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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-03-02 · Heft 9 (2.3.1869) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 9 (2.3.1869)
Date
1869-03-02
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M, 9. 33,34m«t«. Allgemeine Zeitung des Zndcnthums. Ein unparteiisches Organ skr alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dir. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 2. März 1869. Dicse Zeituna erscheint wöchentlich einma l Dienstags, in 2 bis 21/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig UTHlr. J'Uerate werben mit 1-/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zur Synodalversammlung IV. - Die Juden in Rußland. — Der ungarisch-israelitische Cougreß. VIII. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Aus der Provinz Posen, Fürth, Stuttgart. Palästina: Bonn. Feuilleton-Beilage: Die hervorragenden jüdischen Geiste Lichen in Amerika. — Erinnerungen. — Auch ein Uebertritt zum Judenlhum, — Kleine Mittheilungen. Leitende Artikel. Bonn, 21. Februar. Zur Syno-alversamuklurrg. IV. Wir fahren fort, über auswärtige Stimmen, die sich über die beabsichtigte Synodalversammlung vernehmen lassen, zn berichten. Das Jewish Chronicle, dessen Redaction schon einen so warm empfehlenden Artikel über die Synode brachte, erhält jetzt von einem Anonymus aus dem Publikum und zwar augenscheinlich von einem aufrichtigen Orthodoxen, eine, man kann sagen, begeisterte Betrachtung über denselben Gegenstand. „Mit tiefinniger Freude," so beginnt der Briefsteller, „und klopfender Brust, mit tiefer Dankbarkeit und sanguinischer Hoffnung muß jeder denkende Israelit erfahren haben, daß Einladungen zu einer allgemeinen Synode soeben ansgegangen sind. Gnädiger Gott! mit Deinem Segen was für ein gewaltiges Instrument zur Vereinigung Deines lange hart gezüchtigten aber nie ganz verlassenen Volkes könnte diese Synode werden! Wo ist jetzt das Haus Israel? und was? Ueberall und nirgends; eine ausgelöste, desorganisirte Körperschaft. Ist nicht das Judenthum — einst ein so bedeutungsvolles Wort — im Begriff, zu einem bloßen Namen zu entarten? Vox et praeterea nihil — hier bedeutet es dies, dort jenes. Wie verschiedenfarbig ist des Juden Kleid! wie übertrifft er das Chamäleon an Veränderlichkeit!" Der Verfasser führt aus, wie nur eine Synode diesem Zustande ein Ende machen könne. Selbst der orthodoxeste Jude müffe derselben freudig zustimmen, denn was sie vielleicht durch Beschränkung dem Ceremoniell äußerlich nehmen würde, das würde sie durch innere Befestigung der noch übrigen Satzungen reichlich wieder ersetzen. „Welcher Vortheil wird dem Judenthum erwachsen, wenn wir ein unerbittliches „Non possumus" allen Bemühungen zu einer Versöhnung entgegensetzen mit denen, welche zwar den Talmud für ein ausgezeichnetes Werk, das dem Judenthume außerordentlichen Nutzen gebracht, halten und zugeben, daß ohne denselben wir schon vor Jahrhunderten denationalisirt sein würden und unsere heilige Religion nicht mehr existirte, ihn aber beute nicht mehr als ihren einzigen Führer annehmen und allen seinen Forderungen blinden Gehorsam schwören können? Wenn sofortiges, ernstes, energisches Handeln — aber auch dies allein — uns retten kann, so ist es verbrecherisch, unsere Arme apathisch zu kreuzen und uns der

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