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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-10-06 · Heft 41 (6.10.1868) · p. [Seite]

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 41 (6.10.1868)
Date
1868-10-06
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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32. Jahrgang. llgemeinc M 41 Zeitung des Indcnthiims. Ein unparteiisches Organ für alles jüdische Interesse. Herausgegeben von Rabbiner vr. Ludwig Philippfon in Bonn. Leipzig, den 6. October 1868. Diese Zeitung erscheint wöchentlich einmal Dienstags, in 2 bis 2*/2 Bogen. Preis des Jahrgangs 4 Thlr. Halbjährig 2 Thlr. Vierteljährig 1 Thlr. Inserate werden mit li/2 Ngr. für die Petitzeile oder deren Raum berechnet. Alle Buchhandlungen, Postämter und Zeitungs-Expeditionen nehmen Bestellungen an; der Haupt-Expedition für beide Letztere hat sich das König!. Sachs. Haupt-Zeitungs-Bureau hier.'unterzogen. Inhalt. Leitende Artikel: Zur Bibelkritik I. — Literarischer Wochenbericht: Aus Nordamerika. Zeitungsnachrichten; Deutschland: Berlin. Oesterreichischer Kaiserstaat:Krakau»Wien. Frankreich: Paris. Großb ritannien: London. Jtalien:Triest. Schweden: Norköping. P a l ä st i n a: Jerusalem. Amerika:Baltimore. Rußland:Warschau. Asien: Srnryna. Korrespondenz: Die Falascha's. Feuilleton-Beilage: Bon Michael Jüda. — Ein jüdischenglisches Journal vor fünfundvierzig Jahren. — Kleine Mrttheilungen. — Bemerkung. Leitende Artikel. Bonn, 27. September. Zur Libelkritik. i. 1. Aegypten und die Bücher Moses, von vr. Georg Ebers; erster Band, Leipzig 1868. — Die Bibelkritik hat seit Spinoza mehrfache Stufen überstiegen. Gleich der Geologie gelangte sie von Hypothese zu Hypothese, aus deren Menge sich zwar einige wesentliche und dauernde Resultate ergaben, die jedoch, eine von der anderen widerlegt und verdrängt, an sich wieder verschwanden. Am meisten betraf dies die Ansichten über die fünf Bücher Moses, über deren Entstehen und Zusammensetzung die entgegengesetztesten Meinungen behaupt^, begründet und widerlegt wurden. Zunächst waren es die oft fast kindischen Ansprüche, welche man aus der jetzigen Geschichtsschreibung heraus an das uralte Schriftthum stellte. Was z. B. noch Strauß zur Aufrechterhaltung der Kritik des Reimarus sagte, die zuerst in den bekannten „Wolfenbütteler Fragmenten" zum Vorschein kam, und vor einigen Jahren aus dem ganzen Manuskripte auszüglich, aber was die Sache selbst betrifft, ziemlich vollständig, von David Strauß (1863) dargestellt wurde: so erscheinen jedem Unbefangenen die Kriterien des Reimarus gegenwärtig ganz veraltet und kleinlicher Natur. Andererseits war und ist es die Alterthumsforschung, wie die Aufdeckung der Ruinen von Ninive, die Entzifferung der Keil- und Hieroglyphenschrist, die schon fast unübersehbaren Entdeckungen in den altägyptischen Monumenten und Gräbern, welche die bibel-kritischen Hypothesen immer wieder umstießen und die Kritik nöthigten, umzukehren und gleichsam von vorn anzufangen. Es liegt in der Natur der Sache, daß die Kritiker dies nicht alsbald eingestehen und trotzdem ihre Voraussetzungen noch aufrechthalten, wenn sie auch als unhaltbar erwiesen worden. Wir werden dies zunächst an der oben citirten Schrift sehen, die zu den verdienstvollsten Arbeiten der jüngsten Zeit gehört. Der Verfasser hat es sich zur Aufgabe gestellt, alles Aegyptische, was in den fünf Büchern Moses vorkommt, sorgfältig zu untersuchen und mit dem bisher in Aegypten Erforschten gründlich zu vergleichen, um daraus beurtheilen zu können, in wie fern die Nachrichten unb Bemerkungen im Pentateuch, welche Aegypten betreffen, mit den Monumenten und Hieroglyphen übereinstimmen oder nicht. Wir bemerken schon hier, daß Hr. Ebers dabei vom Standpunkte der jetzt bei den Kritikern ge-

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