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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-02-09 · Heft 6 (9.2.1869) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 6 (9.2.1869)
Date
1869-02-09
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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33 Jahrgang. Allgemeine m* 8. Zeitung -es Zu-enthums. Lin unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 9. Februar 1869. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einma l Dienstags, in 2 bis 2'/., Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig l Thlr. Inserate werden mit l'/-2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Köuigl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Einladung an die Nabbinen, jüdischen Gelehrten und Gemeindcvorstände zur Synodalversammlung. — Die Sprachenfrage für die Juden, insbesondere im russischen Reiche. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Breslau, Aus der Pfalz, Fürth. Oeste r reich is eher Kaiserstaat: Wien, Krakau, Aus Ungarn. Feuilleton-Beilage: Die hervorragenden jüdischen Geist, lichen in Amerika. — Ein neues exegetisches Curiosum. — Kleine Mittheilungen. Leitende Artikel. Bonn, 31. Januar. Einladung an die Nabbinen, jüdischen Gelehrten und Gemeindevorstände zur Synodalversammlnng. Die von der Rabbinerversammlung zu Cassel gewählte Commission hat folgende Einladung an die Vorstände der jüdischen Gemeinden ergehen lassen: Wohllöblicher Vorstand! Mit dem Ende des vorigen Jahrhunderts traten die europäischen Juden in das allgemeine Cultnrlebeu ein, indem allmälig alle Schranken des gewerblichen Lebens, des geselligen Verkehrs, der allgemeinen und wissenschaftlichen Bildung und endlich des öffentlichen Dienstes niedersanken. Unter der Einwirkung dieser völlig umgestalteten Verhältnisse erwachte auch in unserer Mitte ein neues frisches Leben auf dem Gebiete der Religion, in dessen Folge in dem Bereiche des Glaubens verschiedene Anschauungen und im wirklichen Leben vielfache Conflicte entstanden. Bei aller unerschütterlichen Glaubenstreue der Juden, welche heute, wie in der ganzen Vergangenheit, alle Opfer im Thun und Dulden zu bringen bereit ist, entstand in den Individuen wie in den Gemeinden eine wachsende Zerfahrenheit, eine fast unabsehbare Mannigfaltigkeit. Die Individuen legten sich die religiöse Praxis ein Jeder nach seiner Weise zurecht, und diesem Beispiel folgten die Gemeinden in ihren cultuellen Instituten. Aus diesen Conflicten gebaren sich aber auch Parteiungen, welche innere Spaltungen hervorriefen, und an vielen Orten heftige Kämpfe weckten, wodurch die Lage des Judenthums noch verworrener und bedrohlicher wurde. Eine Religion der Minderheit, eine Religion zerstreuter, kleiner Bruchtheile kann einer größeren Gefahr nicht ausgesetzt sein, als innerlich gespalten, zerfallen, schwankend, und von heftigen Parteistreitigkeiten erschüttert zu werden. Leicht begreift man aber, daß man aus diesen Wirrsalen nur durch die Gemeinsamkeit, durch die Vereinigung herauszukommen vermöge. Eine wirkliche Besserung und Hebung der Zustände ist nur durch die Verbindung Vieler zu Stande zu bringen, und diese allein kann eine billige und angemessene Autorität erlangen. In diesem Sinne tagten, wie darüber der in der Beilage zur A. Zeitung des Judenthums Nro. 4 gegebene Bericht weitere Kunde gibt, am 11. 12. und

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