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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-10-06 · Heft 41 (6.10.1868) · p. Seite 830

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 41 (6.10.1868)
Date
1868-10-06
Page
Seite 830 (sequence 20)
Language
German
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83A „Folgendes ist der Inhalt einer eigentümlichen Bestimmung, welche in dem Testamente des seligen Herrn Benhacock enthalten ist und neulich beim Tode der Mrs. B. zur Kunde gelangte. Er wünschte nämlich,, daß nach Bezahlung aller rechtmäßigen Schulden seine Handlungsbücher in einen hölzernen Kasten gepackt, dieser mit Löchern versehen und in die Themse geworfen werde. Die Testamentsvollstrecker aber hielten dies für eine sehr gefährliche Maßregel, falls annoch unbekannte Forderungen nach der Hand auftauchen sollten; und sie verfielen auf folgendes Auskunftsmittel: einige Schulden oder Bruchteile von Schulden ließen sie unbezahlt, wodurch einem solchen Ereigniß vorgebeugt und andererseits die Bestimmung des Testaments erfüllt ward. Es heißt, daß Herr Aloof durch den Hintritt der Mrs. Benhacock in den Besitz eines Vermögens von 50,000 Pfd. Sterl. gelangt. „EleganteGesellschaften. — Am Montag, den 16.Dec., gab Herr Gabriel Cohen von Brixton ein Diner, bei welchem.(folgen die Namen) zugegen waren. Sowie wir vernehmen, ward die Einladung zu Ehren des Herrn Louis Cohen und seiner Braut, Miß Keyser, veranstaltet. Um sechs Uhr setzte sich die Gesellschaft zu einem glänzenden Mahle nieder und erhob sich erst etwa um Mitternacht. „Am Sonntag, dem 22. December, gab Herr Solomons in Pall Mall eine Abendgesellschaft für etwa 130 Personen. Die Eingeladenen versammelten sich in den drei Staatszimmern, die eine ausgewählte Gemäldesammlung enthielten, welche viel bewundert ward. Die Zimmer waren glänzend beleuchtet; die Gesellschaft unterhielt sich mit Gesang, Musik, Kartenspiel rc., und man trennte sich erst spät. Die Anzüge waren sehr gewählt, und zahlreiche Diamanten flimmerten in jedem Theil der Zimmer. „Es geht das Gerücht, daß die Tochter des Herrn Philipp Samuel und Enkelin des seligen Herrn Asher Goldsmid neulich als Mündel unter den Kanzleihof gestellt worden ist. Ist dem so, so können wir nicht umhin, dem Lordkanzler, unter dessen richterlicher Obhut die reiche, kleine Erbin sich befindet, zu gratuliren; und wir hoffen, er werde alle Autorität, mit der er bekleidet ist, anwenden, um zu verhindern, daß nicht etwa ein junger Anbeter seine kleine Mündel entführe. Wir glauben zwar, ein Vorkommniß dieser Art ist bei uns unbekannt; da es bei unserer Nation nicht so viele Gelegenheit zum Abschlüsse geheimer Heirathen giebt als bei den..Christen; allein Vorsicht dürfte doch nicht überflüssig sein, und die Kunde von obiger Thatsache soll unsern jungen Springinsfelden zur Warnung dienen und sie bewegen, von jedem Versuche dieser Art abzustehen, wenn sie nicht Einwohner des königlichen Fleetgefängnisses werden wollen. „Robert Phillipps-'ESq>, ist auf der HeirMeifevon Philadelphia unterwegs. „Herr I. H. Israel hat für sechs Monate ein Haus in Devonshire Place gemiethet, da die Aerzte wegen des leidenden Zustandes seiner Gattin ihm gerathen haben, seine Wohnung in Lavender Hill W verlassen. „Die Hochzeit des Herrn H: Montefiore und der Miß Mocatta, Tochter des Daniel M. von Woburn Place, wird heute stattstnden; und . das glückliche Paar wird nach der Trauung sich einige Meilen aus" der Stadt begeben, um daselbst die Honigwochen zuzubringen. Gleichzeitig erfahren wir; daß Herr Mocatta das junge Paar mit dem eingerichteten Hause in Wvburn 'Place, das er selbst bewohnte, beschenkt hat, da er eine elegante Behausung in Tavistock Square beziehen wird." Kleine Mittheilungen. Welche Sicherheit des Lebens und des Eigenthums in Rumänien herrscht, und wer dort alles zum räuberischen Gesindel gehört, zeigt folgender grausiger Vorfall, der aus diesem Lande gemeldet wird: Auf dem Gute Tatvmireschti, im Districte Waßli, hatte der israelitische Wirthshauspächter vom Gutsherrn, Namens Cusa (einem Verwandten des Ex-Fürsten Cusa), gegen einen Wechsel den Betrag von mehreren hundert Ducaten einzukassiren. In der Nacht vor dem Verfallstage des Wechsels drangen mehrere im Gesichte geschwärzte Männer ins Wirthshaus und marterten den Pächter sammt dessen Gattin und Kindern so lange und furchtbar, bis die Eltern und der Sohn den Geist aufgaben. Die Eingedrungenen erbrachen sodann die Schubladen, bemächtigten sich alles Vorgefundenen Geldes und machten sich davon. Die Tochter des Pächters, die von den Mördern ebenfalls für todt gehalten worden war, befand sich jedoch nur schwer verwundet und vor Blutverlust in einer tiefen Ohnmacht und gab am folgenden Tage mit aller Bestimmtheit die Erklärung ab, daß sie in einem der Raubmörder den Gutsherrn Cusa und in dem anderen den Sub-Präfecten des Ortes, Namens Ruschesko, erkannt hätte. Bemerkung. Wir haben jüngst aus der „N. fr. P." Auszüge aus einem Artikel über die spanische und römische Inquisition gebracht. Dasselbe Blatt enthält auch einen besonderen Artikel über die römische Inquisition und ihre Schrecken. Da diese aber ihre Operationen vielmehr gegen Hexerei, Protestantismus und für die absolute Herrschaft des Papstes richtete, brauchen wir an dieser Stelle nicht näher darauf einzugehen. Verlag von Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. — Druck von^J. B. Hirschfeld. Veramwortlicher Redakteur Or, H. Lotze.

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