Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 50 (8.12.1868)
- Date
- 1868-12-08
- Page
- Seite 1010 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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dement que dans leur imagination. Le petit abrege que Leon de Modene a fait sur cette matiere et qui a dtd tradnit en fran§ais par Simon est bien meilleur et plus judicieux. Jndeß flössen ihm von allen Seiten, auch von vielen jüd. Gelehrten Deutschlands, Polens, Italiens und der Türkei anerkennende Briefe zu, ja ganze Synagogen-Gemeinden sendeten ihm ihren Dank und ihre Grüße zu. Im Jahre 1609 legte I. Buxtorf die erste Hand an das schwere mühsame Werk Lexieon Cliald. Talmud., woran er über 20 Jahre arbeitete, das aber erst durch den Fleiß seines Sohnes zu Ende gedieh. 1611 wurde ihm eine Berufung auf den Lehrstuhl der hebr. Sprache an der damals hochberühmten protestantischen Akademie zu Saumur zu Theil. In seiner Antwort auf diesen sehr ehrenvollen Antrag heißt es: „Ich weiß wohl, eine rechtmäßige Berufung ist nicht leichtsinnig für nichts zu nehmen, und die Aussicht auf einen reichlichen Ertrag der Früchte meines Lehrstuhls ist nicht zu verschmähen. Nur allzuwahr sagt der weise Salomo: „Weisheit ist gut bei Besitzthum," und eben dasselbe sagt auch das alte Wort der Hebräer: „wo kein Mahl, da kein Gesetz." Je mehr Nahrungssorgen desto mehr Hemmnisse der Weisheit." In Bezug auf diese äußerlich ungünstige Stellung der damaligen Gelehrten schrieb ihm der berühmte holländische Orientalist Erpenius 1614: „Es ist noch nicht lange, daß ich Dein Schreiben erhalten habe. Ich sehe mit Bedauern, daß Du die Mäcenaten nicht hast, wie Du sie verdienst. Doch was ist zu thun, mein Buxtorf? Es ist fast überall dieselbe Klage der Gelehrten! Von des Drusius Gehalt weiß ich Nichts zu sagen. Der meinige gilt für hinreichend schön, und doch reicht er nicht hin, um eine Familie, ja nicht einmal mich allein zu ernähren. Ohne der Eltern Hilfe müßte ich mich nach etwas anderem umsehen. Der Jahrgehalt nur weniger Professoren steigt hier über 200 Kronen; einige haben nicht einmal das. Selbst auf der Pariser Universität pflegten diese hochberühmten Professoren nicht mehr zu erhalten, und erst vor Kurzem sind sie auf 300 Kronen gekommen." Man sieht, es ist eine alte Klage, doch bleibt sie ewig neu. Trotz dieser precairen Lage mußte sich B. im sicheren Schoos der Stadt Basel glücklich fühlen, da überall im deutschen Vaterland das Kriegsschwert wüthete. Welche Verheerungen dies angerichtet, geht aus einem Briefe hervor, den Joh. jun. von Heinr. von Diest, Professor der Theologie aus der Mark, erhielt. Sein Stillschweigen entschuldigend, beginnt er klagend: „Seitdem der Spanier im Frühjahr unser Vaterland iWestphalen) — ach wie schrecklich! verheert hat, habe ich nirgends mehr festen Fuß fassen können. Unna, Camen, Lauen l Lünen?) haben sich ohne Widerstand ergeben. Der Commandant von Altena machte hingegen lebhafte Ausfälle gegen den streifenden Feind und brachte ihm empfindliche Verluste bei. Am folgenden Frühmorgen rückte die Mannschaft, die Iserlohn genommen, heran, und belagerte die Festung Altena an zwei Wochen, bisdie Besatzung sich wegen Waffermangel ergab und abzog. Kriegeskundige rühmen von ihrem Commandanten, daß er sich tapferer bewiesen habe, als die Besatzung von Jülich. Jndrß-Lat die Stadt schrecklich gelitten. Doch was die Lothringer, diese Feinde des deutschen Volkes, verübt, ist Nichts gegen das Verfahren unserer Nachbarn, derselben, die unser Brod effen rc. rc." Später wurde unserem B. eine Professur in Leyden offerirt, die er aber seines beginnenden Alters wegen ausschlug, worauf man sich dann an seinen an Kenntnissen ihm so ähnlichen Sohn wandte, von dem es hieß: non ovum ovo similins quam Buxtorf pater et filius. Noch an der äußersten Grenzscheide seines Lebens sollte dem zu Grabe Sinkenden eine Anerkennung für das mühevollste Werk seines Fleißes zu Theil werden. Der Niederländer L'Empereur, Professor der orient. Sprachen in Leyden, schätzte unter den fremden Gelehrten die Baseler Orientalisten, Vater und Sohn, besonders hoch, wie das aus der Widmung der hebr. Concordanz an die Generalstaaten hervorgeht. Der holl. Gelehrte drückte seine Ungeduld über das Erscheinen des von der Gelehrtenwelt schon längst und Ähnlichst erwartete Lexie. chald. rc. aus. „Möchtest du, so heißt es da, «ns doch mit Deinem vorzüglichsten Werk baldigst beglücken! Ich habe dieser Tage Deines Sohnes lat. Uebersetzung des Doctor Perplexorum von R. Moses Maimonides aus dem Hebräischen gesehen und im Sohn den Vater aufs Genaueste wieder erkannt." Wir stehen am Schlußsteine seiner Lebensbahn. Aus dem Vorhergehenden läßt sich des Verewigten Geistes¬ und Gemüthsnatur. hinlänglich erkennen. Am Morgen des Tages, da er sich zu Bette legen mußte, hatte er die Namen aller Professoren ausgezeichnet, deren Tod er in Basel erlebt hatte, um anzuzeigen, er werde sich ihnen alsobald zugesellen in der himmlischen Hochschule. Am 3. Tage nach dem ersten tödtlichen Krankheitsansalle raffte er sich in der 3. Morgenstunde auf, um an seinen Concordanzen zu arbeiten. Es ist der Name „Adonai" an den er die letzte Hand legte. „Dergestalt hat er das Werk, das er im Namen Gottes begonnen und dem er sein Leben hindurch obgelegen, auch in Gottes Namen beendigt." Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von Z. 33. Hirschfeld. Verantwortlicher Redakteur Dr. H. Lvtze.