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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1869-01-05 · Heft 1 (5.1.1869) · p. Seite 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
33 (1869)
Issue
Heft 1 (5.1.1869)
Date
1869-01-05
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 einflußreichen Staatsmännern, der jüdischen Sache nützen wolle, daß er, sage ich, auf Grund dessen von den reicheren Israeliten große Geldbeiträge für ein zu gründendes Blatt förmlich erpreßte. Herr Levy hatte gut spekulirt! Der gedrückten Lage der Juden hatte er es zu danken, daß sich dieselben an diese neue Hoffnung klammerten und willig gaben, was verlangt wurde. So entstand der Israelit roman und schon die ersten Nummern bewiesen, daß Herr Levh in einem Punkte nicht gelogen hatte; er war wirklich und ist noch gegenwärtig der Intimus Bratiano's. Was aber seine Versprechungen, den hiesigen Israeliten nützen zu wollen, betraf, so verhielt es sich damit freilich ganz anders. Herr Levh hatte nur den einen Zweck und die eine Aufgabe Herrn Murawieff Bratiano zu stützen, alle seine Schandthaten zu beschönigen und aller Welt glauben machen zu wollen, daß Bratiano wirklich ein Freund der Juden sei und daß ihm nur die gegenwärtige politische Lage nicht erlaube so zu handeln, wie er wolle!*) Um diese Zeit war es, als Herr Carmellin von einer längcrn Reise durch Rumänien, während welcher Zeit das „Echo“ nicht erschienen war, nach Bukarest zurückkehrte, um seine frühere Thätigkeit wider aufzunehmen. Herrn Levy war aber das „Echo“ ein Dorn im Auge und um dasselbe zu beseitigen, ließ er Hrn. Carmellin rufen und machte ihm glänzende Anerbietungen, wenn er sein Blatt aufgeben und sich mit ihin vereinigen wolle. Es war augenscheinlich, daß das bedeutende Honorar, welches geboten wurde, nicht aus Herrn Levh's Tasche, sondern vielmehr ans der seines hochgestellten Freundes kommen mußte; eben so natürlich war es aber, daß Herr Carmellin jedes Anerbieten ausschlug und sich nach wie vor damit begnügte sein Journal ohne Subvention, blos durch seine, wenn auch geringe Abonnentenzahl zu erhalten und in dieser bescheidenen Stellung zu nützen, wo es anging, wobei es ihm gleichzeitig widerstrebte gegen Herrn Levh aufzutreten, um einem Streite zwischen zwei Israeliten auszuweichen. Da greift der, Redacteur des „Israelit roman“ zu einem andern Mittel, um seinen *1 Beweis hiervon ist ein in Bukarest erscheinendes Blatt „L’Etoile d’Orient“ Dieses Journal ist ein Organ Bratiano's, wird von diesem erhalten und hat, obschon es ebenfalls anonym ist, Herrn Armand Levy zum Redacteur. Gegner unschädlich zu machen. Er läßt durch seine Helfershelfer aussprengen und sagt es öffentlich in seinem Blatte, daß Herr Carmellin von Seiten Bratiauo's bestochen sei, und so wenig wahrscheinlich das klingt, da jede neue Nummer des „Echo" das Gegentheil belveist, so findet das Gerücht dennnoch bei dem nicht lesenden Publikum und bei einigen Mißtrauischen Eingang und verbreitet sich von der Hauptstadt rasch durch alle Provinzen Rumäniens. Einem solchen, nichts weniger als ehrenwerthen Gebühren gegenüber, welches nicht nur den guten Ruf, sondern auch die Existenz des Herrn Carmellin bedroht, ist derselbe natürlich gezwungen sein Schweigen zu brechen und tritt öffentlich gegen den Israelit roman auf. Darauf hatte dieser gerechnet! Kaum ist der Angriff erfolgt, so stellen sich im Bureau des „Echo" zwei Polen ein, deren Aeußeres schon ihr Handwerk verräth, und diese zwei Raufbolde fordern Herrn Carrnellin im Rainen des Herrn Levh zum Duell heraus. Die Antwort, welche darauf erfolgt, lautet: Die Zeitung „der Israelit roman" erscheint anonym: der Redacteur möge seinen Namen in dieser Eigenschaft öffentlich nennen und die Satisfacrion wird nicht verweigert werden. Diese Forderung ist um so billiger, als Herr Levy nicht namentlich angegriffen wurde und die Ausfälle nur dem Blatte galten." Die zwei edlen Polen versichern zwar sofort und auf Ehrenwort, daß Herr Levy der Redakteur sei, ziehen dasselbe aber sofort wieder zurück, um nach einigem Bedenken zu erklären, daß politische Gründe ihren Herrn und Meister verhinderten sich öffentlich zu nennen, und so bleibt die Sache zunächst in der Schwebe. Aber nur kurze Zeit; denn Tags darauf erscheint im Büreau des „Echo“ ein Abgesandter jener beiden Polen, welcher erklärt, dieselben seien die Administratoren des Israelit roman, und da die Tendenzen dieses Blattes angegriffen seien, so müsse Herr Carmellin auch ihnen Satisfaetion geben. Daß eine derartige abgeschmackte Zumuthung, welche ja augenscheinlich keinen andern Zweck hat, als Herr"« Carmellin „auf dem Wege der Ehre" zu beseitigen, mit Hohn zurückgewiesen wird, versteht sich von selbst, aber ebenso angezeigt ist es, daß Herr Carmellin sehr auf der Hut sein muß, da Herr Bratiano auch nach seinem Sturze und in seiner Eigenschaft als Präsident der Deputirtenkammer, noch immer Macht und Einfluß genug besitzt, und Hände findet, um einen Mann unschädlich

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