834 in Kingston, Jamaica, geboren. 1854 im August wanderte er nach den Vereinigten Staaten und wendete 1857 zuerst seine Aufmerksamkeit auf den geistlichen Stand, in den er dann auch eintrat. Er war mit seiner Gemeinde stets sehr vertraut, da er eine sehr mildthätige und edle Natur ist. Wahrend das Krieges fungirte er einige Zeit als Kaplan in den südlichen Regimentern und war denjenigen seiner Glaubensgenossen von großem Nutzen, mit denen er durch seine amtliche Stellung in Berührung kam. Rev. Mr. Jacobs ist ein geschickter Schriftsteller und Redner. Er veröffentlicht eine Reihe von Katechismen und religiösen Arbeiten für die Jugend. Er ist von großer und gebieterischer Gestalt. Sein Teint ist dunkel, sein Haar, Bart und Augen dunkel schwarz. Erinnerungen. Von Dr. L. Ph, (Fortsetzung.) In gleicher Weise geschah es auch mit dem Erziehungs¬ und Unterrichtswesen. Aus dem 17. Jahrhundert war in Haus und Schule, in der Zucht der Eltern und Lehrer eine wahre Knechtung der Kindheit herübergekommen. Alles Lernen war eine saure Arbeit, und als einer solchen wurde das Kind ihm unterworfen; alle Disciplin bestand im Stock und in anderen empfindlichen groben Strafen; der Volksunterricht lag ganz im Argen, die Kinder der mittleren und höheren Klassen wurden unter dem Drucke des strengsten Formalismus erzogen; die Kinder sollten wie in Kleidung, so in Sprache, Geberde und Benehmen den Erwachsenen gleichen; selbst das Ver-

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