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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-11-24 · Heft 48 (24.11.1868) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 48 (24.11.1868)
Date
1868-11-24
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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» afeKSfe- A l l „ k in e i n e M 48. Zeituaa des Zrrdenthums. Ein . mrparLeiiWes Organ für alles jüdische Interesse. Herausgcgcben von Rabbiner Dr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 24. November 1888. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2*/2 Bogen. Preis des Jahrgangs I Thlr. Halbjährig :> Thlr. Vierteljährig I Thl Inserate werden mit t'/* Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und'Zeitaugö--Expeditionen nehmen Beste lungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Nationalisirung. — Literarischer Wochenbericht: Bonn. Zeitungsnachrichten r Deutschland: Berlin, Bonn, Bielefeld, Ochwersenz. O e st e r r e i ch i s ch e r K a i s e r st a a t: Wien, Aus Ungarn. Neu-Verbasz. Donaufürstenthümer: Bonn. Frankreich: Paris. Rußland: Bon der polnischen Grenze, Minsk. Spanien: Madrid. Fentlletvn-BeiLage r Sine Mortarageschichte auf der Bühne» — Eine Jubelfeier. — Kleine Mittheilungen. Veitende Artikel. Bonn, 15. November. tkationalifirung. Mit den Einwänden und Borwürfen gegen die Juden geht es wie mit allen Borurtheilen überhaupt. Sie sind zuerst allgemein verbreitet und beherrschen die Verhältnisse. Allmälig weichen sie und geben nur die Schlagworte für Parteien ab. Auch diese werden verbraucht und zuletzt mehr lächerlich als bedrohlich —- und dennoch bleibt ein schwerer Niederschlag von ihnen, den Borurtheilen, in den Geistern zurück und sind im Einzelnen und Wirklichen noch Jahrhunderte lang nicht ohne Einfluß. Ein Jahrtausend wurden die Juden als Fremde betrachtet und behandelt, obschon eine anderthalbtausendjährige Existenz derselben inmitten der Nationen hiergegen ^protestirte und sie überall nichts Sehnlicheres erstrebten als die ununterbrochene Dauerhaftigkeit ihrer Wohnstätten. Dann, wurde es zu einem Schlagwort der, der Gleichstellung feindlichen Parteien, die Juden als Fremde zu bezeichnen, zuletzt zum Schibolet der feudalen und ultramontanen Partei allein, das nur die „Kreuzzeitung" an der Spree und das „Vaterland" an der der Donau nebst dem „Monde“ an der Seine zum Vorschein brachten und belächelt wird, wenn es dann und wann wiedererscheint. Aber ein Jrrthum wäre es, zu glauben, daß es darum aus den Geistern entschwunden, daß es nicht unbewußt im Herzen Zahlloser vorhanden und wirksam. Unerwartet, bei einer Veranlassung, wo man es am wenigsten vermuthet, kommt es zum Vorschein, aber ohne Wirksamkeit ist es nur in Wenigen. Man sagte also immer: die Juden hätten einen besonderen, fremdartigen Charaeter allesammt, und unter ihnen bestehe über den ganzen Erdkreis ein Zusammenhang und eine Zusammengehörigkeit. Man hatte dafür doch auch seine Gründe, die religiöse Ueberzeugung mit ihrem eigenthümlichen Complex von Gesetz und Sitte, die Stammverwandtschaft und das gemeinsame Geschick waren drei Momente, welche wohl geeignet schienen, jene Behauptung zu rechtfertigen, ja, dieselbe ganz außer Zweifel zu setzen. Und dennoch ist es unwahr, dennoch nur ein Vorurtheil. Zuerst das, was den Antinationalismus der Juden verneint. Seit der Zerstreuung der Juden hörte der Zusammenhang unter den überall hingeworfenen Splittern dieses Volkes auf. Wir können einen solchen in der ganzen Geschichte nicht Nachweisen, und er existirt auch heute nicht. Von den drei cmfgeführtey Momentes

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