Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 33 (1869)
- Issue
- Heft 5 (2.2.1869)
- Date
- 1869-02-02
- Page
- Seite 92 (sequence 12)
- Language
- German
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92 sich auch aus diesem Grunde mit der Tochter des Sabbathianers Koväcs vermählt. Seit dieser Zeit gewann er einen immer wachsenden Einfluß in der Gemeinde, und während vorher die Agitationen nur im Geheimen betrieben wurden, traten sie später, da man sich zu denselben durch den 53. G.-A. vom Jahre 1868 berechtigt glaubte, offen zu Tage, und hatten auch insofern Erfolg als zahlreiche Personen (darunter namentlich Joseph Koväcs, Moses Koväcs, Moses Nagy, Paul Nagy, Samuel Nagy u. s. w.) faktisch zum Judenthume übertraten und auch die mit diesem Uebertritte verbundenen Ceremonien überstanden. Krakau, 12. Januar. (Privatmitth.) Soeben ist die Nachricht eingetroffen, daß das Ministerium das hiesige Gemeinde-Statut bestätigte, wodurch die Gemeinde ihre Selbstständigkeit erlangte. Außerdem entschied sich das Ministerium für die Anstellung eines Predigers und wurde der gegenwärtige Prediger Hr. Dankowicz aufgefordert, binnen 3 Monaten seine Qualification dem neu zu wählenden Vorstande vorzulegen. Alles hängt jetzt von dem Ausgange der Wahl ab, welche über die Zukunft der hiesigen Gemeinde entscheiden wird, und über welche ich Ihnen in Kürze Bericht erstatten werde. 8. Frankr eich. Pariö, im Januar. Am 14. d. fand die jährliche Generalversammlung der Alliance israelitc universelle unter dem Vorsitze Cremieux's statt, welcher abermals eine höchst beredte Ansprache an die Versammlung hielt. Die Arch. isr. berichten: „Herr Cremieux kündigte unter lautem Beifall die bevorstehende Organisation einer „israelitischen Ackerbau-Colon ie" in Palästina an: nämlich in der Nähe von Jaffa soll dieses segensreiche Institut eröffnet werden, um bei einer schon seit so langer Zeit enterbten Nation den Geschmack an der Arbeit wieder zu erwecken: Kinder und Erwachsene, deren Zahl mit den Hülfsmitteln der Anstalt wachsen wird, sollen dort mit den Arbeiten des Ackerbaus und besonders des Gartenbaus, welcher in diesem Klima so sehr ergiebig ist, vertraut gemacht werden: überdies sichern die Nähe Aegyptens und die bevorstehende Durchstechung der Landenge von Suez diesen Producten sichere Abzugswege." (Die Versuche, in Palästtna Ackerbaucolonien zu begründen, sind mehrfach gemacht, und immer gescheitert. Vor einigen Jahren erst wurde gerade in der Gegend von Jaffa eine solche von Amerikanern mi bedeutenden Mitteln angelegt, machte viel von sich reden und hatte zuletzt ein klägliches Ende, sodaß die Theilnehmer von ihrem Mutterlande die Mittel erbetteln mußten, um wieder heimkehren und dem Elend entfliehen zu können, welchem sie anheimgefallen waren. Und dies waren des Ackerbaues kundige Amerikaner! Wir sehen daher die „All. isr. univ.“ mit Bedauern diesen Weg beschreiten, und voraussichtlich erfolglos Geldopfer vergeuden. Es liegen uns wahrlich wichtigere Dinge viel näher. Die Red. d. A. Z. d. I.) Italien. Padua, im Januar. (Educ. isr.) Mit großer Betrübniß erfahren wir, daß nunmehr wegen Mangels an Geldunterstützung Seitens der Gemeinden unser Rabbinerseminar geschlossen werden muß! (Diese Nachricht erweckt eine wahre Betrübniß bei uns. Wir betrachten es als eine Schmach für die italienischen Gemeinden, die den Lenz ihrer Freiheit nicht besser zu benutzen verstehen, als eine schöne und bewährte Pflanzung um eine verhältnißmäßig geringe Summe verdorren zu lassen. Warum nimmt sich die Alliance isr. univ. nicht durch ihre Localcomites dieser wichtigen Angelegenheit an? — Die Munificenz der Juden flößt uns stets Achtung und Dankbarkeit ein. Aber sehen wir jene zwar für Krankenhäuser, Waisenanstalten, Armenversorgung und vagabondirende Bettler thätig, dagegen für alles verschlossen, was Wissenschaft, Seminare und Schulwesen betrifft, so können wir sie doch nur als einseitig und sentimental, nicht aber als intelligent und umfassend ansehen. Red. d. Z. d. I.) Amerika. Cincinnati, 1. Dec. Am 26. v. M. wurde auf dem Friedhofe der beiden großen hiesigen Jsraeliten- Gemeinden ein schönes Denkmal für die an einem besonderen Theile des Gottesackers begrabenen, in dem großen Kampfe für die Erhaltung der Union gefallenen Krieger jüdischen Glaubens feierlich eingeweiht.