Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 37 (8.9.1868)
- Date
- 1868-09-08
- Page
- Seite 736 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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gen: „haben wir nicht durch unsere Kraft uns Hörner! (d. i. Macht und Stärke) genommen?" lV. 12 ff.) Wenige glaubten es dem Hirten; er wurde wie ein Unruhestifter aus dem Orte, wo er predigte, ausgewiesen, aber kaum 30 Jahre später begann das Elend, und keine 100 Jahre nach ihm, da war's am israelitischen Staate erfüllt wie er's gesagt. Aber nicht blos in solchen inneren Fragen, wie die über die Verfassung, die Volkseinheit, den Staatszweck, hatten die Propheten ihre festen, bei allen gleichmäßig wiederkehrenden Grundsätze mib Anschauungen, und suchten diese bei jeder Gelegenheit zur Geltung zu bringen; auch in den Fragen der auswärtigen Politik hat ihnen der Glaubenssinu die rechten Blicke gegeben, und feierten sie auf diesem Gebiet wo möglich noch glänzendere Triumphe, denn hier wurde ihr Rath recht eigentlich zugleich Weissagung, die durch die Geschichte sich bewährte. Für die kleinen Staaten der Israeliten und ihrer Nachbarvölker wurden die politischen Verhältnisse verwickelter und gefährlicher, als das neuassyrische Weltreich sich erhob, und sofort in Asien eine Weltmacht nach der andern und an der Stelle der andern austrat. Schon ums Jahr 770—760 konnte man im oberen Jordanland die Bekanntschaft der bis zum Mittelmeer vorgedrungenen assyrischen Heere machen; ein Zusammenstoß mit Aegypten, der einzigen Großmacht, die Widerstand leisten konnte, war vorauszusehen. Dazwischen lagen die israelitischen und eine Beenge anderer kleinerer Staaten und Völker. Daß diese dem Andrang des gewaltigen assyrischen Volkes mit seinen wilden Kriegsstämmen und überlegenen Waffen nicht Stand halten können, war jedem leicht fühlbar. Hier, wenn irgendwo, mußte es sich erproben, ob die Geschichte nur das Spiel zufällig wirkender Ursachen sei, oder ob es einen Gott in der Geschichte gebe, ob der Geist mächtiger als das Fleisch, ob ein Gottesreich auf Erden bloße Einbildung oder Wahrheit und Wirklichkeit sei; hier galt's -zu glauben und zu vertrauen. Allein Glauben und Gottvertrauen hat im Mittelvorrath der Politiker nur selten eine Stelle; die landläufige Politik war schon damals, durch Allianzen mit der einen Großmacht die andere abzuwehren, in jener Zeit doppelt gefährlich, weil keine von beiden — denn beide waren heidnisch — für das eigentliche Wesen Israels Sinn und Verständniß hatte. Im Ephraimstaate war man fein genug, Anfangs beider Freundschaft durch Gesandte und Geschenke zu suchen, um sicher zu gehen und den Sieger jedenfalls für sich zu haben. Aber Hosea sah beffer: die eine hilft nicht und die andere nicht; alle Künste der Politik vermögen nicht einen innerlich kranken, von seinem wahren Ziele abgefallenen, sich selbst untreu gewordenen, durch lange fortgesetzte Umwälzungen, schreiende Ungerechtigkeit, Hab- und Genußsucht zerfressenen Staat zu retten; wo Gott selbst zur Strafe der Sünden wie eine Motte, wie Wurmfraß am Staatskörper zehrt <Hos. 5, 12), da hilft kein Pflaster, keine ärztliche Kunst. Ergab das Reich verloren, weil keine innere Aufraffung mehr zu erzielen war, und verloren war es auch; trotz seiner Bündnisse mit Aegypten wurde es von den Assyrern verschlungen. — Im kleineren Staat waren noch bessere Kräfte, ein guter Grund; die ganze Zukunft des Gottesreiches auf Erden ruhte auf ihm, und weil er felsenfest an diese Zukunft glaubte, wußte der große Glaubensheld Jesaja, daß der hier gelegte Grund nicht zerstört werden könne (Jes. 28, 16). Darum verlangte er in diesen Zeiten gefährlicher Entscheidungen von dem zitternden Hofe und Volke Vertrauen auf Gott und Ruhigbleiben d. i. Neutralität (Jes. 7, 9. 30, 15 \ Sie wollten nicht: Bündnisse sollten helfen, zuerst mit Assyrien gegen die Syrer und Ephraimiten, dann mit Aegypten gegen die Assyrer. Jesaja beharrte dabei, daß die Bündnisse nur ins Verderben stürzen. Weil sie durchaus nur auf Menschen, nicht auf die unsichtbare Macht vertrauen wollten, stellte er ihnen zur Strafe dieses ungläubigen Sinnes, gerade durch den Assyrer, gegen den sie Schutz suchten, die furchtbarste Verheerung in Aussicht; dann aber werde Gott den Feind, den sie mit ihrem Eigensinn herbeigezogen, wunderbar schlagen und Zion retten, er allein, ohne menschliche Hülfe. Beides kam: die assyrische Heimsuchung und die göttliche Vernichtung des Sanheribschen Heeres, so wunderbar und so entscheidend, wie in unfern Zeiten etwa die Ereignisse von 1812. Nie hat ein Prophet kühner geweissagt und nie ist eine Weissagung glänzender erfüllt worden. — Ueber 100 Jahre später wurde die assyrische Weltmacht im vorderen Asien abgelöst von der babylonischen. Der judäische Staat bestand noch, aber innerlich krank, sittlich und religiös verkommen, und darmn nach prophetischer Anschauung dem Gerichte verfallen. Sobald durch Nebucadnezar's Sieg bei Circesium a. 604) über die Herrschaft in Asien entschieden war, wußten die Propheten, daß es mit Juda's Selbstständigkeit zu Ende gehe, daß jener eikerne Zwingherr die Zuchtruthe sei, der Gott alle die kleinen Staaten und Vi Schöpf sang ü die Vö werden dieser! ratione Völker ionische vermeil judäisch dem n< mals mit an, Eid; r chen siö welche stand si Veite i) des Fe Politik Treubi das E streuun hatte 5 £ nur m sen jid gen, n erfolge lassen, treten reren ( Götter setze z» schen < das i der zu als di in der gewalt nur ei in La, wie ir irdischi r^iele keinen