Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 51 (15.12.1868)
- Date
- 1868-12-15
- Page
- Seite 1023 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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1023 haben sie jemals ihren Patriotismus für Frankreich weniger als die anderen Franzosen erwiesen? Dagegen weiß man, was es heißt, einer zahlreichen Bevölkerung mit einem Male die geistige Nahrung, die sie auS der Sprache und Literatur zieht, welcher sie nach ihrer Abstammung angehört, abschneiden. Da geht die Bildung zurück und die Verwilderung tritt stärker ein. Ueberlasset dies doch einigen kleinen eifersüchtigen Nationen in der alten Welt! Was wollet ihr damit im freien Amerika? Wir glauben, wer in Amerika solche Dinge predigt, hat weder patriotische, noch freie Gesinnungen. Und nun eben während die Rabbiner, Prediger und Lehrer aus Deutschland, wie wir oben gezeigt, gar keine Neigung oder Anhänglichkeit für das Judenthum in Deutschland beweisen und sich von diesem möglichst abschließen, zum großen Schaden für sich und ihre Gemeinden. Vielleicht will aber Herr Weise nichts weiter bewirken, als seinen Lesern verbergen zu können, woher er das meiste schöpft, daß er ihnen auftischt. Uebrigens bemerken wir offen, daß wir gar nicht mit Obigem die Absicht hatten, gegen Herrn Weise und seine Agitation zu sprechen, denn beide halten wir der Mühe nicht werth, als vielmehr unsere amerikanischen Leser auf das richtige Maaß aufmerksam zu . machen, welches sie einhalten sollten. ^Anö Venezuela, im Nov. Die Juden verbreiten sich jetzt schnell über Südamerika. Bor kurzem hat sich bekanntlich in Buenos Ayres, der Hauptstadt der La-Plata-Republik, eine jüdische Gemeinde gebildet, und nun erfahren wir, daß es auch in Venezuela Juden giebt. In Caracas, der Hauptstadt der Republik, sind 5, in La Guaira 22 und in Porto Cabello gleichfalls 22. Sie werden ohne Zweifel bald Gemeinden in diesen Städten gründen. Anzeigen. Für die erste Stelle suchen wir an unserer öffentlichen Schule einen Lehrer, welcher guter Cantor und Prediger ist, und einen Chor dirigiren kann. Gehalt außer freier Wohnung und Heizung nach den Leistungen bis 500 Thlr. Reflectanten wollen sich baldigst franco unter Einsendung eines kurzen onrr. vitae nebst Prüfungszeugnissen an den Vorstand der Synagogen-Gemeinde Dortmund wenden. Ober-Rabbinat;u Crefeld J reich. Rheinprovinz. aeante Stelle. Das durch den Tod unseres seligen Ober-Rabbiners, Herrn L. Bodenheimer, erledigte und wieder neu gebildete hies. Ober-Rabbinat soll in kürzester Frist besetzt werden. Bewerber, welche ihre Qualification zum Rabbiner und Prediger genügend darthun, wollen ihre Meldungen unter Nachweis ihrer talmudischen und akademischen Bildung, sowie Beifügung eines „vurivulnm vitae", bis zum 15. Januar 1869 an den Unterzeichneten richten. Fixes jährliches Gehalt 800 Thlr. (außer Emolumenten.) Reisekosten werden nicht vergütet. Crefeld, den 30. November 1868. Die verordnete Commission. I. S. Herzog Jul. Meyer in Crefeld. in Crefeld. Jsaae Kounen Herzog Mareks in Kempen. in Moers. Die Stelle des Lehrers und Cultusbeamten in hiesiger Synagogen-Gemeinde ist vom 1. Januar k. I. vacant. Das Einkommen beträgt 400 Thlr. pro anno, und werden Bewerber, welche examinirt und zum Predigen befähigt sein müssen, ersucht, ihre Zeugnisse schleunigst an den Unterzeichneten Vorstand zu senden. Mehlsack, im December 1868. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. _S. Mendelsoyn._ Die hiesige Cantor-, Lehrer- und Schächter-Stelle ist noch nicht besetzt und soll schleunigst Aufnahme bewirkt werden. Qualificirte Bewerber wollen sich mit Angabe ihrer Wirkungsthätigkeit und Abschrift ihrer Zeugnisse an uns wenden. Jahrgehalt 300 Thlr. und 200 Thlr. Nebeneinkommen. Reisekosten werden dem Engagirten vergütigt. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde zu _Deutsch Eylau._ Die Synagogen-Gemeinde zu Penkun sucht zum sofortigen Antritt einen unverheiratheten Schochet und Religionslehrer. Penkun, d. 30. Novbr. 1868. Der Vorstand. Samuel Meyer. Die Elementarlehrer-Stelle, verbunden mit dem hebräischen Unterricht, ,mit einem Gehalte von ca. 300 Thlr., wird in hiesiger Gemeinde vom l. April ab vacant. Dieselbe kann jedoch auch schon vom 1. Januar 1869 ab besetzt werden. Qualificirte Bewerber wollen ihre Meldung und Zeugnisse an hiesigen Magistrat oder an Unterzeichneten Synagogenvorsteher franco einschicken. Schmiegel, im Decbr. 1868. Der Synagogm-Borsteher. Jacob Hamburger.