Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 47 (17.11.1868)
- Date
- 1868-11-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3224737-3226635-3226683--26627-3262178- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
ver- 1827 >nah, mg." Ber- , da- Mein hatte es ist chrifort- Rer- Drti- und einer atten nun Die ackelllung Bald enige ibare gelches ollte. und , die Lhor r ab, h die selten Tut irorthozenes Herr s: einen » s.w. 32. Jahrgck A l l g e m ei n e M 47; Zeitung des Zudcnthums. Ein ««parteiisches Organ für alles Wische Interesse. Her aus gegeben von Rabbiner vr Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 17. November 1868. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2V* Bogen. Preis des Jahrgangs -I Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thl Inserate werden mit t1/* Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Beste lungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Könrgl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikelr Philosophie und Religion. — Die gottesdienstlichen Fragen. V. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Hannover. Oesterreichisch er Ka iserstaat: Wien, Brünn. Donaufürstenlh Ürner: Galacz. Spanien: Madrid. Amerika: Chicago. Feuilleton-Beilage r Eine Mortarageschichte auf der Bühne. — Gespräche ans dem Familienkreise. — Kleine Mittheilungen. — Kuriosum. Bonn, 8. November. Philosophie und Religion. So weit wir eine« Blick in die Geschichte der Menschheit, in die vergangenen Jahrtausende des Menschengeschlechts zn werfen vermögen, sehen wir die Philosophie und die positive Religion, welcher Art diese auch gewesen sei, neben einander gehen, sich dann und wann mit einander vertragen, noch öfter mit einander in Kampf gerathen. Eine so dauerhafte Erscheinung, die sich immer wieder gebiert, zeigt unzweideutig, daß Beide in der Natur des Menschen begründet, integrirende Elemente derselben sind, beide unentbehrlich, beide nothwendig. Ob in den Individuen die eine oder die andere vorwiegt, die eine die andere verneint, oder sich beide zu einem gemischten Produkte verarbeiten, ist hierbei gleichgültig. In der Gesammkheit sehen wir beide fort und fort existiren, und kein Zwang von der einen und keine Verleugnung von der anderen Seite, keine Liebe und kein Haß, keine Ueberredung und kein Spott geben der einen die Macht, die andere aus der Welt zu schaffen. Bei solcher Beschaffenheit der Dinge wäre wohl als das Ziel nur zu erstreben, daß das Bewußtsein, Religion wie Philosophie seien zwei vom menschlichen Geiste untrennbare Richtungen, immer weiter verbreitet und befestigt werde, damit sie, ruhig neben einander laufend, gegenseitig sich volle Freiheit der Thätigkeit und der Entwickelung gönnen. Man verstehe uns recht. Wir meinen nicht, daß die Philosophie von der Religion und die Religion von der Philosophie gar keine Notiz nehmen und sich gegenseitig ignoriren, also gleichsam beide einen ewigen Waffenstillstand schließen sollen — das wäre auch unmöglich und widerspräche den Interessen der Menschheit; sondern daß nur endlich die Zeit gekommen sei, wo jede Verketzerung und Verfolgung, jeder Zwang und jede Unterdrückung für beide und von beiden aufhöre, vielmehr eine gegenseitige Achtung vorhanden sei. Die Philosophie sucht die Wahrheit, die Religion giebt die Wahrheit. Die Philosophie will die Erkenntniß ohne irgend eine Voraussetzung finden und entwickeln, die Religion hat die Erkenntniß und läßt auS dieser nur Folgerungen ziehen. Darin liegt die Verschiedenheit. Ein jedes philosophisches System glaubt, die Wahrheit gefunden zu haben und zu lehren; eine jede positive Religion glaubt die alleinige Wahrheit zu besitzen und zu lehren. Darin liegt die Gleichartigkeit