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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-15 · Heft 51 (15.12.1868) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 51 (15.12.1868)
Date
1868-12-15
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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zs. J-hkMN!,, K. I ( gie nt t i n t M 51. Zeitvng des Zudcnthnms. Ein Wparteiisches Organ für alles jüdische Interesses Herausgegeben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 15. December 1868. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'/., Bogen. Preis des Jahrgangs 1 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit lVa Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Die Spaltung. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Berlin, Hamburg, Vom Harze, Braunschweig, Neuwied. O e st e r r ei ch i s ch e r Kaiserstaat: Wien, Schütt-Somerein, Aus Ungarn. Donaufürstenthümer: Bukarest. Italien: Vercelli. Norwegen: Christiania. Rußland: Aus Rußland. Großbritanien: London. Amerika: Bonn, Aus Venezuela. Feuilleton-Beilage: Ein weißes Blatt Papier. — Dokumente über die erste Niederlassung der Juden in England unter Cromwell. — Kleine Mittheilungen. — Curiosum. Leitend eArtikel. Bonn, 6. December. Die Spaltung. Nachdem seit längerer Zeit einige Wortführer der Neuorthodoxie in Deutschland nach einer völligen Trennung ihrer Parteigänger von den bestehenden Gemeinden verlangten, und in drei oder vier deutschen Gemeinden - dahin kamen, kleine Bruchtheile derselben zur Absonderung zu bringen, d. h. also vollständig üaseo machten, erhob sich dasselbe Geschrei und mit noch mehr Energie in Ungarn, als die dortige Regierung einen jüdischen Congreß zur Neugestaltung des Gemeinde- und Schulwesens zu berufen sich entschlossen hätte. Jndeß auch dort scheint der Weg vom Worte bis zur That ein weiter zu sein. Es will eben der großen Mehrheit unserer Glaubensgenossen nicht in den Sinn, eine solche schroffe Stellung Men einander einnehmen und die alte Einheit des Ju- . denthums zerstören zu sollen. Unterdeß machte sich in jüngster Zeit in einer kleinen'Zahl Radikalreformer derselbe Ruf verlautbar, indem sie behaupteten, daß ohne eine solche Spaltung ein entschiedener Standpunkt nicht erreicht werden könnte. Wir haben uns über diesen Gegenstand schon mehrmals ausgesprochen; aber da die Streitfrage in Ungarn doch größere Dimensionen angenommen hat, als in Deutschland, finden wir es veranlaßt, gerade weil von beiden extremen Seiten derselbe Ton angeschlagen wird, die Sache noch einmal und eingehender zu besprechen. Werfen wir' zuerst einen Blick auf die GeschichKj" ohne welchen im Judenthume eine gründliche Ansicht niemals gewonnen werden kann. Die älteste und bedeutendste Spaltung fand in Israel schon vor beinah drei Jahrtausenden statt. Kaum war das israelitische Volk zu einem einheitlichen Staate geworden, als es auseinanderriß und die beiden Reiche Juda und Israel neben einander bildete. Es lag hier nicht allein ein politisches Moment zu Grunde. Die Trennung der zehn Stämme war zugleich ein Abfall vom Nationalheiligthum in Jerusalem, und der erste und fast nothwendige Schritt des" Königs von Israel war die. Errichtung goldener Kälber in Bethel und Dan, die Hmleitung des Volkes zum Götzendienste, die völlige Ablösung vom-Tempel und seinem Cultus, um die zehn Stämme niemals wieder zum Davidischen Hause zurückkehren zu sehen. Die Folgen sind bekannt; die Masse der zehn Stämme wurde nach und nach ganz heidnisch, und als sie durch Salmanassar nach fremdem Lande versetzt worden, verlor sie sich unter den Bewohnern desselben. Spätere Parteiungen hatten

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