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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-12-08 · Heft 50 (8.12.1868) · p. Seite 1007

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 50 (8.12.1868)
Date
1868-12-08
Page
Seite 1007 (sequence 17)
Language
German
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Stand« rrch di« , So t Ge iefieti n,mi ^hlr. tresp « fein i täg , doci tij, d. »s ge »rzug nwor Expe .. J. S im mrg r, dürst er Basi isen ei ther Ä men un nweisun V* Thü Zeitnng des Audcnthums. Femlleton-Leilage;u Nr. 50. Vf Leipzig, den 8. December 1868. Dokumente über die erste Niederlassung der Juden in England unter Cromwell. Von Dr. Martin Philippson. lFortsetzung.) Ihre Synagoge ist wie eine Kapelle, hoch gebaut; denn nach der ersten Thüre gehen sie eine Treppe hinauf zu ihr und der Fußboden ist gedielt; die Sitze sind nicht wie die unseren, sondern an jeder Seite in zwei langen Reihen, wie in einer Schule, an dem westlicken Ende ist ein Sitz so hock wie ein Stander, aber wie ein Pult gemacht, worin die beiden Vorsteher der Synagoge verschleiert sitzen, wie alle, sowohl Priester wie Volk es waren. Der Hauptvorsteher war ein reicher Kaufmann, ein großer, schwarzer, stolzer und strenger Mann, zu dem sie, wie ich bemerkte, in ebenso ehrerbietiger Scheu stehen, wie Kinder zu einem Lehrer: denn wenn Jemand unterließ, aus seinem Buche zu singen oder sprach und wenn einige aus dem richtigen Tone gerathen waren, rief er laut mit einer barbarisch donnernden Stimme und schlug mit seiner Faust auf den hohen Pult, daß Alles widerhallte. Gerade vor ihnen, in einiger Entfernung, aber auf einem viel niedrigeren Sitze, saß der Priester. Zwei Ellen vor ihm, in der Mitte des Saales, stand das, worauf die Gebete und das Gesetz verlesen wurden, ein hoher kurzer Tisch, an einer Seite mit Stufen wie ein Altar, mit einem grünen Teppich bedeckt und auf diesem ein kürzerer von blauer Seide; je zwei Armleuchter auf beiden Seiten; davor waren auf dem Boden drei niedrige Sitze, auf denen Knaben saßen, ihre Söhne, reich verschleiert, so wohlgebildete Knaben, wie man nur sehen kann; jeder hatte sein Gebetbuch in der Hand, in hebräischer Sprache ohne Punkte (?), und war so geläufig und bewandert darin wie die Männer. Da wurde ein hübscher Knabe von vier Jahren hereingebracht, das Kind eines der ersten Juden, in reicher Kleidung, mit schwarzen Federn an seinem Hute; der Priester selbst erhob sich und legte einen Schleier über des Kindes Hut von weißer Seite, und befestigte ihn unter dem Hutbande, damit er ihn nicht abschütteln könne, und setzte ihn auf einen Sitz zwischen die Knaben; aber er sprang bald auf und lief mit seinem auf- und niederflatternden Schleier hin und her; ein Mal kam er auch zu mir und sah mich an, vielleicht wunderte er sich, daß ick keinen Schleier trug; zuletzt machte er die innere Thüre auf und ging zu seiner Mutter; denn sie leiden nicht, daß die Frauen in dasselbe Zimmer wie die Männer kommen, oder von ihnen gesehen werden können: sondern an einer Seite der Synagoge befindet sich ein niedriges, langes und dichtes Gitterfenster, durch welches die Frauen, die in dem nächsten Zimmer sitzen, zuhören; als der Knabe es öffnete, sah ich ihre Frauen in ihren reichen Seidenkleidern mit breiten goldenen Spitzen, in der einen Hand einen Muff, in der anderen das Gebetbuch. An dem, östlichen Ende der Synagoge stand ein Schrank, gleich einem sehr hohen Speiseschranke, welchen sie die Arche nennen, unten mit einer großen Decke von blauer Seide bedeckt; seine oberere Hälfte ist mit mehreren Vorhängen von blauer Seide zum Ziehen bedeckt; hier werden die Gesetzesbücher verwahrt. Bor ihm standen zwei mächtige Armleuchter mit brennenden Kerzen; von der Decke hingen zwei große Lampen von Krystallglas, die bis an den Rand mit reinstem Oele gefüllt waren; diese Lampen befanden sich in einer Metallkapsel mit vier kleinen vergoldeten Armen. An der Wand sind in jedem Winkel der Synagoge sehr viele Schubladen, mit Ringen gleich denen in einem Materialladen. Und da ich früher kam als die meisten von ihnen, sah ich, daß jeder Jude gleich bei seinem Eintreten sich zuerst nach der Arche hin, worin das Gesetz aufbewahrt wird, verneigte, aber mit seinem Hute auf dem Kopf, welcken sie an diesem Orte niemals absetzen; auch ein Fremder muß dies thnn: denn nach einer guten Weile wurden zwei Engländer hinein geführt, worüber ich froh war, da ich vorher allein gewesen, und sie wären mit entblößtem Kopfe, bis sie sich zwischen sie niederließen, und dann setzten sie ihre Hüte wieder auf. Den einen kannte ich als Bürger und Ladenbesitzer. Endlich sah ich meinen Rabbi hereinkommen. Jeder Jude, nachdem er sich verneigt hatte, ging gerade auf seinen Kasten zu, nahm einen kleinen Schlüssel aus seiner Tasche, schloß auf, nahm seinen Schleier und seine Bücher heraus, warf dann seinen Schleier über seinen Hut und befestigte ihn an

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