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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-02-16 · Heft 7 (16.2.1869) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 7 (16.2.1869)
Date
1869-02-16
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 7 33. Jahrgang Allgemeine Zeitung des Zudenthums. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 16. Februar 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'^ Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Bierteljälirrg l Thlr. Inserate werden mit 1 */2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter um? Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. «Lächs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Preußische Ministerialbescheide. — Ungarisch-israelitischer Congreß. VI. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Bühl, Mannheim. O e st e r r e i ch i s ch e r K a i s e r st a a t: Prag. Feuilleton-Beilage.: Die hervorragenden jüdischen Geistlichen in Amerika. — Erinnerungen. — Ein Purimlied. Leitende Artikel. Bonn, 7. Februar. Preußische Ministerialbescheide. Wir haben es von jeher für das Nützlichste gehalten, in allen Angelegenheiten über die Lage der Dinge klar zu sehen. Eine Verdunkelung der Verhältnisse mag öfters angenehmer sein, und uns mit der Hoffnung wiegen, es werde sich doch bald anders und bester machen, während der offene Blick in die wirkliche Situation schmerzt und für den Augenblick den Muth lähnt. Aber der Ausgang ist dann so oft eine bittere Enttäuschung, und der Einzelne kann dadurch so sehr auf unüberwindliche Schwierigkeiten stoßen, daß er die frühere Befangenheit auf's Tiefste bereut. Wir sagen, für den Augenblick wird der Muth gelähmt, aber die Ueberzeugung, daß das Recht über die Beschränkung und die Wahrheit über die Sophismen dennoch siegen werde, rüstet zu dem Kampfe, der zu kämpfen noch übrig bleibt, und hebt den gesunkenen Muth bald wieder zu Vertrauen und Zuversicht. Diese Anschauungsweise vermochte uns, wie wir in Nr. 4. bereits mitgetheilt, als die Verhandlungen im preußischen Abgeordnetenhause über die Etats des Justiz- und des Cultusministeriums mit einer völligen Verdunkelung der wirklichen Lage der Dinge über die, die Juden betreffenden Fragen geendet hatten, so daß wir weder im Justiz-, noch im Lehrfache so recht wußten, woran wir wären — uns an den Herrn Minister-Präsidenten, Grafen Bismarck zu wenden. Es lagen uns hierzu von Außen her noch einige besondere Veranlaffungen vor. Da sich hieran noch ein Schreiben des Herrn Unterrichtsministers von Mühl er reihte, und es sich durchaus um keine persönlichen Angelegenheiten handelt, so theilen wir im Folgenden die ganze Correspondenz mit. Ob uns auch der Herr Justizminister mit einem Bescheide beehren werde, wissen wir nicht. Es ist selbstverständlich, daß wir die eine Stelle unseres Schreibens an den Grafen Bismarck, wo wir einer bestimmten auswärtigen Oertlichkeit und Persönlichkeit erwähnten, nicht wiedergeben. 1. Schreiben an den Herrn Minister-Präsidenten Grafen von Bismarck, Excellenz. In Vollmacht von mehr als 300 jüdischen Gemeinden Preußens wage ich es, Ew. Excellenz als dem ruhmreichen Minister-Präsidenten Preußens ehrerbietigst mich zu nahen und Folgendes vorzutragen.

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