Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 39 (22.9.1868)
- Date
- 1868-09-22
- Page
- Seite 782 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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gerichtet bleibt. Zu diesem Behufe finden die feierlichen Inhalts- und eindrucksvollen Ansprachen an die Mitglieder bei deren Aufnahme, oder bei den Ertheilungen höherer Grade, oder bei der Jnstallirung von Logenbeamten statt. Zu diesem Behufe ist auch in vielen Logen die Einrichtung getroffen worden, daß von Zeit zu Zeit Cyklen von Vorträgen gehalten werden, oder hat man hie und da Bibliotheken errichtet, oder hat man in erfolgreicher Weise die Mitglieder angeregt, an schönen und großen Werken der Humanität überhaupt und des Judenthums insbesondere sich thätig zu betheiligen. Es ist schwer, den augenfälligen Nachweis zu liefern, daß und wieviel der Orden an der geistigen und' sittlichen Hebung seiner Genossen gearbeitet. An dieser Hebung wirken noch andere bedeutende Momente mit, und sie ist ein Produkt gar vieler Faktoren. Aber wir glauben ein Recht zu haben zu der Annahme, daß auch die Ordensangehörigkeit ein Umstand ist, der Manchen vor Abgründen bewahrt, auf seinem Lebensgange gestützt und zu lichten Punkten emporgeführt hat. Die Generalconvention. Zum ersten Male ist neulich durch den Zusammentritt von Abgeordneten der einzelnen Logen eine große und imposante Convention abgehalten worden. Diese Convention markirt eine Epoche, und bezeichnet den Abschluß einer alten, und den Beginn einer neuen Periode in der Geschichte des Ordens. Die Convention trat am 19. Juli in New-Iork zusammen und blieb bis zum 27. in Sitzung. Abgesehen vom Inhalte und von den Resultaten der Verhandlungen war die Convention an sich schon eine höchst anregende, frische, von einem gesunden Geiste kräftig durchwehte Versammlung. Unter den 160 Abgeordneten fand sich eine namhafte Zahl solcher, die über das Niveau der Mittelmäßigkeit weit hinausragten, und weitaus oie große Mehrheit bestand aus Männern, die dem Geist des Jahrhunderts, dem Geist des Lichts und des Fortschritts froh entgegen jubeln. Die Vertreter des romantischeu Stillstandsprincips und der engherzigen Exklusivität, die Männer, die unfähig sind, den Flügelschlag des Genius der Gegenwart zu hören und zu würdigen, waren in einer brillanten Minorität. Aber sie waren doch genügend vertreten, und es war recht so. Dadurch wurde den Verhandlungen erst die rechte Würze und das rechte Salz verliehen. Und dann: „Es muß 'auch solche Käuze geben." Die Verhandlungen der Convention waren öffentlich. Wer da weiß, daß bisher alle Ordensversammlungen bei verschlossenen Thüren abgehalten wurden, und daß die träge und an Gewohnheiten und Vorurtheilen zähe hängende Masse mit besonderer Hartnäckigkeit an den Gedanken sich anklammert, der Orden müsse eine „asoret society“ sein und bleiben, der kann ermessen, welcher Schritt vorwärts hiermit gethan wurde. Anzeigen. In unserer Gemeinde ist die Stelle des ersten zm baldmöglichst zu besetzen. Dex Bewerber muß musikalisch gebildet sein, die Fähigkeit besitzen, in den Anfangsgründen in der Religionsschule zu unterrichten und der men» riaTia) vorzustehen. Der Gehalt ist auf600Thlr. jährlich festgestellt. Bewerber wollen ihre Anmeldungen mit Beifügung der Zeugnisse an den Unterzeichneten Vorstand franco senden. Reisekosten werden nur demjenigen vergütet, der die «stelle erhält. Graudeuz, den 21. August 1868. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. M. Rau._ Inserat. Zum 1. November a. c. wird in hiesiger israelitischer Gemeinde die Stelle eines Religionslehrers, Vorbeters und Schächters frei. Einkommen ca. 360 Thlr. Meldungen nebst Copie der Zeugnisse beim Vorstand. Reisekosten werden nicht vergütet. Storkow bei Berlin. Die hiesige Gemeinde Calcar sucht bis zum 1. Mai künftigen Jahres einen examinirten Religions- und Elementarlehrer und Vorbeter. Gehalt 250 bis 300 Thlr. Qnalificirte Bewerber wollen sich gefälligst an hiesigen Vorstand melden. Briefe werden franco erbeten. Der Vorstand. Elias Moses Spier. Annonce. Zum sofortigen Antritt ist eine Lehrerstelle an unserer dreiclassigen Elementarschule vacant. Gehalt 250—300 Thlr. Nur seminaristisch gebildete Bewerber finden Berücksichtigung, daher die Beisendung der Zeugnisse erforderlich. Emden den 14. Septbr. 1867. Namens des Schulvorstandes I. Nrurnark.