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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-10-06 · Heft 41 (6.10.1868) · p. Seite 820

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 41 (6.10.1868)
Date
1868-10-06
Page
Seite 820 (sequence 10)
Language
German
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die Mittheilung eines Herrn Eduard Dacosta-Mesquittos aus Rio-de-Janeiro (Brasiliens, daß in dieser Stadt jetzt ungefähr >000 Israeliten leben. Da aber der Art. 5 der Constitution die katholische Religion als Staatsreligion erklärt und nicht duldet, daß andere Culte sich durch irgend ein äußeres öffentliches Zeichen kund geben, so seien die Israeliten verhindert, einen Tempel zu bauen und einen besonderen Gottesacker anzulegen, wodurch es den israelitischen Familien unmöglich werde, sich definitiv in diesem Lande niederzulassen. Das Central-Comite soll das dortige Orts-Comits auffordern, bei der Kammer ein Gesetz zu beantragen, welches die öffentliche Ausübung des israelitischen Cultus gestatte. So seien die englischen Protestanten vorgegangen und hätten ihr Ziel erreicht. Genauere Nachfragen haben indeß erwiesen, daß das brasilianische Gesetz weder der Erbauung einer Synagoge noch der Anlegung eines jüdischen Gottesackers entgegensteht. Es liegt also an den Juden selbst, wenn sie von dem Rechte, welches das Gesetz ihnen giebt, keinen Gebrauch machen. Zahlreiche Anmeldungen für die Alliance werden wieder mitgetheilt. Großbritannien. London, 28. August, lckew. Chr.) Nach dem soeben veröffentlichten Gesetze legen die neuernannten Richter von nun an folgenden Amtseid ab: „Ich . . . schwöre, daß ich mich bemühen und treu dienen will unserer Herrin der Königin Victoria in dem Amte als . . ., und daß ich jeder Art Volkes Recht thun will nach den Gesetzen und Gebräuchen dieses Königreiches ohne Furcht oder Gunst, Vorliebe oder Uebelwillen. So helfe mir Gott." Man sieht, daß der Eid von jeder konfessionellen Färbung befreit ist, und daß er nunmehr den jüdischen Bewerbern um die richterlichen Aemter nicht mehr im Wege steht. — Es ist hier (in christlichen Kreisen, ein Fond gesammelt worden, um eine Untersuchung der Sinai- Halbinsel vorzunehmen, besonders zum Zweck der genauen Bestimmung der Marschlinie der Israeliten, sowie des wahren Berges der Gesetzgebung. Sir Roderick Murchison, Sir John Herschel und Sir Henry James haben die Verwaltung dieses Fonds übernommen. — Die Wahlbewegung für das neue Parlament ist bereits sehr lebhaft und nimmt daran als Candidaten eine verhältnißmäßig große Zahl unserer Glaubensgenossen Theil. Wir werden darüber, sobald erst die Resultate bekannt sein werden, berichten. London, im September. Jew. Chr. schreibt: „Es ist sehr bemerkenswerth, daß der „New-York Herald“, eine Zeitung der Vereinigten Staaten, in den Stand gesetzt war, per atlantischen Telegraph weitläufige Einzelheiten von der kürzlichen Zusammenkunft von deutschen Rabbinern in Cassel zu erhalten. Es ist dies sicherlich ein Beweis für das Faktum, daß bedeutendes Interesse für jüdische Angelegenheiten bei unfern überseeischen Zeitgenossen herrscht; und obgleich keine praktischen Resultate von der Zusammenkunft entfielt worden sind, so muß dennoch die jüdische Welt dem Herald dankbar für den Beweis seiner Aufmerksamkeit auf ihre Angelegenheit sein." (Wir haben diesen Bericht in dem New-York Herald gelesen und erachten ihn für den besten, der von anderen öffentlichen Blättern gegeben worden. Red. d. A. Z. d. I.) Italien. Triest, den 9. September. (Eingesandt.) Mit Bezugnahme auf eine Bemerkung Ihres Herrn Correspondenten „Aus Oberitalien" in Nr. 34 Ihres geschätzten Journals vom 18. August, Seite 680, daß in meiner Trauerrede auf den sel. S. D. Luzzatto unzweideutig zu lesen ist, „als wenn beim Ableben des sel. Reggio die Synagoge demselben keine Trauerfeierlichkeiten gehalten habe, weil er nicht ein wahrer Jude war," ersuche ich Sie dringend, geehrter Herr, folg. Berichtigung gütigst aufnehmen zu wollen. Die Behauptung Ihres Herrn Correspondenten beruht wahrscheinlich auf der irrigen Auffassung des folgenden Passus in meiner Trauerrede: die Frage, warum beim Tode einiger der gelehrtesten und berühmtesten Männer in Israel in den Synagogen keine Gedächtnißfeierlichkeiten abgehalten worden, beantworte ich dort mit den Worten: „Das Urtheil der Ueberlebenden ist oft sehr strenge. An jenen Männern bewunderte man ihre Weisheit, ihr tiefes Gemüth, ihr hervorragendes Talent, ihre ausgezeichnete Gelehrsamkeit, ihre Meisterschaft in Behandlung des hebr. Idioms, die trefflichen gelehrten Werke,

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