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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-09-08 · Heft 37 (8.9.1868) · p. Seite 739

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 37 (8.9.1868)
Date
1868-09-08
Page
Seite 739 (sequence 9)
Language
German
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739 auf dem dortigen Gymnasium und vollendete dieselben in den Jahren 1826, 27 und 28 auf der Universität Würzburg, wo er sich in der theoretischen Philosophie, in der Philologie, in der römischen Literatur, in der Pädagogik, in der praktischen Philosophie als Religion, Moral und Naturrecht, in der Weltgeschichte, in der Physik und in Staatswissenschaften das Prädikat „ausgezeichnet" erwarb. Seine talmudische Ausbildung erlangte er bei dem derzeitigen Ober-Land- Rabbiner Ascher Low in Karlsruhe und von den großen Kenntnissen, die er sich aus diesem Gebiete erworben, zeugen 3 Rabbiner-Diplome von den Rabbinern Ascher Low in Karlsruhe, I. Ettlinger, derzeit in Mannheim, jetzt in Altona und Eh-. Adler, derzeit in Hannover, jetzt in London. Am 14. October 1836 wurde er vom Großherzogl. Badischen Oberrath der Israeliten als Rabbinats-Candidat ausgenommen, nachdem er die Prüfung des Ober-Land- Rabbiners Ascher Low als „vorzüglich qualificirt" bestanden hatte und schon im Jahre 1831 führte ihn sein würdiger Lehrer, der genannte Ascher Low, in seine erste Stelle als Rabbiner des Sprengels Hildesheim persönlich in sein Amt ein. In Hildesheim fungirte er bis 1845 und erwarb sich während seiner Thätigkeit die Liebe und Achtung seines Sprengels und seiner Mitbürger. Im Jahre 1844 wurde er durch die einstimmige Wahl der derzeitig versammelten Notabeln des Consistorial-Bezirks Crefeld zum Ober-Rabbiner erwählt. Seine Amtsthätigkeit in Crefeld dehnte sich über den ganzen Consistorial-Sprengel gleichen Namens aus, der über 150 Ortschaften in den Regierungs- Bezirken Aachen, Köln und Düsseldorf umfaßte. Seinem Streben hat die Gemeinde Crefeld den Aufbau eines würdigen Gotteshauses zu verdanken, er war der Gründer eines jüdischen Wohlthätigkeits- Vereins zur Ausbildung jüdischer Lehrer und Handwerker, in welchem er persönlich wissenschaftliche Vorträge hielt. Mit Gewissenhaftigkeit inspicirte er die Schulen des ganzen Sprengels, sorgte für tüchtige Lehrkräfte und förderte so den wissenschaftlichen und religiösen Sinn in seinem ganzen Bezirke. Unter seinen wissenschaftlichen Werken der letzten Jahre finden wir das Testament unter Benennung einer Schenkung und einer Erbschaft, nach rabbinischen Quellen bearbeitet aus d. I. 1847; im Jahre 1856 erschien von ihm Haasinu oder das Lied Mosts, im Jahre 1860 „Der Segen Mosis," wissenschaftliche Vergleichungen, nach der Polyglotte bearbeitet. Leider trat im Sommer 1855 ein starker Rückgang in seinem blühenden Gesundheitszustand ein, der durch den Kummer über den Verlust seiner einzigen Tochter im Herbste desselben Jahres immer nachhaltiger wurde, so daß seine amtliche Thätigkeit von da an abnehmen mußte. Groß war sein Sinn für alles Edle und Schöne. Mit welcher Liebe er der Wissenschaft zugethan war, bekundet seine etwa 3000 Bände umfassende Bibliothek, die eine Mustersammlung gelehrter Werke ist. Hannover, 12. August. (Privatmitth.) Am vorigen Freitag ist hier der Stifts gelehrte Herr Rosenthal gestorben, der bekannte Besitzer einer ausgezeichneten hebräischen Bibliothek, welche merkwürdiger Weise in denselben Räumen stand, in denen vor etwa 150 Jahren die berühmte Oppenheimersche Bibliothek aufgestellt war. Die Bibliothek, welche vorläufig in Kisten verpackt worden ist, wird jedenfalls erhalten bleiben; allein ob sie, wie es Anfangs die Absicht der Erben war, nach Amsterdam gebracht werden, oder ob sie, nachdem sich die achtbarsten Männer jüdischer und christlicher Confession Hierselbst dafür verwendet haben, einer der hiesigen öffentlichen Bibliotheken einverleibt werden wird, steht noch dahin. Hoffen wir, daß diese schätzbare Büchersammlung nicht ebenfalls gleich der Oppenheimer'schen ins Ausland wandern werde, wodurch sie für die deutsche Wissenschaft fast so gut wie verloren wäre, sondern daß die Erben, insbesondere der Sohn des Verstorbenen, Herr Banquier G. Rosenthal in Amsterdam, ihre Anhänglichkeit an ihre Vaterstadt dadurch bekunden werden, daß sie ihr einen literarischen Schatz überlassen, durch welchen nicht allein dieselbe um eine Celebrität reicher würde, sondern sie selbst sich und ihrem verstorbenen Vater auf ewige Zeiten ein Denkmal setzen, durch welches sie sich sowohl um ihre Vaterstadt ein hohes Verdienst erwerben, als auch alle deutschen Fachgelehrten sich zu dem innigsten Danke verpflichten würden. In Hittfeld feierte kürzlich der Kaufmann A. I. Herzbcrg mit seiner Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Schon am frühen Morgen wurden dieselben durch ein schönes Geschenk der Königin Augusta, bestehend in einer hebräischen Bibel, geschmückt mit den Bildnissen der Königin Elisabeth und des Königs 37

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