Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 52 (22.12.1868)
- Date
- 1868-12-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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32. Jahrgang. Ä l l g t Kt t 1 K t _ M 52 Zeitung -es Zndcnthums. Ein ' unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. /Herausgegeben von Rabbiner vr.VLUdwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 22. December 1868. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2*/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 1 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit i»/a Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. ZuiEeginne -es -reirmddreißigsterr Jahrgangs dieser Zeitung, mit Neujahr 1869, ersuchen wir um sofortige Bestellung, damit die Zusendung nicht verzögert und alle Nrn. geliefert werden können. Die Bestellung kann durch alle Postämter und Buchhandlungen geschehen. Die Expedition der Mg. Zeitung des Iudenth. Inhalt. Zeitungsnachrichtenr Deutschland: Berlin, Bochum, Dürren, Aus Thüringen, Aus der Provinz Posen, Schwerin. Oesterreichischer Kaiserstaat: Wien,Pest. Donaufürstenthümer: Bukarest. Großbritanien: Aus Nordengland. Rußland: Aus der Provinz Posen, Wilna. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 6. Dec. (Privatmitth.) Nach den amtlichen Ermittelungen des Justizministeriums wurden in den sieben alten Provinzen (außer Rheinland) im Jahre 1867 Angeschuldigte in Untersuchung gezogen 1. wegen Verbrechen 15,674 Christen und 159 Juden, so daß erst auf 100 Angeschuldigte 1 Jude kam, während auf 72 Seelen ein Jude kommt, so daß also 28°/o weniger Verbrechen von Juden als von Christen begangen worden. Etwas weniger günstig ist das Verhältnis bei den Vergehen, wo 141,090 Christen Md l,6ll Juden angeschuldigt waren, so daß also auf 88 1 Jude kam, also nur 16»/» weniger. Rechnet man aber 412,165 Holzdiebstähle und Uebertretungen dazu, an welchen ersteren gar kein Jude betheiligt war, so stellt sich das allgemeine Berhältniß für die Juden noch um vieles günstiger. — Der Antrag^des vr. Kosch betreffs des Judeneides wurde im Abgeordnetenhause zur Schlußverhandlnng gestellt und Prof. Dr. Gneist zum Referenten bestimmt (d. h. der Antrag wird ohne Vorbereitung in einer Commission und bei nur mündlichem Referat verhandelt, so bald er auf die Tagesordnung gestellt ist. Es liegt hierin die Anerkennung, daß der Gegenstand völlig bruchreif ist.) Berlin, 13. Decbr. (Privatmitth.) Selten hat wohl eine Glaubenspartei einen härteren Kampf für ihre Gleichstellung auszufechten gehabt, als die Juden in Preußen. Obwohl ihnen die völlige Emancipation nunmehr seit 20 Jahren von der Verfassung gewährleistet ist, müssen sie doch jeden Fortschritt auf realem Boden durch langen Stteit erfechten. Wenn etwas sie bei diesem zähen und oft fruchtlosen Kampfe ermuthigen kann, so ist es das Bewußtsein, die ungeheuere Mehrheit des preußischen Volkes und aller Par-