Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 44 (27.10.1868)
- Date
- 1868-10-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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32. Jahrgang. Allgemeine M 44. Zeitung -es Zudcnthnms. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr Ludwig Philippson in Bonn. Leipzig, den 27. October 1868. Diese Zeitung^ erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2'A> Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbrährrg 2 Thlr. Bierteliahrig I Lhlr.. Inserate werden mit i */•> Ngr. für die Petitzeile oder deren Rauni berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zertungs - Expeditionen nehinen Be,tcllungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das Königl. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Englische Zustände. — Die Zustände in den Donaufürstcnthnmern. — Spanien. Zeitungsnachrichten: Deutschland: Bonn, Hamburg. O e st e r re i ch is ch e r K ai s e rst a a t: Münster, Wien. Feuilleton-Beilage: Eine Mortarageschichte auf der Bühne. — Ludwig Börse. — Kleine Mittheilungen. Leitende Artikel. Manchester, im October. Englische Zustände von H. Zirndorf. Der Talmud ist in England Mode geworden; er war der zweite Löwe der abgelaufenen Saison: der erste war Lord Rapier de Magdala. Deutsches Artikel im Quarterly Review vom Okt. v. I. gelesen zu haben, galt noch vor wenigen Monaten als der Prüfstein eines Gentleman. Kaum eine Zeitschrift von Bedeutung, die nicht ausführliche Besprechungen darüber, lneistens anerkennende, enthielt. Auch der kirchliche Guardian stieß in die Lobesposaune. — Freilich fehlte es auch nicht an Aeußerungen im entgegengesetzten Sinne, die meistens in den kleinen, frommen Wesleyanischen und Methodistischen Magazinen ihren Ausdruck fanden, und denen der allzu schöngeistige und Effect haschende Stil der Abhandlung, auf den in dieser Ztg. bereits hingedeutet worden, allerdings Waffen lieh. — Immerhin ist und bleibt der Talmud-Artikel eine sehr erfreuliche Thatsache, ein nron der auch weiterhin nicht ohne gute Wirkung geblieben ist, wie einige unserer heutigen Mittheilungen beweisen mögen. — Am 15. Mai d. I. hielt Herr Deutsch im Royal Institution vor einer höchst glänzenden Versammlung einen weiteren Vortrag über den Talmud, der mit großem Beifall ausgenommen und in vielen Blättern, so im Athenäum, aufs eingehendste und anerkennendste besprochen ward. Auch die amerikanische Zeitschrift: „Atlantic" widmete jüngst dem Talmud einen sehr schätzbaren und für weitere Kreise höchst belehrenden Artikel. Dieser Beitrag aus der Feder des Professors Stowe ist ganz geeignet, im fernen Westen die stets noch wuchernden Vorurtheile gegen das jüdische Alterthum zu beseitigen. Wir können es uns nicht versagen, Herrn Stowe in einem seiner geistvollen Sätze selbst reden zu lassen: „Welch eine Welt voll fesselnder Gedanken, ruft er aus, eröffnet diese jüdische Literatur dem Geiste! Betrachten wir den Talmud im Gegensatz zu jedem anderen noch vorhandenen heiligen Buche des Alterthums, die Bibel ausgenommen, so muß seine unendlich größere Vorzüglichkeit unser Staunen erregen. Die heiligen Bücher der Hindu's verstoßen so gröblich gegen die Sittlichkeit, daß sie niemals in die Sprache eines christlichen Volkes können übertragen werden. Der Zendavesta, das Religionsbuch der Zoroaster-Lehre und der noch besteh-