Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 48 (24.11.1868)
- Date
- 1868-11-24
- Page
- Seite 962 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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entschlossen, wie Columbus, neue Welten zu entdecken oder in seinem Wagniß unterzugehen. Bezüglich der Schritte, welche die neue Regierung auf der Bahn religiöser Freiheit gethan hat und noch thut, wirft der genannte Correspondeilt die Frage auf: ist Spanien im Stande, nach so langer Dunkelheit so grelles Licht zu ertragen? Allerdings, fährt er fort, hat die Junta von Barcelona dem Erzbischof zu verstehen gegeben, daß auf Grund der verkündigten Freiheit der Religionen jede religiöse Genossenschaft die Ausübung ihrer religiösen Handlungen auf das Innere ihrer eigenen gottesdienstlichen Gebäulichkeiten zu beschränken habe. Auch sind in Madrid und den übrigen Städten die Heiligenbilder an den Straßenecken in raschem Verschwinden begriffen, und das Sacrament mit der gewöhnlichen Begleitung von Lichtern und Schelle zeigt sich seltener und seltener auf offener Straße. Allein cs fragt sich doch, ob die Spanier geneigt sind, den glänzenden Poinp ihrer Processionen auf Einen Schlag für alle Zeit aufzugeben. Zwar ist das Gesetz zur Aufhebung der Klöster kein todter Buchstabe geblieben, und von den 15,000 Arbeitern, welche durch die städtischen Behörden von Madrid beschäftigt werden, hat die größte Mehrzahl keine andere Arbeit, als Ordcnshäuser dem Boden gleich zu machen, doch alles dieses Letztere gehört vorzugsweise in den Bereich der politischen oder, besser gesagt, der financiellen Revolution. Der Staat braucht Geld und nimmt es von der Kirche. Der päpstliche Nuncius hat Madrid noch nicht verlassen, uild der Papst giebt augenscheinlich die Hoffnung aus einen Vergleich mit der Revolutiorr noch nicht auf. Ein Concordat, und wenn es auch noch so sehr beschnitten sein sollte, wird noch für möglich und wünschenswerth gehalten, und die provisorische Regierung hat sich trotz des Drängens der liberalen Presse noch nicht herbcigelassen, das von spanischer Seite dem Nuncius gewährte Gehalt zu streichen. Auf der anderen Seite arbeitet die liberale Presse stark und in entschiedenster Richtung fort, und Renan's Leben Jesu wird in einem dieser Blätter als Feuilleton mitgetheilt. Die Presse wird überhaupt vollste Freiheit behalten, und Protestanten und Juden werden unzweifelhaft in Madrid ihre Orte der Gottesverehrung erlangen. Anzeigen. Bei der Gemeinde zu Oldenburg ist gleich nach Pesach 1869 die Stelle eines Religionslehrers, Cantors und Schächters zu besetzen. Gehalt 280 Thlr. jährlich nebst Wohnung, Feuerung, Aufwartung und sonstigen Emolumenten. Es ist wöchentlich nur 6-8 Stunden Unterricht zu ertheilen untz> daher zu Privatstudieu wie Privatunterricht viel Zeit und Gelegenheit. Dem Cantorate muß der Bewerber gewachsen sein und wird einige musikalische Ausbildung gewünscht. — Auf Verlangen hat derselbe einen Probevortrag zu halten. Die Kosten der Reise werden im Anstellungsfalle erstattet. Auf Anmeldung mit genügenden Zeugnissen gibt nähere Auskunft Wechsler, Landrabbiner in Oldenburg. In der Synagogengemeinde Oberstein wird Ende April die Stelle eines Lehrers und musikalisch gebildeten Vorbeters vacant. Fixer Gehalt 300 Thlr. Den Vorzug wird derjenige Bewerber erhalten, der in den Realfächeru und neueren Sprachen, namentlich im Französichen Unterricht ecrheilen kann, wofür demselben weitere 200 Thlr. zugestchert werden. Meldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen. Birkenfeld den 3. November 1868. Landrabbiner Goldmann. Vaearrz In einer größeru Stadt Westfalens wird an einer öffentlichen Schule ein jüd. Lehrer, welcher guter Cantor und Prediger ist uud ein Chor dirigiren kann, gesucht. Die Stelle bringt 4 bis 500 Thlr. nebst freier Wohnung ein., dürr qualisicirte Bewerber wollen sich baldigst unter Büttheilung, eines eur. vitae mit der Chiffre A. B. N. 9 an die Exp. d. Zeit, wenden. Mit dem 1. April 1869 wird die Stelle eines Religionslehrers, Schächters und Vorbeters vacant, und fordern wir hiermit qualisieirte Bewerber auf, sich unter Einreichung der Qualification und Zeugnisse beim Unterzeichneten Vorstand melden. Mit dem Amte ist ein Gehalt von 300 Thlr. Fixum und circa 200 Thlr. Nebenrevenüen, sowie freie Wohnung verbunden. Arnswalde den 9. Nov. 1868. Der Vorstand, der Synagogen-Gemeinde. Ein isr. Elementarlehrer, welcher Lateinisch und Französisch womöglich auch Englisch gründlich zu unterrichten befähigt ist, wird als Hauslehrer für zwei elfjährige Knaben unter Zusicherung günstigster Bedingungen alsbald zu engagiren gesucht. Frc.-Offerten befördert die Exp. d. Bl. unter Chiffre M. B. 0.