Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 53 (29.12.1868)
- Date
- 1868-12-29
- Page
- Seite 1056 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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steller etwa 2600 Unterstützungen verschiedener Art bewilligt und dafür ungefähr * 550 verausgabt. Amerika. Chicago, Ende November (Privatmi'tth.) Es freut mich, Ihnen noch vor Jahresschluß eine schöne Gcnugthuung melden zu können, welche den Juden Amerikas und mittelbar den Juden überhaupt zu Theil geworden ist. Gegenwärtig durchläuft die Zeitungen unsers Landes eine briefliche Erklärung (vom 14. September datirt), die Grant, dessen Wahl zum Präsidenten, wie Sie telegraphisch bereits erfahren haben, inzwischen vollzogen wurde, an einen seiner Freunde, den Repräsentanten im Congreß, Herrn Morris gerichtet hat und durch welche jene geforderte Satisfaction als vollständig geleistet betrachtet werden muß. „Es fällt mir gar nicht ein," heißt es in der Erklärung Grant's, „diese Ordre zu rechtfertigen. Zur Zeit ihrer Beröffentlichung war ich erbittert in Folge eines Verweises, den ich von Washington aus erhielt, daß ich die Juden innerhalb meiner Linien zu viel gewähren ließe. Es befanden sich innerhalb meiner Linien allerdings noch manche andere Personen, die gerade so schlecht waren, wie die schlechtesten unter den Juden. Der Unterschied bestand jedoch darin, daß die Juden von einer Armee zur andern ungestraft passiren konnten und, allen Ordres zum Trotze, Gold durch die Linien schmuggelten. So wurde wenigstens rapportirt. Die Ordre wurde ohne lange Ueberlegung erlassen und dabei ganz gewiß nicht an die Juden als eine Religions-oder Stammesgen ossenschaft gedacht, sondern lediglich als Individuen, die mit Erfolg — ich sage, mit Erfolg, anstatt mit Beharrlichkeit, da es sehr viele Nicht-Juden innerhalb meiner Linien gab, welche sie wegen ihres Erfolges beneideten — ein Verbot verletzten und dadurch den Rebellen Vorschub leisteten." „Ich habe kein Vorurtheil gegen irgend eine Sekte oder Race, sondern wünsche, daß Jedermann nach seinem persönlichen Werthe beurtheilt werde. Ordre Nr. 11 stimmt fteilich nicht zu dieser Behauptung. Ich gebe das zu. Allein, ich stimme eben auch dieser Ordre nicht bei. Sie würde niemals erlassen worden sein, wenn sie nicht in dem Augenblick, in dem sie ohne welchö^Reflexian .niedergeschrieben wurde, auch zugleich telegraphirt worden wäre." Nicht wahr? verehrter Herr Redakteur, ich hatte Recht, zu sagen, daß die Genugthuung für die Juden kaum vollkommener hätte ausfallen können. Daß sie so schlicht und recht gehalten ist, beweist nur desto sicherer, daß sie aufrichtig gemeint iei. —. In dieser Woche ist der Prospekt für die Monatsschrift von vr. Chroni'k, „Zeichen der Zeit" betitelt, von Seiten des betreffenden Comitö's veröffentlicht worden. Auch der Herausgeber der New-Iorker Wochenschrift für Reform im Jüdenthum läßt eben seinen Prospekt erscheinen. Natürlicherweise wird man Ihnen die beiden Prospekte bezüglicher Seils zugehen lassen. Anzei g en. Die Elementarlehrer-Stelle, verbunden mit dem hebräischen Unterricht, mit einem Gehalte von ca. 300 Thlr., wird in hiesiger Gemeinde vom I. April ab vacant. Dieselbe kann jedoch auch schon vom 1. Januar 1869 ab besetzt werden. Qualificirte Bewerber wollen ihre Meldung und Zeugniffe an hiesigen Magistrat oder an Unterzeichneten Synagogenvorsteher franco einschicken. Schmiegel, im Decbr. 1868. Der Synagogen-Borsteher. Jacob Hamburger. In Neumagen, Regierungsbezirk Trier, ist die Stelle eines Lehrers, Vorbeters und Schächters sofort zu besetzen. Gehalt 200 Thlr. nebst nicht unbedeutenden Nebeneinkünften. Meldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen. Trier, den 8. Decbr. 1868. I. Kahn, Oberrabbiner. Die israelitische Gemeinde in wünscht die in Erledigung gekommene Lehrer- und Vorsängerstelle wieder zu besetzen, wofür dieselbe 180 fl. Fixum, 40 - Nebenbezüge, 175 - Schächterfunction, zusammen 395 fl. oder 225 Thlr. zahlt. Nebst freier Wohnung und nöthiges Holz für Heitzung des Schullokales. Der Cultus-Vorstand. Abraham Seliger.